Trittsteine

Penyal des Migdia (1398 m) – durch die Coma de n'Arbona

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Sóller / Fornalutx
Schwierigkeit
mittel
Charakter der Tour
landschaftlich sehr eindrucksvolle Bergwanderung auf einem schmalen und stellenweise sehr steinigen, aber meist gut kenntlichen und mit Steinmännchen markierten Pfad. Vor allem im unteren Bereich und am Nachmittag Schatten. Der Gipfelaufstieg ist sehr viel schwieriger, eine Klettertour im 1. Schwierigkeitsgrad (siehe Wegbeschreibung).
Ausgangsort
Fornalutx bei Sóller
Ausgangspunkt
Parkplatz für etwa 12 Autos an der Ma-10 zwischen Sóller und Lluc zwischen Km 37,6 und 37,7. Parkplatz auch direkt vor dem Tunnel durch die Serra de Son Torrella (Túnel de Monnàber) bei Km 37 (850 m).
Zufahrt
von der Ma-11, der Straße zwischen Sóller und Port de Sóller, bei Km 32 – nahe dem Bahnübergang – Richtung Lluc/Pollença auf die Ma-10 abzweigen. Man fährt dann noch etw 14 km über Sa Bassa (Picknickplatz) in die Waldhänge des Bosc de Monnàber am Fuße des Penyal des Migdia hinauf.
Bus/Zug
keine öffentliche Verkehrsnbindung
Gehzeit
bis 3h
Höhenunterschied
350 m
Höchster Punkt
1189 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Fornlutx und Sóller
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Das mächtige, allseits mit wilden Felsen gepanzerte Massiv des Puig Major gibt sich sehr unnahbar. Und dennoch: einige wenige „Schwachstellen“ ermöglichen schwindelfreien und klettergewandten Bergsteigern den Aufstieg. Einst führte sogar ein angelegter Weg aus dem Tal von Sóller auf den Gipfel, den heute eine militärische Radarstation „krönt“. Sein mittlerer Abschnitt schlängelt sich durch den engen und schattigen Felsschlund der Coma de n'Arbona im Südwesten des Gebirgszugs. Gebaut wurde er von nevaters (Schneesammlern) als Zugang zu zwei „Schneehäusern“, deren Reste ebenfalls noch existieren. Eine Wanderung auf diesem Weg ist heute noch ohne große Probleme möglich und wegen der großartigen Gebirgsumrahmung wirklich empfehlenswert.
Auf dem Sattel oberhalb des Tals, auf knapp 1200 m Seehöhe,ist die Aussicht auch ohne Gipfelerlebnis einmalig: Das Panorama reicht vom Puig Tomir und dem Puig de Massanella im Osten über den Puig de ses Vinyes und den Cúber-Stausee in der Tiefe bis zum Castell d’Alaró und hinaus in die Inselebene.

Wegbeschreibung:
Aufstieg: Wer beim Parkplatz vor dem Tunnel startet, geht neben der Straße Ma-10 etwa 300 m bergab. Zwischen Km 37,6 und 37,7 – unterhalb von Felsblöcken – zweigt man dann rechts auf einen schmalen Pfad ab, der in den Wald führt und bald einen steinigen Fahrweg erreicht. Auf diesem rechts aufwärts. Nach einer S-Kurrve biegen wir bei einer großen Steineiche (grünes Farbzeichen) rechts ab. Nach etwa 10 m beginnt ein gut ausgetretener Pfad, der in einen Graben und unter einer Schutthalde links über das Bachbett führt. Wir folgen den Steinmännchen durch das von hohen Felsen begrenzte Tal der Coma de n'Arbona hinauf. Wir passieren die meist Wasser führende Font des Coloms, die „Taubenquelle“ in einer kleinen Höhle unter einen markanten Felsturm. Danach steigen wir im Zickzack über eine Steilstufe neben Wandabstürzen an und gelangen über eine kleine, knapp 1000 m hoch gelegene Anhöhe in den oberen Bereich des Tals.
Die wilden Wände des Penyal des Migdia (links) und der Serra de Son Torrella (rechts) bilden einen wahren Felszirkus. Darunter befinden sich zwei noch recht gut erhaltene cases de neu (Schneehäuser). Die untere der beiden Gruben „klebt“ direkt unter der Felswand der Regana (1123 m).
Unser Pfad schlängelt sich durch den teils mit Schutt bedeckten Grashang höher und erreicht schließlich in weiten, flachen Kehren eine Mauer. Gleich dahinter liegt der Coll de sa Coma de n’Arbona (1189 m), ein flacher Sattel am Ansatz der Serra de Son Torrella. Zwischen diesem schroffen Felskamm, der hoch über Fornalutx nach Südwesten hinauszieht, und dem noch 200 m über uns aufragenden Penyal des Migdia tut sich ein überraschender Ausblick nach Osten und Süden auf.
1 h 30 min

Abstieg auf derselben Route.
1 h 15 min

Schwierig weiter auf den Gipfel des Penyal des Migdia: Dieser Aufstieg ist ungleich anspruchsvoller (Klettergelände im 1. Schwierigkeitsgrad) – es sollten ihn nur versierte, trittsichere und vor allem völlig schwindelfreie Bergsteiger wagen. Ein kurzes Stück weiter oben trifft man auf eine Kehre der Militärstraße, die man eigentlich nicht betreten darf. Es geht allerdings nicht anders, man muss ihr ein paar Meter weit durch einen Felsdurchbruch aufwärts folgen. So bald wie möglich links in den steilen Geröll- und Felshang, durch den man – sich etwas nach links haltend – zum obersten Felsaufbau des Berges ansteigt. Vorsicht, keine Steine abtreten, denn alles landet unten auf der Straße! Bald sieht man links in die Coma de n'Arbona (und bis ins Tal von Sóller) hinunter – wer nicht völlig schwindelfrei ist, sollte spätestens hier umkehren. Denn nun muss man rechts durch sehr steilen, aber meist gut gestuften Fels zum Grat hinaufklettern. Auf der Gratschneide geht's rechts zum höchsten Punkt des Berges und links zum etwas niedrigeren Vorgipfel, auf dem ein kleines Kreuz steht.
Abklettern und Abstieg auf derselben Route.
Ca. 200 Hm mehr.
Hin und retour etwa 1 h