Trittsteine

Portell de sa Costa – Puig de l’Ofre (1093 m)

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Sóller / Biniaraix
Schwierigkeit
mittel
Charakter der Tour
Anspruchsvolle und lange Gebirgsüberquerung – zu Beginn auf einer verkehrsfreien Asphaltstraße, dann auf teils sehr steilen, felsigen und bis zum Coll de l’Ofre unbeschilderten Pfaden; Abstieg auf einem alten, bei Nässe oft rutschigen Pflasterweg. Die gesamte Tour erfordert Orientierungsvermögen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit - nicht bei Nebel gehen!
Ausgangsort
Biniaraix (86 m)
Ausgangspunkt
Ortszentrum
Zufahrt
von der Ma-11, der Straße zwischen Sóller und Port de Sóller, bei Km 32 – nahe dem Bahnübergang – Richtung Lluc/Pollença abzweigen. Nach ca. 700 m rechts nach dem Wegweiser »Fornalutx« abbiegen (Ma-2123) und beim Fußballplatz links. Danach auf das Schild »Biniaraix« achten, dort rechts abzweigen, über den Bach und links bis vor den Ort, wo nur wenige Fahrzeuge neben der Straße parken können.
Bus/Zug
Eine gute Alternative ist die An- und Rückfahrt von Sóller per Taxi. Busverbindung (Linie 212) von Sóller
Gehzeit
bis 7h
Höhenunterschied
1100 m
Höchster Punkt
1093 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Bar in Biniaraix
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja

Ziemlich genau in der Mitte der Serra de Tramuntna ragt der Puig de l’Ofre um 93 Meter über die »Tausender-Marke« hervor. Der Kalkgipfel bewahrte sich den Waldmantel, der einst alle Gebirge Mallorcas umhüllte, fast bis oben hinauf. Aber eben nur fast: Sein höchster Punkt ist für sein Rundumpanorama berühmt. Der hier beschriebene Zustieg ist lang und anstrengend, bietet aber auch ungleich eindrucksvoller Landschaftsimpressionen als die kurze Tour vom Cúber-Stausee. Vom Cúber-Stausee her ist die Ersteigung des Puig de l’Ofre eine gemütliche Halbtagstour. Von der anderen Seite, von Biniaraix, müssen wir eine weitaus längere Strecke überwinden – und das Dreifache an Höhenmetern. Trotzdem versetzt uns schon der Camí del Marroig, ein alter Getreide-Schmuggelweg, in Begeisterung, denn er bringt uns mit jedem Schritt der Serra de Son Torrella und dem dahinter aufragenden Puig Major näher. Vom Portell de sa Costa – sein Name verrät es schon – sehen auch die Küste. Es folgen die Überquerung eines einsamen, steinigen Hochlandes und das Gipfelerlebnis auf dem l'Ofre, bevor uns der uralte Pilgerweg durch den Barranc de Biniaraix wieder talwärts leitet.
Wegbeschreibung:
Aufstieg: Wir folgen vom zentralen Platz in Biniaraix dem Carrer de Sant Josep und der Beschilderung Richtung Lluc rechts zum Waschhaus am Rand des Dorfes (Wegkreuz). Dahinter biegen wir links auf den Camí del Marroig ab und wandern auf dieser schmalen, kaum von Autos befahrenen Asphaltstraße ca. 1,5 km in Kehren zwischen Gärten, Oliventerrassen und kleinen Gebäuden bergauf. Der Blick über das Tal von Sóller wird immer schöner; an einer Stelle lässt sich eine Kurve auf dem alten Weg abkürzen. Bei der Abzweigung einer Betonstraße bleiben wir links auf der Asphalttrasse. Kurz danach, auf etwa 300 m Höhe, wandern wir am Wegweiser „Fornalutx a peu“ vorbei und noch ca. 800 m (über fünf Kehren) aufwärts.
Nach der Font de s'Estació zweigen wir rechts auf einen alten, unmarkierten Weg ab, der in die steilen Berghänge der Serra de Son Torrella hinaufführt. Der steinige Zickzackzum Portell de sa Costa (929 m) lässt den Schweiß kräftig strömen.

Nach etwa 1 h Gehzeit stehen wir vor dem Tor der Finca Can Pera. Davor zweigen wir rechts ab (Steinmännchen, blauer Punkt) und steigen auf einem alten Treppenweg bergwärts, vorbei an der Font de na Martorella (Stollen). Etwas weiter oben passieren wir eine kleine Hütte und erreichen geradeaus nach 100 m einen Pfad, der sich steil neben einem Zaun hinaufschlängelt. Weiter oben wendet er sich nach rechts und durchquert drei Schuttfelder (Steinmännchen, blaue und rote Punkte) unterhalb der felsigen, von Rinnen zerrissenen Steilflanke. Nach etwa 1 h 30 min Steilaufstieg über viele angelegte Kehren erreichen wir schließlich einen Mauerdurchlass und gleich darüber eine weitere Mauer mit einer Lücke – das ist das Portell de sa Costa (929 m).
Dahinter liegt eine weite, grasige Mulde: der Pla de Serra de Son Torrella, den wir auf Pfadspuren geradeaus durchqueren. Rechts unten erblicken wir das Kar des Comellar des Verger (eine "wilde" Abkürzungsvariante hinunter in den Barranc de Biniaraix), danach führt links ein Weg zur Ma-10 nahe dem Tunnel unter dem Puig Major. Wir aber bleiben geradeaus und erklimmen eine felsige Kuppe (974 m), einen Ausläufer der Serra de Cúber. Dahinter geht's sanft bergab, stets auf den Dreikant des Puig de l'Ofre zu. 30 min nach dem Portell de sa Costa gelangen wir in die Senke des Coll de l'Ofre mit ihrem Passkreuz (875 m) am Fuß des Berges - dort quert der beschilderte und vielbegangene Weg vom Cúber-Stausee nach Biniaraix und Sóller.
3 h

Nun geht man weglos genau Richtung Puig de l’Ofre zum Waldrand. Dort findet man einen Karrenweg, der in Serpentinen ansteigt. Bei der folgenden Abzweigung nach rechts hinauf und bald eben durch den Waldhang.
Achtung: Rechts liegt eine große Wiese, über die ein Pfad zu einer Stromleitung führt. Links über Felsstufen (Mauer) zum Coll des Cards ansteigen und rechts zu einem Leitungsmast. Links erreicht man eine Felsrampe, über die man rechts auf den Nordost­rücken gelangt. Über diesen (stellenweise etwas verwachsen) aufwärts, unter einem Felsaufschwung nach links und quer durch den Hang zu einer Abzweigung: Rechts auf die Gratschulter und links über plattiges Gestein auf den Gipfel des Puig de l’Ofre.
45 min

Abstieg zunächst auf der gleichen Route – von der erwähnten Wegteilung jedoch geradeaus und sehr steil durch den felsigen Südhang hi­nab (blaue Punk­te). Neben einer Mauer und durch flacheres Waldgelände zum Coll d’en Poma. Rechts auf der Schotterstraße abwärts und dann flach – vorbei an großen Felsblöcken – zur Wegteilung knapp vor dem Coll de l’Ofre.
30 min

Abstieg nach Sóller: Vom Coll de l’Ofre wandern wir auf der rechts abwärts führenden Serpentinenstraße (oder auf dem Abkürzungspfad) durch den Wald ins Hochtal der Finca l’Ofre (680 m) hinab. In der Linkskurve nach einem Aussichtspunkt mit Fernrohr Abzweigung: rechts auf dem Pfad (Wegweiser) am Anwesen vorbei (Tiefblick in den Barranc de Biniaraix) und zu einem Tor hinab. Hier beginnt der spektakulärste Abschnitt des Camí des Barranc: Er führt über einem Wasserbecken (bei der Abzweigung geradeaus bleiben) zu einem Gatter und über dem (meist trockenen) Wasserfall Salt des Cans vorbei. Man durchquert auf einer schmalen Terrasse die Wandabbrüche (herrlicher Tiefblick, gegenüber klafft ein Felsloch) und wandert dann in zahlreichen Kehren zwischen dem Torrent de l’Ofre und dem Torrent des Verger in den Barranc de Biniaraix hinunter. Unten bleibt man bei allen Abzweigungen geradeaus auf dem Hauptweg. Nach den Oliventerrassen der kleinen Finca Can Catí, dem Anwesen Can Silles und drei Brücken geht’s durch den engsten Abschnitt der Schlucht (S’Estret), durch den oft ein Bach plätschert. Über zahlreiche weitere Kehren (Ses Voltetes) und einige Brücken gelangt man schließlich zu den Kulturen im vorderen Talbereich hinab. Schließlich endet der Weg beim Waschhaus der kleinen Ortschaft Biniaraix, in der eine Bar zu Erfrischungen einlädt.
1 h 40 min
keine Fotos vorhanden