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Puig Tomir (1104 m) – über den Pas de Diable

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Lluc / Lluc
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
Sehr lange und anstrengende Bergtour mit einer kurzen Kletterpassage im ausgesetzten Felsgelände und einem längeren Wiederaufstieg beim Rückweg. Nur am GR-221 beschildert, ansonsten ist die Orientierung schwierig. Schatten nur im unteren Bereich
Ausgangsort
Lluc bzw. Pollença
Ausgangspunkt
Àrea Recreativa Menut II (Picknickplatz) an der Straße zwischen Lluc und Pollença (532 m)
Zufahrt
Auf der Ma-10 bis Km 16,3, dort Parkmöglichkeit neben dem Picknickplatz.
Bus/Zug
Keine öffentliche Verkehrsverbindung, die nächste Bushaltestelle befindet sich in Lluc (von dort zu Fuß ca. 45 Minuten)
Gehzeit
bis 6h
Höhenunterschied
1000 m
Höchster Punkt
Puig Tomir (1104 m)
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Bars/Restaurants in Lluc und am Coll de sa Batalla
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja

Die Route über den Pas de Diable, den »Teufelspass« im äußeren Bereich der Nordwand, ist der vielleicht interessanteste Zustieg auf den Puig Tomir. Die größte Schwierigkeit bietet wohl die Abzweigung vom GR-211 – danach folgt weiterhin ein wenig Pfadfinderei, doch ist die Fährte gut mit kleinen Steinmännchen gekennzeichnet. Von einem Felsabsatz aus ist er schließlich zu erkennen: schmale und abschüssige Gesteinsbänder, die einen sicheren Tritt erfordern, eine schräge Rinne zwischen der Wand und einer vorspringenden Felsformation, die unten mit einer Kluft abbricht – und darüber spitzen tatsächlich die beiden Hörner des Satans in die Luft. Gute Tritte und Griffe, ein bisschen Dissgras dazwischen – und schon ist das Hindernis überwunden. Teuflisch schön ist von der dahinter gelegenen Hochfläche der Tiefblick ins Vall d’en Marc und weiter hinaus zur Bucht von Pollença; hinter den zerklüfteten Bergen von Ternelles wird nun ebenfalls das Meer sichtbar. Der weitere Aufstieg zum Gipfel bietet bei gutem Wetter (und ebensolcher Kondition) kaum Probleme, sieht man einmal vom unwegsamen und zerklüfteten Felsgelände ab. Den Abstieg kann man dann auf dem gesicherten "Normalweg" absolvieren oder – länger, aber spannender – über Alcanella, eine weltentlegene Finca.

Wegbeschreibung:
Vom Parkplatz bei der Àrea Recreativa Menut II queren wir die Ma-10 und steigen über die Leiter neben einem Holztor (Schild "Refugi"). Dahinter wandern wir auf einem Schotterfahrweg – alle Abzweigungen ignorierend – ins Tal der Coma de Binifaldó und zum genannten, unbewirtschafteten Refugi de la Coma de Binifaldó. Dort biegen wir rechts auf eine Schotterstraße ab, die in Kehren zu einer kleinen Hochfläche am Fuß des Puig Tomir hinaufzieht. Bei einer Abzweigung mit zwei Mauersäulen (Holzpfosten mit Richtungspfeil) erreichen wir den Weitwanderweg GR-221, auf dem wir links Richtung Pollença weitergehen.
Wir wandern auf der breiten Trasse durch lichten Wald zu einem Metalltor (links Durchgang). Bald erblicken wir das Meer und das Gebiet um Pollença, ignorieren nun die Routen, die links zur nahen Finca Montanya führen (Richtungspfosten) und biegen schließlich beim Wegweiser "Pollença" rechts auf einen gepflasterten Weg zur Quelle Font de Muntanya (Rastplatz) ab. Nach einer kleinen Brücke gelangen wir wieder auf den Fahrweg, auf dem wir zu einer Gabelung gehen. Zwischen den beiden Straßen beginnt ein anfangs neu gepflasterter Weg, auf dem wir in Kehren absteigen (Wegweiser "Pollença") und so die Kurven der Straße abkürzen. Weiter unten folgen wir dem sanft absinkenden Fahrweg wieder nach rechts, vorbei an einer Abzweigung und durch einen kleinen Felseinschnitt mit Höhle (Ses Covasses).
Achtung: Am Steinmännchen, das dort rechts steht, gehen wir noch vorbei. Nach knapp 20 m weisen rechts zwei Steinmännchen auf den Beginn der Route zum Pas de Diable hin. Weitere Steinmännchen leiten uns im Zickzack durch den Waldhang empor, bald erleichtern auch rote Punkte die Orientierung. Es geht kurz durch felsiges Gelände aufwärts, wieder durch Wald und dann rechts neben einer Schutthalde bergauf. Diese wird etwas weiter oben schräg nach links überquert (Blick bis zur Halbinsel Formentor). Flach unter einer Steineiche vorbei, über eine weitere kleine Geröllhalde und auf einen Felsabsatz hinauf. Durch Gras und Gebüsch, nach rechts und über einige Felsstufen empor, nach ca. 20 m links flach zu einzelnen kleinen Steineichen. Dort nach rechts, steil und mühsam durch Schutt zu einem größeren Geröllfeld ansteigen und neben seinem linken Rand zum gut sichtbaren Steinmännchen an seinem oberen Ende hinauf. Nun halten wir uns nach links und gelangen durch Gras in den linken Bereich der Karmulde hinauf. Dort liegt ein weiteres Schuttfeld – rechts daneben geht's durch den steilen Grashang zu seinem oberen Rand. Dort wiederum nach links und flach zum Felsabsatz am Rand des Kars. Kurz davor führt unsere Route rechts in Serpentinen auf einen höheren Absatz – von dort ist die Rinne zum Pas de Diable gut zu sehen.
Wir folgen nun schmalen Pfadspuren quer durch den sehr steilen Grashang bis in eine kleine Mulde unterhalb der Felsen. Kurz nach rechts, dann wieder nach links und im schrägen Aufstieg über steile, abschüssige Felsstufen (roter Punkt). Unter einer Steineiche durch, an einem vorspringenden Felsgrat vorbei und über eine grasige, breite Rampe empor zur etwa 20 m langen Rinne, die zwischen der Wand des Puig Tomir und einem markanten Felsturm hinaufzieht. Diese ermöglicht den Aufstieg auf eine grasige Kuppe unterhalb der Felsen. In der Folge geht's am Fuß der Wandabstürze zu einer kleinen, felsigen Mulde, kurz bergab und durch eine schmale Rinne wieder hinauf zum Beginn einer grasigen Hochfläche. Herrliche Aussicht hinüber zum Puig Roig und zum Puig Caragoler de Femenia, über die Hochfläche um den Torrent de Mortitx, hinaus zur Bucht von Pollença und zur Halbinsel Formentor.
Der Pas de Diable (ca. 700 m) ist nun überwunden. Wir wandern weglos etwa 200 m über flaches, aber zerklüftetes Felsgelände und dann rechts neben einem Graben bergan – so erreichen wir den weiten Sattel des Coll de Fartàritx (776 m). Von dort steigen wir rechts über die breite, felsige Gipfelflanke auf den Puig Tomir (1104 m, Vermessungssäule) – im oberen Bereich auf den Resten eines flach angelegten Schneesammlerweges und vorbei an der gut erhaltenen Grube eines "Schneehauses" (Casa de Neu).
3 h

Abstieg auf derselben Route zum Coll de Fartàritx. Dort nach rechts (nach Süden) und auf einem breiten Weg neben einem Zaun zu einer Mauer und einem Grasboden hinab. Im Rechtsbogen zu einem Aufforstungsgebiet und auf betonierter Trasse zur Hochebene der Finca Miner Petit hinab. Nach einem Zauntor bleiben Sie rechts auf der Straße, die sich nach wenigen Schritten neuerlich teilt. Rechts (nach Westen) abzweigen und auf dem Fahrweg über den Clot de l’Arena, durch eine Mauerlücke und über die flache Hochfläche bis zum Ende des Fahrweges. Der anschließende Pfad über den Camp Redó ist stellenweise wenig ausgetreten, da und dort aber sogar gepflastert. Er führt in gleicher Richtung weiter zu einem Zaunüberstieg. Dann geht’s sanft bergab und rechts über einem tief eingeschnittenen Tal vorbei.
Wir wandern geradeaus in den Taleinschnitt zwischen dem Tomir-Massiv und dem kleinen Puig d’en Boix. Vorbei an einigen Köhlerplätzen und durch hohes Dissgras gelangen wir in die linke Seite des Hochtals, wo einige Felsblöcke zu überklettern sind. Der Weg führt bergab, an zwei hundertjährigen Steineichen vorbei und durch eine kleine Felsschlucht.
Dann stoßen wir auf den Zaun der Finca Alcanella, den wir rechts auf einem Leiterüberstieg überwinden. 2 min später folgt ein weiterer Überstieg, hinter dem wir auf einen Fahrweg treffen. Auf diesem umgehen wir das Anwesen weiträumig durch flaches, felsiges Waldgelände.
Achtung, nach etwa 150 m mündet von links ein schlecht erkennbarer Weg von Binibona her ein – dort muss man besonders aufpassen: Links steht eine große Steineiche und rechts befindet sich ein runder Kohlemmeilerplatz. Dort biegen wir rechts auf einem schmalen Pfad ab, der den Fahrweg zweimal kreuzt – stets geradeaus gehen! Wir queren ein Bachbett und steigen daraufhin durch den felsigen Abhang der Serra d'en Massot an. Weiter oben geht's nach rechts und hoch über einem schluchtartigen Tal durch die bizarr verwitterte Flanke, vorbei an zwei Köhlerplätzen. Nach einem kurzen Felsabstieg taucht man wieder in den Wald ein (Bosc Gran). Kurz bergauf und dann neben Mauern zum Bach, wo man eine Schotterstraße erreicht. Auf dieser rechts über den meist trockenen Wasserlauf und in Kehren durch das Tal hinauf zum Coll de Pedregaret (650 m). Dahinter liegt eine geschlossene Wasserabfüllstation, bei der der "Normalweg" auf den Puig Tomir beginnt. Wir folgen nun der Asphaltstraße (und der Beschilderung des GR-221) bergab zur Finca Binifaldó. Gleich danach zweigen wir rechts ab (Wegweiser der GR-221 Richtung Pollença) und wandern auf der flachen Carretera Vell de Pollença ca. 300 m zur nächsten Abzweigung. Dort nach links und durch die Coma de Binifaldó zum Ausgangpunkt zurück.
3 h
keine Fotos vorhanden