Trittsteine

Rund um die Tossals Verds

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Sóller / Cúber
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
anspruchsvolle Bergwanderung auf breiten Wegen und schmalen, stellenweise mit Mauern ausgebauten Pfaden, die stellenweise durch steile, felsige Hänge führen. Eine abschüssige Passage ist mit einer Kette gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind trotzdem notwendig! Schatten nur an einigen Stellen, vor allem im ersten Tourenabschnitt.
Ausgangsort
Embassament de Cúber (Cúber-Stausee, 750 m) im Bergland nordöstlich von Sóller
Ausgangspunkt
Parkplatz neben der Ma-10 bei der Àrea Recreativa Sa Font des Noguer (Picknickplatz)oder gleich in dder Nähe am Cúber-Stausee.
Zufahrt
auf der Ma-10 Von Sóller bzw. Port de Sóller über Sa Bassa und den Tunnel de Monnàber zu den beiden Parkplätzen am Cúber-Stausee bei Km 33,9 bzw. bei der Àrea Recreativa Sa Font des Noguer (ca. 18 km ab Sóller)
Bus/Zug
Haltestelle der Buslinie 354 (Port de Sóller – Can Picafort) am Cúber-Stausee. Bushaltestelle in Port de Sóller am Carrer de l'Eglesia (Neben der Kirche). Achtung: Busverbindung nur von April bis Oktober!
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
450 m
Höchster Punkt
903 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Refugi des Tossals Verds: Essen nur nach Voranmeldung unter Tel. 971/182027, Reservierung für Nächtigung Tel. 971/173700
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja

Auf dieser großartigen Rundtour erleben wir nicht nur etliche landschaftliche Höhepunkte, sondern genießen auch überraschende Ausblicke – ins gebirgige Herz Mallorcas rund um die Stauseen Cúber und Gorg Blau ebenso wie zum "Burgberg" von Alaró und ins Flachland der Inselmitte. Wir kommen an bizarr zerklüftetem Karstgestein vorbei, blicken in tiefe Schluchten und staunen über so manchen Felsturm, der auch in den Dolomiten stehen könnte. Vor allem aber folgen wir den Spuren des Wassers, dessen Nutzung seit jeher die Voraussetzung für alles Leben war. Über dem Torrent des Prat entdecken wir die steinerne Bogenbrücke der Canaletta de Massanella, die 1748 von einem einfachen Bauern konstruiert wurde; sie leitet das kühle Nass der Font des Prat bis heute übers Gebirge nach Mancor de la Vall. Und im wilden Einschnitt des Torrent d'Almedrá ist eine durch Tunnels geführte Wasserleitung zu sehen, die vom Cúber-Stausee zur Aufbereitungsanlage bei Lloseta führt und viel zur Trinkwasserversorgung rund um Palma beiträgt. Allerdings: auch die Route selbst erfordert einen klaren Blick, denn sie durchmisst stellenweise schroffes Felsgelände und überrascht mit einem (gut gesicherten) Mini-Klettersteig hoch über der Schlucht. Wie gut, dass man dazwischen vor einer gemütlichen Wanderherberge relaxen kann!

Wegbeschreibung:
Zum Refugi des Tossels Verds: Gegenüber dem Parkplatz weist das GR-221-Schild „Font des Prat, Refugi des Tossals Verds“ auf einen Weg, der nach einem Zauntor eben neben einer betonierten Wasserinne dahinführt – hoch über dem Tal des Stausees Gorg Blau, der bald ins Blickfeld kommt. So wandern wir ca. 2,5 km durch die Gras- und Waldhänge des Puig de sa Font und des Morro d’Almallutx; jenseits ragen der Puig de ses Vinyes un der Puig Major auf. Nach gut 30 min Gehzeit führt eine Betonbrücke rechts über die Rinne (Gatter). Nun beginnt ein breiter, steiniger Weg, der – vorbei an vielen Köhlerplätzen – durch einen mit Steineichen bewachsenen Graben zum Sattel des Coll des Coloms (808 m, Wegweiser) emporzieht. Wieder abwärts, geradeaus an der nahen Abzweigung zum Puig des Tossals Verds vorbei und zur nächsten Abzweigung am Prat des Cúber, einer bewaldeten Talweitung am Fuße des Massanella-Massivs. Wir gehen rechts nach der Beschilderung zum Refugi des Tossals Verds weiter, links über eine Holzbrücke und dann wieder rechts über den Quellbach des Torrent des Prat. Dazwischen kann man links auf die gemauerte Canaleta de Massanella klettern und ihrer schmalen Trasse ein Stück talauswärts folgen – oberhalb der Ruine einer Wassermühle und bis bis zur steinernen Bogenbrücke vor einer Felswand hoch über dem Torrent.
Der GR-221 führt dagegen rechts (westlich) des Tals durch die bewaldeten Felshänge des Puig des Tossals Verds abwärts. Bald schweift der Blick durch die tiefe Schlucht hinaus bis Inca. Nach einem Mauerdurchlass mit einem Gatter erreichen wir einen ebenen Sattel (707 m, links ist ein alter Brunnen zu sehen). Nach einem Mauerdurchlass stehen wir an einer Weggabelung: links auf dem Hauptweg Richtung Refigi des Tossals Verds weiter (wer rechts über die Cases Velles und den Pou de sa Coma weitergeht, kürzt die Tour um einige Minuten ab, umgeht damit aber die Herberge). Über eine Anhöhe, geradeaus an zwei Abzweigungen vorbei und durch eine weitere Maueröffnung. Zuletzt geht’s an einer grasgedeckten Hütte vorbei und auf einem Pflasterweg zum Refugi des Tossals Verds hinunter (540 m).
2 h

Über den Pas Llis zurück zum Ausgangspunkt: Wir folgen bei der Einmündung der Zufahrtsstraße nun der Beschilderung „Pou de sa Coma, Ses Cases Velles") und gehen auf einem Pfad durch ein Zauntor. Dahinter geht’s in Serpentinen bergab, durch einen Mauerdurchlass und am Fuße von Felsen neben einem Holzgeländer weiter. Links abbiegen und über Stufen in den Talgrund hinab gebogen. Dort zweigen wir nochmals links ab (Steinmännchen) und gehen an einem Forschungsgelände des Inselrats vorbei. Etwa 30 m danach überqueren wir ein Bachbett, biegen neuerlich links ab (Steinmännchen beachten) und steigen auf einem Serpentinenpfad zwischen Olivenbäumen (Mauerdurchlass) und vorbei an Köhlerplätzen zu einem Sattel an. Nun treten der Puig de s‘Alcadena und der „Burgberg“ von Alaró ins Blickfeld.
Nach links (Westen) und im stetigen Auf und Ab neben schroffen Felsformationen weiter und über einen kleinen Graben. So erreichen wir die steilen Hänge hoch über dem Torrent d’Almedra (über dem wir die Tunnels der Wasserleitung vom Cúber-Stausee erkennen). Dort wandern wir geradeaus an einer Abzweigung vorbei. Der Pfad überquert einen weiteren Graben mit großen Steinbrocken, steigt in Kehren an und führt unter einem markanten Felsturm vorbei. Wir passieren seltsame, messerscharf erodierte Karstformationen und gelangen zur „Schlüsselstelle“ unserer Tour: dem Pas Llis hoch über der Schlucht. Hier führt eine mit einer Kette gesicherte Gesteinsrampe unter überhängenden Wänden bergab, nach wenigen Metern geht’s dann links durch steiles, aber ebenfalls mit Seilen gangbar gemachtes Felsgelände hinunter. Bald wieder nach rechts, noch kurz abwärts und um eine kleine Kante herum. Eine kleine Steineiche gibt uns Halt beim Erklimmen einer ca. 3 m hohen, aber gut gebänderten Felsstufe.
In der Folge windet sich der Pfad nach rechts über einen felsigen Hang am Fuße hoher Wandabbrüche zu einer Anhöhe empor – so verlassen wir die Schlucht. Nach einigen großen Kiefern queren wir ein Schuttfeld und wandern daneben – zuletzt zwischen kleinen Felsen – auf eine weitere Anhöhe mit kargen Mauerresten. Durch die Grasmulde Sa Coma des Ases unter dem Puig de sa Font und über eine dritte, felsige Anhöhe weiter aufwärts, vorbei am Wrack eines abgestürzten Flugzeugs. Schließlich links über ein Bachbett und auf dem steinigen Pfad in weiten Kehren zu einer großen Mauer hinauf. Hinter einem Durchlass liegt der Coll de sa Coma des Ases, der 903 m hohe Sattel zwischen dem Puig de sa Font und dem Morro de Cúber. Dahinter links durch den Hang zu einem Felskopf absteigen und dann rechts in engen Kehren neben einer alten, teils verfallenen Steinmauer ins Tal von Cúber hinunter. Dort verläuft der GR-221 zwischen zwei Picknickplätzen knapp oberhalb der Straße Ma-10. Wir folgen ihn nach rechts zum nahen Ausgangspunkt (Leiterüberstieg).
2 h 30 min