wandern mallorca

Sa Mola de s'Esclop (928 m) – von Westen

Art
Bergtour
Region / Ort
im Südwesten / Andratx
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
anspruchsvolle, aber landschaftlich sehr schöne und abwechslungsreiche Tour auf einen aussichtsreichen Gipfel. Die Route verläuft anfangs auf breiten Wegen und schmalen Pfaden, etwa die Hälfte der Strecke führt jedoch durch wegloses, grasiges und felsiges Gelände, das absolute Trittsicherheit und guten Orientierungssinn erfordert. Die Ersteigung des felsigen Gipfelaufbaus erfordert zudem Schwindelfreiheit. Die Route ist gut mit Steinmännchen markiert. Nur wenig Schatten.
Ausgangsort
Andratx im Südwesten Mallorcas
Ausgangspunkt
die Ma-10 am Pla de s'Evangelica, 1,6 km nordöstlich des Coll de sa Gramola
Zufahrt
auf der Ma-10 von Andratx oder Estellencs; beschränkte Parkmöglichkeiten entlang der Straße (keine Tore und Einfahrten verstellen)
Bus/Zug
keine öffentliche Verkehrsanbindung
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
600 m
Höchster Punkt
928 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Andratx und Estellencs
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Die hier vorgestellte Route auf einen der höchsten Berge im Südwesten Mallorcas soll Teil des Weitwanderweges GR-221 werden. Derzeit gibt es noch keine Beschilderung, sodass man auf Steinmännchen und das eigene Orientierungsvermögen angewiesen ist. Starten Sie also nur bei gutem Wetter – nur dann genießen Sie auch die einzigartigen Ausblicke, die sich schon im Aufstieg auftun. Das Gipfelpanorama zog schon im 18. Jahrhundert einen abenteuerlustigen Wissenschafter an: der französische Mathematiker François Aragó anno 1808 führte dort oben Vermessungen durch und hinterließ uns eine verfallene Hütte. Allerdings waren zu seiner Zeit auch Bauern rund um den Gipfel tätig – Reste von Hütten und Terrassen bezeugen ihren harten Arbeitsalltag. Heute gibt es nur noch ein bewirtschaftetes Anwesen am Fuße des breit hingelagerten Felsberges: Ses Alquerioles, dessen Umfeld wir umgehen.

Wegbeschreibung:

Aufstieg: Bei Km 104,4 zweigen wir beim Schild "Sa Coma de ses Selles" rechts auf eine schmale Asphaltstraße ab. Sie führt an einem Haus vorbei in den Wald hinauf und geht hinter einer kleinen Anhöhe in eine Schotterstraße über. Im sanften Auf und Ab geht's an einem weiteren Gebäude vorbei und und im Bogen um ein Hochtal herum. Nach einem Gatter wieder in den Wald. Vor dem dritten Anwesen (Gatter) rechts empor abbiegen (Steinmännchen) und gleich darauf links auf dem breiteren Fahrweg bleiben. Sanft aufwärts oberhalb der Finca vorbei und in ein bewaldetes Tal (Coma des Selles oder Cellers) hinein. Kurz in den Talgrund abwärts, dort geradeaus und über eine Rechtskurve hinauf. Bald biegt der Fahrweg im Tal scharf nach links ab, um gleich darauf vor dem Tor einer Wiese zu enden; ein kurzes Stück weiter oben steht eine grüne Stange.
Dort weisen Steinmännchen links auf einen schmalen, anfangs etwas verzweigten Pfad hin. Auf diesem steigen wir – uns etwas nach links haltend – durch den steilen, mit Gebüsch bewachsenen Hang an. Der Weg ist bald besser ausgetreten und führt im Zickzack oberhalb eines markanten Felsturms zu einem Zauntor empor. Ein paar Meter weiter oben gibt der Pas Gran rechts den Übergang auf einen schütter bewaldeten, felsig-zerklüfteten und schräg ansteigenden Rücken frei.
Über diesen steigen wir nun weglos, aber von gut gesetzten Steinmännchen und einzelnen roten Punkten begleitet, höher – genau auf den bereits sichtbaren Esclop zu. Zwischen Felsen, Dissgras und niedrigem Gebüsch erreichen wir eine Anhöhe. Kurz flach weiter, etwas nach rechts und an einem Avenc (Karstschacht) vorbei zu einem Zaun (Leiter-Überstieg). Nun sehen wir bereits das unter Bäumen verborgene Haus Ses Alquerioles (ca. 650 m), dem wir nun über die flachen Planes d'en Cabrit entgegengehen. Rechts haltend zu einem bewaldeten Sattel, dahinter kurz abwärts und im sanften Auf und Ab über das licht bewaldeten Plateau, bis man in einigem Abstand links am Haus vorbeiwandert.
Bald ermöglicht eine weitere Leiter das Übersteigen des Zauns. Dahinter einige Schritte nach nach rechts, wobei wir einige Kiefern am Zaun umgehen müssen, bis zu einem geschlossenen Zauntor. Davor nach links zu einem nahen, aus Steinen errichteten Brunnen. Rechts daran vorbei zu einer Hüttenruine, die wir links passieren. Dann nach rechts und durch hohes Gras in den Wald hinauf. Der Pfad schlängelt sich erst steil zwischen alten Terrassenmauern höher und erreicht eine Gabelung unter Felsen. Nach links und flach unterhalb der Wand weiter (umgestürzte Bäume), bis wir zum schmalen Felsdurchlass des Pas d'en Ponsa ansteigen.
Dahinter tut sich ein Blick zum Meer und bis zur Planícia auf. Nach rechts und weglos über den felsig-grasigen, unten noch von kleinen Kiefern bewachsenen Rücken empor (Steinmännchen beachten). Nach zwei steileren Passagen, die sich leicht über kleine Felsstufen erklettern lassen, gelangen wir – uns etwas nach rechts haltend – durch wegloses und etwas unübersichtliches Gelände auf eine schmale Hochebene unter dem schroffen Gipfelaufbau der Mola de s'Esclop (844 m). Alte Terrassenmauern, eine Hüttenruine und ein runder Dreschplatz künden davon, dass selbst dieses entlegene Gebiet einst landwirtschaftlich genutzt wurde.
Hier biegen wir rechts ab, gehen ca. 50 m eben weiter und steigen dann schräg nach links zu den obersten Terrassen an. Direkt unter den Felsen der Westflanke entdecken wir die Mauerreste einer verfallenen Viehkoppel. Kurz danach wenden wir uns nach links und erklimmen den felsigen Gipfelaufbau durch eine Art Rinne. Über Gesteinsstufen und durch weniger steiles Gelände gelangen wir schließlich auf den breiten Rücken des Berges: Rechts geht’s zur nahen Ruine einer Steinhütte, während wir links zur Gipfelsäule kommen.
2 h 30 min

Abstieg und Rückweg: Man kann nun natürlich auf derselben Route wieder hinunterklettern – interessanter ist aber die Überschreitung und Umrundung des Berges. Dazu gehen wir über den Rücken weiter nordwärts in die kleine Mulde vor dem Vorgipfel, wenden uns dort nach rechts (Steinmännchen beachten!) und steigen auf ausgetretenen Pfadspuren und über Felsstufen durch die steile Ostflanke ab. Im Zickzack und dazwischen etwas nach links haltend erreichen wir den Grashang unterhalb der Felsen, durch den wir rechts auf einem Pfad hinabwandern. Parallel dazu verläuft eine Mauer vom Gipfelaufbau nach unten. Sie verliert sich etwa 100 m vor dem breiten Sattel des Coll de sa Font des Quer (737 m), der direkt am Fuße des Felsberges Es Castellet liegt.
Wir biegen schon bei einem Steinmännchen am Ende dieser Mauer nach links ab und folgen einem schmalen, anfangs ebenen Pfad, der den nordseitigen Grashang zwischen dem Esclop, einer Geröllhalde und der Font des Quer (auffallender Baum) durchquert. Wir ignorieren einen rechts zur Quelle hinunterführenden Pfad und steigen zu einer Anhöhe mit einer großen Kiefer empor (schöner Blick zum Meer). Unterhalb einiger Felsbrocken, die vom Esclop herabgestürzt sind, und zwischen alten Terrassenmauern geht’s weiterhin bergauf, bis wir die kleine Ebene mit der Hüttenruine und dem runden Dreschplatz unter der Westflanke des Berges wieder erreichen.
Dort nach rechts und – stets auf die Steinmännchen achtend – auf der Anstiegsroute wieder zum Ausgangspunkt hinunter.
2 h 15 min