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La Trapa – der lange Weg von S'Arracó

Art
Wanderung
Region / Ort
im Südwesten / S'Arracó
Schwierigkeit
mittel
Charakter der Tour
lange und im ersten Teil sehr einsame, aber landschaftlich überaus eindrucksvolle und abwechslungsreiche Bergwanderung auf breiten Wegen und schmalen, an einigen Stellen schwer kenntlichen Pfaden, die Orientierungssinn und Trittsicherheit verlangen. Kaum Schatten.
Ausgangsort
S'Arracó zwischen Andratx und Sant Elm
Ausgangspunkt
der Friedhof von S'Arracó, der 1,5 km westlich des Ortes unterhalb des Coll de sa Palomera (Straßensattel) liegt
Zufahrt
aus Richtung Andratx auf der Ma-1030 über S’Arracó Richtung Sant Elm; Parkmöglichkeit beim Friedhof (Km 5).
Bus/Zug
Haltestelle der Buslinie 100 (Palma – Sant Elm) beim Friedhof. Man kann auch nach Sant Elm gehen und von dort per Bus zurückfahren.
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
insgesamt ca. 600 m
Höchster Punkt
440 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in S'Arracó und Sant Elm
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Der Weg von S'Arracó zu den Häusern über der Steilküste von Ses Basses ist als Variante des GR-221 vorgesehen. Derzeit braucht man noch eine gute Portion Abenteuerlust, um das einsame Gebiet zwischen dem Friedhof außerhalb des Ortes und der Steilküste von Ses Basses zu durchwandern. Doch der Lohn für diese ausgedehtne Rundwanderung, die den Rückweg über La Trapa einschließt, ist groß: Erst ist man auf verschlungender Fährte zwischen den Relikten längst verlassener Landgüter unterwegs, dann überraschen Aus- und Einsichten in die wilde Nordwestküste und zur Insel Dragonera, und schließlich genießen wir eine panoramaschwere Rast vor der Ruine eines Klosters, das zur Wanderherberge werden soll. Wer das "andere Mallorca" hinter den VIP-Buchten der reichen und Schönen kennenlernen möchte – hier ist die beste Gelegenheit dazu!

Wegbeschreibung:

Zum Mirador d'en Josep Sastre: Wir gehen auf dem asphaltierten Camí de Son Verí links neben dem Friedhof vorbei. Wo er sich nach links wendet, geradeaus auf der Schotterstraße weiter und zu einem Haus, das wir links auf einem Weg umgehen. In der Folge übersetzen wir einen flachen Waldgraben, kommen an einer verfallenen Hütte vorbei und gehen über eine kleine Anhöhe ins Tal des Torrent de Ca na Rosa hinein. Nach etwas Auf und Ab am Fuße der Serra d’en Torres geht’s über eine Rechtskurve abwärts, gleich danach zweigen wir links auf einem schmalen Pfad ab und erreichen die Talsohle bei einer weiteren Hüttenruine. Durch hohes Gras, zwischen einzelnen Kiefern und alten Mandelbäumen, gelangen wir taleinwärts, gehen über das Bachbett und erreichen jenseits einen quer verlaufenden Weg, dem wir nach rechts in einen Seitengraben folgen. Zwischen Terrassen kommen wir zu einem breiteren Weg, auf dem wir links weitergehen. Vorbei am Haus Can Farineta (mit runder Sonnenuhr) und auf dem breiten Zufahrtsweg ca. 100 m weiter, bis bei einem großen Johannisbrotbaum links ein schmaler Pfad abzweigt. Auf diesem gelangen wir zwischen kleinen Olivenbäumen über die Wiese in den Wald auf der anderen Seite des Talgrundes und dort rechts zu einer Schotterstraße.
Links abbiegen, eine Hauszufahrt ignorieren und in Kehren zum Haus Can Corso hinauf. Davor links empor und kurz darauf nochmal links abzweigen. Der breite, aber grobsteinige Weg führt westwärts zu einem bewaldeten Sattel empor (links kurzer Abstecher auf den Puig d’en Corso, 237 m), dann kurz flach dahin und in einer ansteigenden S-Kurve zu einem Felspass unter dem Puig d’en Guida. Dahinter wandern wir nun nach Norden – flach über dem tief eingeschnittenen Comellar des Sabaters in eine Mulde mit längst verlassenem Kulturland, in dem verdorrte Mandelbäume und einige Hütten zwischen alten Terrassenmauern stehen. Oberhalb der letzten Kiefern steigen wir durch freie Grashänge gegen den Coll des Bolcadors an (Rückblick zum Puig d’en Farineta) und gelangen an einer verfallenen Steinhütte (Caseta de l’Amo en Pep) vorbei auf die flache Anhöhe den Coll des Cucons (325 m).
Dahinter zieht der stellenweise aufgemauerte Weg links um eine Mulde herum und schlängelt sich gegen das weite und kahle Tal des Torrent de sa Font des Bosc hinab. Oberhalb einer Wildbach-Verbauungsmauer vorbei erreichen wir den Talgrund und damit den Beginn eines Fahrweges, der sich bald teilt. Wir folgen der rechten Fahrbahn, die erst steil, dann in weiten, flachen Kehren zur Caseta de ses Basses (361 m) hinaufführt. In der Nähe dieses kleinen Hauses erreichen wir einen groben Fahrweg, den Camí de ses Basses, der vom Coll de sa Gramola herüberführt. Wir folgen ihm scharf nach links, über eine S-Kurve empor und an zwei Abzweigungen vorbei.
Man kann nun geradeaus an einem weiteren Gebäude (Can Pep de Son Viguet) vorbei zum Ende des Fahrweges gehen und dem anschließenden Pfad unter einigen Kiefern folgen. Schöner ist es jedoch, vor dem Haus rechts auf einen breiten Weg abzubiegen und nach wenigen Schritten an seinem Ende links auf einen Pfad einzuschwenken. Er leitet uns – sanft ansteigend – durch freie und aussichtsreiche Grashänge oberhalb der Steilküste nach Nordwesten (toller Blick zu den Felsabstürzen von Ses Serres). Nach 400 m zweigt bei einem Steinmännchen rechts ein Stichpfad zu einem kleinen Aussichtshügel ab – dieser Abstecher lohnt sich allerdings kaum, sodass wir besser gleich links hinaufgehen, wo wir den Hauptweg bald wieder erreichen (Steinmännchen). Auf diesem weiter sanft durch die kahlen und felsigen Hänge über dem Meer bergauf, bis ein großer Steinhaufen die Abzweigung zu einem besondern Aussichtspunkt anzeigt: Rechts führt ein kurzer Pfad zum kleinen, gemauerten Mirador d’en Josep Sastre nahe der Punta Fabiola, der fast senkrecht über den gut 400 m hohen Küstenfelsen „klebt“. Bei klarem Wetter tut sich dort auch ein fantastischer Blick zur Insel Dragonera auf.
2 h 20 min

Weiter nach La Trapa: Zurück zur Abzweigung beim Steinhaufen geht’s sodann rechts weiter. Der Pfad zieht durch die freien Westhänge des flachkuppigen Puig de ses Basses und der Felsspitzen des Puntal des Forn dem Vall de Sant Josep entgegen. Stellenweise wird das vor Jahren von Waldbränden verwüstete Gelände wieder aufgeforstet. Nach ca. 1,5 km erreichen wir eine Schotterstraße, die rechts in Kehren zur Ruine des einstigen Klosters La Trapa (250 m) hinunterführt. Dort lohnt sich der kurze Abstecher zum kreisrunden Dreschplatz und einem darunter gelegenen Mirador, von dem man nicht nur die Dragonera, sondern auch die Cala en Basset und ihren alten Wachturm erblickt.
40 min

Wieder zurück auf der Schotterstraße. Wir wandern wieder bis zur Einmündung unseres Zugangspfades hinauf und rechts (versteckter Wegweiser „Sant Elm, S’Arracó“) zum nahen Coll de ses Ànimes (365 m). Dahinter schlängelt sich der Fahrweg südseitig in vielen Serpentinen durch einen felsigen Graben zu den Anwesen Sa Palomera und Can Borràs hinunter. Dort treffen wir auf eine quer verlaufende Schotterstraße, den Camí de sa Font dels Morers, der vom Haus Can Tomeví bei Sant Elm herüberführt. Wir folgen ihm nach links, etwas ansteigend, zum flachen Coll des Cairats. Weiter geht's am Fuße der Felswände des Puig d’en Farineta und – wieder sanft bergauf – zwischen einigen Häusern zur Hauptstraße am Coll de sa Palomera. Gleich hinter der folgenden Straßenkehre (Abkürzungspfad) liegt der Friedhof von S’Arracó.
1 h 30 min

Schwierigere Abstiegsvariante: Wer schwindelfrei ist und von La Trapa nach Sant Elm absteigen möchte, kann dies auf jenem Pfad tun, der nur wenige Schritte oberhalb der Klosterruine rechts vom Fahrweg abzweigt (Wegweiser). Er führt durch Grashänge auf eine nahe Anhöhe (Infotafel), jenseits über eine kurze abschüssige, aber durch teils künstliche Stufen gangbar gemachte Felspassage hinab und danach links in eine Mulde. Weiter geht’s flacher zu einem kleinen Felspass und durch Waldhänge zu einer Forststraße, die überquert wird (rechts stehen zwei Steinpfosten). Bald danach erreichen wir die Wiese um das Haus Can Tomeví: Geradeaus kommen wir auf dem Camí de Can Tomeví in 15 min nach Sant Elm, links in derselben Zeit ins Gebiet von Sa Palomera, wo der Fahrweg von La Trapa einmündet.
1 h 15 min