Trittsteine

Die »wilde« Muleta-Runde zur Punta de Sóller

Art
Wanderung
Region / Ort
Touren um Sóller / Port de Sóller
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
Auf kurzen Abschnitten schwierige, ansonsten mittelschwere Wanderung, die immer wieder Schatten bietet. Die erste Hälfte der Route verläuft auf stellenweise beschilderten Straßen und Wegen. Ab dem Zugang zur Cova de Muleta erwartet Sie wegloses, unübersichtliches und steiles Gras- und Felsgelände mit kurzen Kletter-Passagen. Bis hinauf zum Höhenrücken des Puig de Muleta ist sehr gutes Orientierungsvermögen notwendig, und auch danach ist man in einem sehr abgelegenen, unübersichtlichen Gebiet unterwegs. Immerhin verläuft dort ein schmaler und stellenweise nur schlecht erkennbarer, aber gut mit Steinmännchen und violetten Farbzeichen markierter Pfad. Im Bereich der Punta de Sóller müssen Felsstufen und eine sehr abschüssige Abstiegspassage neben den Klippen der Steilküste überwunden werden – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind also absolut notwendig! Der Abstieg vom Refugi de Muleta nach Port de Sóller erfolgt schließlich auf der Straße. Gehen Sie nur bei guter Sicht los!
Ausgangsort
Port de Sóller
Ausgangspunkt
Platja d'en Repic im Süden der Bucht
Zufahrt
Aus Richtung Sóller auf der Ma-11 nach Port de Sóller – aber nicht durch den Sa-Mola-Tunnel,sondern schon vorher Richtung "Platja d'en Repic" abzweigen, links über die Bahntrasse und zu einem Parkplatz am Ortsrand.
Bus/Zug
Haltestelle der Buslinie 210 und der Buslinie 211 in Port de Sóller (Carrer de l'Eglesia neben der Kirche)
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
insgesamt ca. 400 m
Höchster Punkt
220 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
• Bars und Restaurants in Port de Sóller
• Refugi de Muleta: Essen nur nach Vorbestellung unter Tel. 971/634271, Nächtigungsbuchung Tel. 971/173700
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Der Bergrücken von Muleta im Westen bzw. Südwesten von Port de Sóller trägt nicht nur wunderbare Olivenhaine, sondern zeigt sich auch als erstaunlich wildes Urland. Die Felsformationen um die Punta de Sóller und über dem Salt d'en Moixina, die mehr als 100 m senkrecht zum Meer hin abfallen, sind von einer Wildheit, die man hier im Nahbereich von Sóller kaum vermuten würde. Und doch war auch dieses Gebiet schon seit altersher bewohnt: verfallene Terrassenmauern und Hüttenruinen erinnern an die landwirtschaftliche Nutzung vergangener Jahrhunderte. Und gleich am Beginn der zweiten Tourenhälfte steht eine kurze "Expedition" zur Cove de Muleta, einem wüsten Felsloch mit mehreren Eingängen, in dem man Spuren prähistorischer Bewohner fand. Vor allem entdeckte man dort die Knochenreste eines ihrer wichtigsten Nahrungslieferanten: Der "Myotragus", ein Vorfahre der mallorquinischen Ziegen, wurde offenbar gnadenlos gejagt und schließlich ausgerottet. Es zahlt sich kaum aus, in die gefährlich steilen und rutschigen Gänge der Höhle einzudringen. Doch allein schon eine stille Rast am Fuße des "Höhlenberges" und der Rückblick vom Aufstieg zum Puig de Muleta, der ohnehin alle Aufmerksamkeit bündelt, schenken unvergessliche Eindrücke.

Wegbeschreibung:

Von Port de Sóller zum Hotel Son Bleda: Wir starten bei der Infotafel an der Strandpromenade der Platja d’en Repic und schwenken links auf die Straße zwischen dem Hotel Los Geranios und der Bar Las Delicias II ein. Geradeaus an zwei Abzweigungen vorbei und auf dem asphaltierten Camí del Camp de sa Mar ca. 500 m Richtung Sóller. Vor dem verfallenen Hotel Rocamar zweigen wir nach dem Wegweiser „Deià, Sóller, Muleta“ rechts ab, gehen an der Bauruine vorbei und erreichen auf einer Schotterstraße die Infotafel „Camina per Mallorca“. Gleich dahinter gehen wir links (Beschilderung „Sóller“) auf einem flachen Pfad neben dem Bachbett weiter. Gegenüber des Sa-Mola-Straßentunnels rechts Richtung „Sóller“ abzweigen auf auf einem breiten Pfad in Kehren und unter Felsen aufwärts. Oberhalb der Finca Ca n’Ai geht’s im Auf und Ab dahin und schließlich wieder abwärts, bis wir bei einem Wegweiser rechts abbiegen. Nach einem kleinen Haus folgen wir nun einem Fahrweg, dem Camí de Binidorm, bis zu einer quer verlaufenden Asphaltstraße. Auf dieser rechts Richtung „Deià“ und über eine Rechtskurve weiter auf dem Camí de Son Sales aufwärts. Über eine Linkskurve zu einem Tor, zwischen Terrassen und Gärten ins Tal hinein und links an der Finca Son Sales vorbei. Bei der nächsten Abzweigung geradeaus bleiben und auf dem teils geschotterten, teils betonierten Fahrweg neben dem Bach aufwärts. Geradeaus an einer Torzufahrt vorbei. Achtung: bei einem Richtungspfosten rechts auf einen Pfad abzweigen (leicht zu übersehen!), durch ein Zauntor und im Zickzack zwischen Terrassen zu einem kleinen Haus hinauf. Zwischen zwei weiteren Toren und einem Zaundurchlass führt der hier gepflasterte Weg an einem Gebäude vorbei (Pfosten). Schließlich bleiben wir bei einem Wegweiser rechts auf dem flachen Fahrweg und erreichen Can Bleda (Hotel Son Bleda, 240 m), an dem wir rechts vorbeigehen (Tor). Gleich hinter dem Hotel verläuft die Küstestraße Ma-10 zwischen Sóller und Deià (Bushaltestelle).
1 h 10 min

Weiter nach Bens d’Avall: Wir gehen einige Schritte neben der Ma-10 nach rechts Richtung „Deià“, um in der folgenden Linkskurve rechts nach der Beschilderung „Restaurant Bens d’Avall“ abzuzweigen. Diese Seitenstraße führt flach etwa 700 m durch den Hang zu einem Gebäude mit der Aufschrift „Urbanization Costa Deià“). Bei der dortigen Straßenteilung nach links und in Serpentinen – stets Richtung „Bens d’Avall“ – ca. 100 Höhenmeter in einen felsigen Graben hinab. Dort zweigen wir rechts auf eine schmalere Asphaltstraße ab, marschieren rechts oberhalb des Bachbetts abwärts und flacher an einem kleinen Anwesen vorbei. Nach einer Mulde geht’s etwa 70 m wieder sanft aufwärts, bis sich rechts ein ebener, geschotterter Park- bzw. Lagerplatz zeigt.
Hier nach rechts und über den Platz zu einer niedrigen, teils verfallenen Begrenzungsmauer, die sich leicht übersteigen lässt. Dahinter nach links und kurz zu einer schmalen Asphaltstraße (die kurz hinter der genannten Fläche rechts von unserer Zugangsroute abzweigt, aber durch ein Gatter abgesperrt ist). Auf dieser Straße gehen wir nach rechts über eine flache Anhöhe mit alten Olivenbäumen und – wieder sanft abwärts – noch etwa 250 m durch Kiefernwald zur schroffen Steilküste um S‘Escull des Llamp.
50 min

Vorbei an der Cova de Moro und über die Punta de Sóller: Knapp vor der Linkskehre über dem Meer (winziges Steinmännchen) klettern wir etwa 1 m neben der Straße hinauf und gehen oberhalb der Fahrbahn einige Schritte flach durchs Gras in eine kleine, felsige Mulde. Rechts über uns erhebt sich die 141 m hohe Felsformation, in deren Ostflanke die Cova de Muleta klafft. Unterhalb davon führt ein kleiner Graben zu den Küstenklippen hinab (Salt des Boc). Oberhalb davon durchklettern wir nun – etwas absteigend – den felsigen und mit Macchia verwachsenen Abhang des Berges gut 100 m weit taleinwärts. In der Folge suchen wir etwas oberhalb der ungangbaren Talsohle das beste Durchkommen, bis wir – stets rechts haltend und wieder etwas ansteigend – nach weiteren 100 m eine ebene Fläche östlich des "Höhlenberges" erreichen.
Nordöstlich über diesem versteckten Hochtal erhebt sich der Bergzug vom 225 m hohen Puig de Muleta bis zur Steilküste von Falconera. Unterhalb des Puig de Muleta sind einige Häuser zu sehen. Die links (nördlich) davon gelegene Senke (collet) ist unser nächstes Etappenziel. Der weglose Aufstieg dorthin führt über einen teils steinigen, mit Dissgras und Gebüsch verwachsenen Hang, durch den alte Terrassen und Mauerreste ziehen. Es ist zwar weiterhin mühsam, aber längst nicht mehr so schwierig wie die Kletterpartie um den „Höhlenberg“. Nach etwa 20 min stehen wir schon oben im flachen Sattel (ca. 200 m). Von den abgerundeten Felskuppen neben dem Übergang genießen wir einen fantastischen Ausblick über die Küste um Deià, bis zum fernen Esclop und auf der anderen Seite ins Bergland um den Puig Major, aber auch den Tiefblick zur Cova de Moro.
Jenseits der Senke treffen wir gleich auf einen Pfad, der mit Steinmännchen und violetten Farbpunkten markiert ist. Wir folgen ihm nach links, im sanften Abstieg durch schütter bewaldetes Grasland. Über eine kleine Ebene und zwischen alten Terrassenmauern kommen wir zu einer dachlosen Hüttenruine (Cas Jaumes), kurz darauf ist links auf einem Hügel ein kleines Felsfenster zu sehen. Unterhalb der ebenfalls bizarr durchlöcherten Felsen des Turó (171 m) geht es nun im sanften Anstieg auf die Anhöhe Collet amb Marge. Von dort steigen wir steil in den licht bewaldeten Torrent des Salt d’en Moixina ab. Links haltend erreichen wir unter einem Felsturm die steinig-karge Talsohle, die links mit steilen Klippen über dem Meer abbricht (wenn’s regnet, donnert dort ein Wasserfall in die Tiefe). Wir gehen an einer Art steinernen Tränke vorbei und steigen über die Felsstufen des jenseitigen Hanges zum Gipfelaufbau der Punta de Sóller empor. Wir umgehen die Felsen, die 132 m senkrecht zum Meer abfallen, auf der rechten Seite und erreichen direkt unter dem höchsten Punkt eine Art Halbhöhle unter einem Felsüberhang. Von der Punta de Sóller aus genießt man wiederum ein weites Panorama über die Serra de Tramuntana zwischen Sóller, Deià und Valldemossa.
Für den Abstieg folgen wir den weiterhin mit Steinmännchen und violetten Punkten gekennzeichneten Pfadspuren, die links unter einigen Kiefern zu den Abbrüchen der Steilküste führen. Direkt daneben steigen wir vorsichtig über kleine Felsstufen ab – im Angesicht des Felsüberhangs der Punta d’en Canet über dem Meer, der tatsächlich einer Hundeschnauze ähnelt. Davor wenden wir uns nach rechts in die Mulde unter dem Felssaufbau. Weiter abwärts durch Dissgras und zwischen alten Mauern, von denen einige überstiegen werden (Achtung, umgestürzte Bäume). Im Zickzack wandern wir in ein kleines Waldtal hinab, aus dem wir – weiterhin in Kehren – wieder anstiegen. Schließlich führt der Pfad steiler zu einem freien Plaatz mit schrägen Steinplatten hinauf. Geradeaus über die dortige Wegkreuzung aufwärts. Bald geht’s etwas nach links und auf einem breiteren, stellenweise sogar gepflasterten Weg im sanften Auf und Ab durch das bewaldete Gelände hoch über der Küste dahin. Nach einer Strecke von etwa 500 m wird die Landschaft wieder frei. Von rechts mündet der beschilderte Weitwanderweg GR.211 ein, und gleich danach stehen wir auf dem Parkplatz unterhalb der Refugi de Muleta (132 m).
2 h

Abstieg nach Port de Sóller: Auf der Asphaltstraße am Leuchtturm und dem benachbarten Restaurant über dem Cap Gros vorbei und oberhalb der Bucht ins ca. 2 km entfernte Port de Sóller hinunter. Unten beim Strand links über den Passeig de la Platja d’en Repic zur Plaça de sa Torre an der Hauptstraße (Passeig es Traves). Dort befindet sich eine Haltestelle der Trambahn nach Sóller.
30 min