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Wandern mit Kindern auf Mallorca

Wanderungen auf Mallorca unterscheiden sich grundlegend von Touren in Mitteleuropa. Das soll Sie jedoch keinesfalls davon abhalten, diese wunderbare Insel mit Ihren Kindern per pedes zu durchstreifen – sie bietet auch für den Nachwuchs interessante Routen und viele Überraschungen. 

Welche Tour für welches Kind? Eine allgemein gültige Antwort gibt es darauf nicht, denn selbst in vergleichbaren Altersstufen können momentane Lust, Ausdauer und Kondition sehr unterschiedlich sein. Eltern und Wanderbegleiter von Kindern werden daher nie um individuelle Entscheidungen herumkommen.

• ½ bis 4 Jahre: erste kurze „Kraxenwanderungen“ auf dem Rücken der Eltern – mit langen Spielpausen in schattigem und ungefährlichem Gelände, wobei der Nachwuchs früher oder später selbständige Gehversuche probieren wird. Vorsicht: Die Kleinen haben in der Kraxe nur wenig Bewegungsfreiheit und leiden rasch unter Hitze - ebenso wie sie bei kühlem Wetter ohne gute „Verpackung“ schnell zu frieren beginnen. Vorsicht beim Bergabgehen: Jeder Stoß beim Auftreten des elterlichen Fußes wird bis in den noch ungefestigten Knochenbau und die Augen der Kleinen übertragen!

• 4 bis 6 Jahre: zwei- bis vierstündige Wanderungen auf breiten und gefahrlosen Wegen. Für diese Altersgruppe sollte man besonders interessante Ausflugsziele und geeignete Rastplätze für großzügige Spielpausen wählen, die den Kindern schon ein wenig Freiheit gewähren. Die Macchia ist abseits breiter Wege tabu – zu groß ist die Gefahr von Verletzungen durch scharfes Dissgras und Dornen.

• 6 bis 9 Jahre: Die Wege werden länger, erfordern schon das Beherrschen unterschiedlicher Geländeformen – und münden wohl auch in die ersten harmlosen Kletterversuche an Felsblöcken.

• 9 bis 14 Jahre: Nun sind mit entsprechender Pausengestaltung bis zu fünf Stunden Tagesgehzeit „drin“, wobei die Bereitschaft zu länger dauernden Unternehmungen mitunter wieder abnehmen kann. Die Motivation steigt aber meist durch Mitbestimmung, auf besonders spannenden Touren und mit der Einbeziehung in die Tourenplanung. Lassen Sie die Youngsters unterwegs ruhig einmal allein „führen“.

• Ab etwa 12 oder 14 Jahren: In der nun einsetzenden Pubertät werden die ersten selbständigen (Gruppen)Touren geplant und durchgeführt – oder die Sprösslinge verlieren, ganz im Gegenteil, jede Begeisterung für das Wandern. 

Eines zeigt sich jedenfalls durch alle Lebensabschnitte: Gemeinsam mit Gleichaltrigen macht es viel mehr Spaß als allein mit den Großen!

Minimierung des Risikos: Die beste Ausrüstung bietet keinen Schutz gegen das Risiko, das durch Unvernunft und Selbstüberschätzung heraufbeschworen wird. Es ist einerseits Unsinn, mit größeren Kindern nur völlig harmloses und somit langweiliges Gelände aufzusuchen – ein bisschen Spannung würzt jede Outdoor-Unternehmung. Andererseits muss der oder die Verantwortliche die Kinder dabei sehr genau einschätzen können.

Muten Sie dem Nachwuchs niemals zuviel zu: Beobachten Sie die Kinder unterwegs genau und kehren Sie rechtzeitig um, wenn Sie bei Anzeichen von Überforderung erkennen. Mit dem eigenen Wissen und Können muss man unterwegs jede Situation im Griff haben! Dazu gehören eine gewissenhafte Tourenplanung, die genügend Zeit- und Konditionsreserven vorsieht, die selbstverständliche Ausrichtung des Vorhabens nach dem schwächsten Teilnehmer – und viel Selbstdisziplin, die eigenen Grenzen ehrlich abzustecken. Wer sich nicht erfahren genug fühlt, vertraue sich unbedingt einem professionellen Wanderführer an.

Tipps für draußen

 

Foto

Beschwingter Abstieg ins Tal von Coanegra bei Santa Maria del Camí