wandern mallorca

Puig de Massanella (1365 m) – Ostgrat

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Lluc / Lluc
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
sehr anspruchsvolle Bergtour auf breiten Wegen, steilen, schmalen Pfaden und weglos durch steiles Geröll und scharfkantig verwittertes Felsgelände; auch einige kurze Kletterpasagen erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nur mit Steinmännchen markiert – bei Nebel im oberen Bereich sehr schwierige Orientierung! Schatten nur im unteren Bereich.
Ausgangsort
Coll de sa Batalla (579 m) zwischen Caimari und Lluc
Ausgangspunkt
Coll de sa Batalla
Zufahrt
auf der Ma-2130 (Inca – Lluc) oder auif der Ma-10 zur Kreuzung südlich oberhalb von Lluc. Parkmöglichkeit entlang der nordwärts abzweigenden Seitenstraße zum Restaurant Es Guix bzw. neben der alten Straße nach Lluc; nur wenige Parkmöglichkeiten direkt an der Ma-2130 (am Coll de sa Batalla dürfen nur Restaurantbesucher parken).
Bus/Zug
Haltestelle der Buslinie 332 (Inca – Lluc) am Coll de sa Batalla (Zufahrt von Palma nach Inca per Bahn)
Gehzeit
bis 4h
Höhenunterschied
850 m
Höchster Punkt
1365 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bar/Restaurant am Coll de sa Batalla, unterhalb der Ma-10 nahe der Kreuzung und in Lluc.
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Der Puig de Massanella steht bei Mallorca-Wanderern hoch im Kurs. Neben dem Normalweg, auf dem mitunter etwas Trubel herrscht, existieren auch noch einige schwierigere Zustiegs- bzw. Kletterrouten auf dieses prachtvolle, von drei Kuppen gekrönte Bergmassiv. Eine davon zieht aus dem tief eingeschnittenen Tal des Torrent de Coma Freda geradewegs auf den langengezogenen, aber relativ niedrigen Felsabbruch, mit dem der Ostgrat des Berges gegen Norden hin abstürzt. Nahe dem östlichen Eckpfeiler dieser Felsformation, einer wilden Kammerhebung namens Es Frontó, klafft eine Art Lücke in der Wand – ein Durchschlupf, der zwar nur mühsam zu erreichen ist, aber ein landschaftlich wirklich eindrucksvolles Alpin-Erlebnis verheißt. Nach dem "Eiertanz" über ebenso steil gelagerten wie losen Schutt erweist sich die verhältnismäßig einfache Kletterei über das feste Kalkgestein des Rückens als Genuss! Als Abstiegsvariante empfiehlt sich auch die Südwestflanke des Berges, die eine großartige Aussicht schenkt.

Achtung: Derzeit wird beim Zugang zur Finca Coma Freda pro Person eine »Wegemaut« von € 6,- eingehoben.

Wegbeschreibung:

Wir wandern von der Kreuzung neben der Straße Ma-2130 Richtung Inca zur Tankstelle am Coll de sa Batalla und kurz weiter über die Brücke. Gleich danach zweigen wir rechts auf eine Schotterstraße ab (Infotafel). Vorbei an der Font des Guix zu einer Wegdreiteilung. Dort scharf nach rechts und in Kehren hinauf. Nach einem Tor (Überstieg) werden die folgenden Abzweigungen ignoriert. Dem Bach entlang, bis die Straße rechts durch ein Tor zur Finca Coma Freda führt. Hier geradeaus durch den Mauerdurchlass und neben dem Bachbett zwischen Mauer und Zaun weiter, bis der Fahrweg nach links ansteigt. Steiler in Serpentinen zu einer flachen Querstraße hinauf. Auf dieser rechts in den Wald und an einer Quelle (Font de s’Hort) vorbei. Bei den folgenden Abzweigungen links auf dem Hauptweg bleiben, vier Kehren aufwärts und weiter ins Tal des Torrent de Coma Freda hinein. Dort wird der Schotterweg schmaler. Von der fünften Kehre führt rechts ein Abkürzungspfad empor, dann gelangen wir wieder auf dem Schotterweg zur Font de sa Teula im Talgrund. Am Anschluss steigen wir über neun Kehren durch den seilen Grashang unter der langen Felsmauer des Massanella-Massivs bergwärts.
Achtung: Bei der zehnten Kehre, die nach rechts führt, erblicken wir links zwei steile, nicht von Gras bewachsene Schutthalden. Am oberen Ende des vorderen Schuttstroms steht ein kleines Steinmännchen, zu dem wir steil und weglos ansteigen. Weiter geht’s zu einem großen Felsblock, der mitten im Grashang liegt: links unterhalb davon vorbei und im schrägen Anstieg zur zweiten Schutthalde (Steinmännchen), neben der wir mühsam emporklettern. Vorsicht, Steinschlaggefahr – „sauber“ gehen! Von ihrem oberen Ende führen sehr steile und verzweigte Pfadspuren an einem wilden Olivenbaum vorbei zu den Felsabstürzen, in denen sich eine schmale Kluft öffnet. Ganz links an der Wald erklimmt man eine kurze Kletterpassage; oberhalb davon gelangt man über einige kleinere, harmlose Felsstufen in einer Gratscharte (1041 m) knapp westlich der Kammerhebung Es Frontó, hinter der eine steinige, von einzelnen Bäumen bewachsene Mulde liegt.
Wir steigen nun rechts über den felsigen und zerklüfteten, aber erstaunlich gut gangbaren Rücken an (Steinmännchen weisen den besten „Durchschlupf“). Nach einer kleinen Senke muss ein weiterer, steilerer Felsaufschwung überwunden werden – dann stehen wir bald am Pla de sa Neu (1181 m). Wir überqueren die grasig-felsige Hochebene in Richtung zum Puig de Massanella, gehen am alten Schneehaus vorbei und erreichen – uns nach links haltend – den ausgetretenen Normalweg. Auf diesem an einer einsamen Doppeleibe vorbei und – wieder steiler ansteigend – in den breiten, kahlen Felssattel zwischen dem Vorgipfel (links) und dem Hauptgipfel. Zuletzt rechts in Kehren und über Felsstufen zur Vermessungssäule auf dem Hauptgipfel des Puig de Massanella (Kachel mit der Geburt Jesu). Vorsicht – nordseitig brechen steile Felswände ab und unterhalb des Gipfels klafft ein tiefer Avenc (Schacht).
2:30 - 3 h

Abstieg zunächst auf der gleichen Anstiegsroute. Unterhalb des Vorgipfels – noch etwas oberhalb des Pla de sa Neu – zweigen wir rechts zu einem Stein-Wegweiser ab und klettern auf einer sehr steilen Felsroute zwischen bizarr verwitterten Karrenplatten durch die Massanella-Südflanke (Steinmännchen beachten!) zur Font de s’Avenc hinab (Treppe in die Höhle mit einer Tropfquelle und drei Wasserbecken). Von dort quert man zwischen steilen Felsplatten und den obersten Bäumen zum direkten Aufstiegsweg hinüber. Auf diesem rechts durch den Waldhang zum Coll de sa Línia (824 m) hinunter. Links auf dem breiten Schotterweg in Serpentinen bergab, bis er in den Zugangsweg oberhalb der Finca Coma Freda einmündet (man kann auch schon davor rechts auf einen Abkürzungsweg abzweigen, der zuletzt neben einer Mauer zum Eingangstor der Finca hinabführt). Auf der Schotterstraße an der Mauthütte vorbei und zum Ausgangspunkt zurück.
1 h 30 min

Lohnende Abstiegsvariante durch die Südwestflanke: Hinüber zum Westgipfel. Dort beginnen die Steinmännchen, die die Route über einen kurzen Grat und dann durch die steile und felsige, aber für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger erstaunlich gut gangbare Südwestflanke hinunterweisen. Die Route schlängelt sich geschickt bergab; einige kleine Felsstufen müssen allerdings mit Hilfe der Hände überwunden werden. Man erreicht schließlich eine Art Plattform vor dem benachbarten Puig de ses Bassetes, von dem man noch durch eine tiefere Scharte (Coll de n'Argentó) getrennt ist. Hier nach rechts, über einige Felsen abwärts und dann auf einem schmalen Pfad quer durch die Hänge unterhalb der Massanella-Norwestabstürze bis zum beschilderten GR-221. Auf diesem Pfad rechts etwas aufwärts zum Coll des Prat (1205 m).
Dort verlassen wir den beschilderten Weitwanderweg nach rechts und folgen dem unbezeichneten Schneesammlerweg an zwei Schneehäusern vorbei in den Graben des Torrent de Coma Freda, wo wir wieder die Aufstiegsroute erreichen. Weiter wie dort zum Ausgangspunkt zurück.
2 h