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Mortitx – Cova de ses Bruixes

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Lluc / Mortitx
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
Anspruchsvolle Tour, die auf schmalen Pfaden bzw. verzweigten und oft kaum kenntlichen Pfadspuren durch sehr unwegsames Gras- und Felsgelände führt. Trittsicherheit und sehr gutes Orientierungsvermögen sind unbedingt notwendig. Kaum Schatten. Die Durchquerung des Torrent de Mortitx (Rückweg-Variante) erfordert absolute Trittsicherheit und auch Klettergewandtheit; eine weitere Voraussetzung ist, dass die Felsen trocken sind.
Ausgangsort
Mortitx (390 m) zwischen Lluc und Pollença
Ausgangspunkt
der kleine, oft schon früh am Tag besetzte Parkplatz bei der Finca Mortitx an der Ma-10 bei Km 10,9 (wenige Parkmöglichkeiten auch neben der Straße)
Zufahrt
auf der Ma-10
Bus/Zug
Keine Bushaltestelle; Zu- und Rückfahrt eventuell per Taxi
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
450 m
Höchster Punkt
390 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Lluc und Pollença
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Zwischen Lluc und der Nordwestküste verbirgt sich ein weites, sehr verkarstetes und wild zerklüftetes Bergland mit spiten Felsformationen und wilden Schluchten. Die Kondition fordernde Auf-und-Ab-Wanderung vom Weingut Mortitx bis zum Meer zählt zu den schönsten, aber auch schwierigsten Touren, die auf dieser Webseite vorgestellt werden – umso mehr, wenn der Rückweg durch den felsigen Torrent de Mortitx erfolgt.

Wegbeschreibung:
Zur Cova de ses Bruixes: Wir starten beim Tor mit dem Schild »Vinyes Mortitx« (falls geschlossen, gelangt man rechts daneben auf Stufen über die Mauer). Wir gehen auf der Schotterstraße ins Gelände der Finca Mortitx, vorbei an einem Trafoturm, einem Tennisplatz und – etwas absteigend – an der Weinkellerei.
Achtung: Rechts befindet sich neben einem gemauerten Brunnen samt Wasserleitung (drei Mauerbögen) ein Leiter-Überstieg, den wir überwinden. Dahinter führt ein breiter Weg zwischen Weingärten zu einem Zauntor (wieder verschließen!), hinter dem ein Fahrweg verläuft. Auf diesem wenige schritte nach rechts, dann links zu einem Zaun mit Leiter-Überstieg (Tafel "Sortida"). Hinter dem Zaun wieder nach rechts und durch Wald, an einem weiteren Tor geradeaus vorbei. Dann biegen wir links auf einen steinigen Fahrweg ab (Infotafel), gehen einige Schritte sanft abwärts und zu einer weiteren Gabelung hinauf. Nun nach rechts und auf Pfadspuren (Steinmännchen beachten!) unter Kiefern über eine kleine Anhöhe. Die Steinmännchen und vereinzelte Farbzeichen leiten uns nun auf einer verschlungenen Fährte durch steiniges und verwachsenes Gelände nach Norden in die weite, flache Talmulde La Coma (340 m) hinab. Dort übersteigen wir einen Zaun und eine alte Mauer, dann gelangen wir über zwei erdige, freie Plätze zu einer weiteren Mauer (links Durchlass).
Dahinter durch einen Felseinschnitt auf einen flachen, steinigen Sattel, über dem sich rechts ein schlanker Felsturm erhebt. Geradeaus durch einen schmalen, ausgewaschenen Graben abwärts und über eine gestufte, etwa 4 m hohe (einfache) Kletterstelle auf einen ebenen Grasboden (rechts ist eine Umgehung auf einem alten Weg möglich, Steinmännchen und Farbpunkte beachten!). Rechts geht's auf eine Anhöhe und flach in einen Felssattel. Dahinter führt ein angelegter Weg durch den Hang und in Kehren steil in eine Senke neben einer bizarr verwitterten Felsformation (342 m) empor. Dort sieht man zum ersten Mal zum Meer.
Flach in die nächste Mulde weiter, über einige Felsstufen und Platten abwärts und über einen ebenen Grasboden. Über einen weiteren Sattel und dahinter zu einer alten Mauer mit kurzem Drahtzaun hinab. Es folgt ein steiler Abstieg über Felsstufen und -rippen, bis wir bei einem roten Pfeil auf den quer verlaufenden Camí del Rafal stoßen. Wir folgen diesem stellenweise gepflasterten Weg nach links und steigen am Fuße einer schroffen Felswand (»Voltes de l’Ullastre«) in teils sehr gut erhaltenen, aufgemauerten Kehren ab. Vor einem Felspfeiler nach rechts und durch hohes Disgras in einen Talkessel. Dort erreichen wir die Ruine der Finca Rafal d’Ariant (150 m).
1 h 30 min

Rechts hinter dem kleinen verfallenen Gebäude liegt ein flacher Grassattel, über den wir in eine weite Mulde gelangen. Rechts an der gemauerten Font de l’Hort vorbei, dann nach rechts und über ein Bachbett. Nun geht’s auf flachen, aber verzweigten Pfadspuren – immer links in einigem Abstand neben einer langen Mauer und zuletzt durch einen Mauerdurchlass – zum Coll de la Caleta, der Einsattelung südlich des 228 m hohen Grashügels Musclo de les Cordes. Dahinter auf einem gut sichtbaren Pfad abwärts. Schließlich steigt man links auf Pfadspuren durch den steilen Geröllhang und unter einem überhängenden Felsblock zur Caleta d’Ariant ab. Etwa 30 m über dem Meer klettert man am linken Rand der Bucht über eine steile, aber durch schmale Bänder und Stufen gegliederte Felsflanke auf eine schmale Gesteinszunge, die sich wie ein Laufsteg ins Meer vorschiebt. Von ihrer Spitze genießt man einen atemberaubenden Blick zu den beiden Felsportalen der Cova de ses Bruixes in den senkrechten Klippen des Musclo de les Cordes.
30 min

Rückweg auf der gleichen Route. Vorsicht nach der Ruine von Rafal d’Ariant, an der man links vorbei zu einem Feigenbaum geht und durch das Bachbett zum gepflasterten Camí del Rafal überquert. Der untere Bereich des Weges ist stark verwachsen, daher am besten bei einem roten Pfeil links weglos durch den steilen Grashang zu den Felsen hinauf, wo man die gepflasterte Trasse wieder erreicht. Besonders aufpassen muss man auch oberhalb der Felsabbrüche, gleich nach einem kleinen Sattel: dort bei einem roten Pfeil rechts abzweigen und steil hinauf – nicht geradeaus nach Osten gehen! Den weiteren Richtpunkt für den Rückweg bildet dann der ferne Felsbuckel des Puig Tomir.
2 h 30 min

Variante durch den Torrent de Mortitx: Von der Hüttenruine Rafal d'Ariant gehen wir rechts durch das Tal (Pfadspuren) mit einigen verdorrten Feigenbäumen zum Bachbett unter dem mächtigen Felsturm Bec d'Oca (»Gänseschnabel« – der »Schnabel« ist inzwischen leider abgebrochen). Rechts lohnt sich ein Blick in den glattgewaschenen Schluchtabschnott des Gorg des Bec d'Oca. Dann folgen wir dem meist trockenen Bachlauf nach links, also südwärts, zur nächsten felsigen Engstelle über dem Tümpel des Gorg Llarg, die wir nach etwa 30 min erreichen. Nahe der Hüttenruine beginnt übrigens ein direkter, mit Steinmännchen gekennzeichneter Zugang hierher.
Der Tümpel wird auf der linken Seite über steile, glatte Felsen umgangen (kleine Tritte und Griffe im Gestein erleichtern die kurze Kletterei). Dann geht's wieder einfach über abgeschliffenen Bachschutt und zwischen ausgewaschenen Tümpeln bachaufwärts weiter zur Einmündung des (ungangbaren) Torrent de s'Hort des Molí. Wir folgen links dem Torrent de Mortitx. der Aufstieg über Geröll und kleine Felsstufen bleibt weiterhin mühsam. Wir kommen durch eine kleine Talerweiterung, dann geht's nochmals steiler über Felsen und Schuttblöcke aufwärts. Nach gut 1 h Kraxelei wendet sich die Schlucht nach rechts, wo zwischen hohen Felstürmen der »Ausstieg« auf eine flaches, dicht mit Dissgras und Gebüsch bewachsenes Hochtal erfolgt.
Hier schlängelt sich ein verzweigter Pfad (Steinmännchen beachten!) zu einem Bachbett und kurz weiter zu einer Schotterstraße. Auf dieser marschieren wir links zu einer betonierten Furt und einem Tor (Leiter-Überstieg). Zuletzt gelangen wir neben ausgedehnten Weingärten wieder zur Finca Mortitx.
2 h 30 min