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Stadtrundgang in Palma – zu den Innenhöfen

Art
Stadt-/Ortsrundgang
Region / Ort
im Südwesten / Palma
Schwierigkeit
leicht
Charakter der Tour
einfacher Stadt-Spaziergang
Ausgangsort
Palma
Ausgangspunkt
Plaça Cort beim Rathaus im Stadtzentrum
Zufahrt
zu den Altstadt-Parkgaragen; von dort zu Fuß in 10 – 20 min zum Ausgangspunkt.
Bus/Zug
Der Ausgangspunkt ist von den Bahnhöfen bzw. dem Busbahnhof an der Plaça d'Espanya zu Fuß in etwa 15 min erreichbar.
Gehzeit
bis 2h
Höhenunterschied
gering
Höchster Punkt
30 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Bars/Restaurants im Bereich der Altstadt
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Patis – auf kastillisch Patios – zählen zu den charakteristischen Besonderheiten der Altstadt von Palma. Die meisten diese Innenhöfe entstanden zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert in den noblen Stadthäusern der Adeligen, Händler und Großgrundbesitzer. Ein interessanter Rundgang verbindet einige der etwa 60 Stadthäuser, die über einen solchen Pati/Patio verfügen, miteinander. Wer ihn unternimmt, lernt die Stadt und ihre Geschichte unter einem ganz eigenen Aspekt kennen – und kann auch einige interessante Museen besuchen.

Wegbeschreibung:

Wir starten an der Plaça Cort, beim großen Olivenbaum vor der barocken Fassade des Rathauses von Palma. Auf seiner Straßenseite bleibend folgen wir dem Carrer de Palau Reial, vorbei am neugotischen Sitz des Consell Insular de Mallorca. Am links abzweigenden Carrer de l'Almudaina sind zwei Stadthäuser mit schönen Innenhöfen zu sehen: Can Oms (Nr. 7) mit seinen Bögen auf ionischen Säulen und Kapitellen sowie Can Bordils (Nr. 9). Dieses Gebäude stammt aus dem Mittelalter, wurde aber mehrmals verändert und im 20. Jahrhundert nochmals umgebaut (heute Teil des Stadtarchivs).
Wieder zurück, weiterhin entlang dem Carrer de Palau Reial und an der zweiten Abzweigung scharf nach links (Carrer Estudi General). Dort birgt Can Alemany einen Pati mit einer gotischen Treppe, Säulen mit achteckigem Sockel (frühes 18. Jahrhundert) und einer Galerie aus dem 19. Jahrhundert.
Rechts führt ein kurzer Abstecher in den Carrer de Sant Roc zum Estudi General Lul•lià aus den 1950-er Jahren (barock geprägter Innenhof, Kulturzentrum, Centro de Visitantes mit Infos über die „Route der Innenhöfe“). Geradeaus auf dem Carrer Estudi General gelangt man dagegen zum Portal von Can Llorenç Villalonga (Nr. 15). Hier lebte einer der bedeutendsten katalanischen Romanciers des 20. Jahrhunderts.
Danach zweigen wir links auf den Carrer de Zanglada ab. Das dort gelegene Can Marquès (Nr. 2) ist eines der schönsten Stadthäuser, das durch den Umbau eines früheren Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert entstand. Unter dem Einfluss des Modernisme wurde sein Innenhof mit einem Glasdach abgedeckt. Man kann das Haus besichtigen und dem mallorquinischen Grossbürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachspüren (Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 15 Uhr).
Rechts auf dem Carrer de l'Almudaina weiter, dann links auf den Carrer d'en Morey einschwenken und bis zur Plaça de Santa Eulàlia. Can Amorós (Nr. 1) birgt einen sehr schönen Innenhof, in dem barocke Bögen und seine roten Marmorsäulen erhalten blieben.
Wieder auf dem Carrer d'en Morey zurück zum Haus Nr. 5: Can Ordines d'Almadrà verfügt über einen besonders interessanten Pati – im Portal des rechts gelegenen Studios sieht man spätgotische Skulpturen. Als Kuriosität gilt der römische Grabstein unter der Treppe, der bei der Renovierung zum Vorschein kam. Weiter zum Haus Nr. 9, Can Olesa: Das monumentale Barockgebäude zeigt ionische Säulen mit konvexem Schaft, weite Bögen, eine Loggia und schmiedeeiserne Treppengeländer.
Von der nächsten Abzweigung links auf dem Carrer de la Portella zum Haus Nr. 4: Can Pasqual bietet ein gutes Beispiel für den Eklektizismus vieler Innenhöfe Palmas; es besitzt eine Treppe aus dem 19. Jahrhundert, neogotische Fenster und barocke Säulen. Etwas weiter unten erreichen wir Ca la Gran Cristiana, in dem heute das Museu de Mallorca untergebracht ist. Sein Innenhof geht auf einen frühgotischen Vorgängerbau zurück, birgt aber auch barocke Stilelemente (die Balkone des herrschaftlichen Geschosses und die Bögen des Vestibüls) und neugotische Fensterrahmen am Dachboden (Öffnungszeiten: Di – Sa 10 – 19 Uhr, So 10 – 14 Uhr).
Die nächste Station ist das Gebäude Nr. 8: Can Espanya Serra mit seiner grossen neugotischen Freitreppe. Im benachbarten Haus Nr. 9, Can Morey-Sant Martí, ist die Wohnung und das Werk des 1993 verstorbenen Malers Joaquin Torrents Lladó zu besichtigen; in seinem malerischen Innenhof fallen eine Steinmauer und eine neugotische Galerie auf (Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa/Fei 10 – 14 Uhr).
Cal Marquès de la Torre (Nr. 14) birgt den letzten Innenhof des Carrer de la Portella. Der Renaissancebau entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Martín Gil de Gainza, der auch den Bau der Stadtmauern plante, und wurde später mit einer großen eliptischen Freitreppe ergänzt.
Wir gehen nun wieder auf dem Carrer de la Portella zurück und biegen dann rechts auf den Carrer de Formiguera ab. Dort finden wir Can Formiguera, ein großes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das auch als „Compte Mal“ bekannt ist. Eindrucksvoll sind sein Balkon, das weite Schutzdach und die kleine Brücke über den Carrer de Can Serra, der die beiden Hauptgebäude des Anwesens miteinander verbindet. Ganz in der Nähe befinden sich die Banys árabs, die „Arabischen Bäder“. Wir folgen dem Carrer de Can Serra bis zum Carrer de Sant Alonso, an dem Can Vanrell (Nr. 1) steht – klein, mit seinen ionischen Marmorsäulen und elliptischen Bögen aber sehr repräsentativ für die Innenhöfe des 18. Jahrhunderts. Vorbei an einem Modernisme-Gebäude kommen wir zum Haus Nr. 1 des Carrer Muntaner, Can Muntaner, wo die Holztäfelung der Decke des Korridors und ein Bogen, der ihn von der Treppe trennt, zu sehen ist.
Wir schwenken nun vom Carrer de Sant Alonso auf den engen Carrer del Vent ein und besuchen Can Lladó, ein Gebäude aus dem Mittelalter mit schöner Holzvertäfelung im Korridor und einem Innenhof mit trapezförmigem Grundriss. Auf dem Carrer del Vent erreichen wir den Carrer de Monti-Sion, an dem die gleichnamige Barockkirche liegt. Wir queren die Straße und gehen auf dem Carrer de la Criança zum gleichnamigen Haus Nr. 13, das aus dem 16. Jahrhundert stammt. Dann biegen wir links auf den Carrer del Sol ab und erreichen das Casal del Marquès del Palmer (Nr. 7) mit seiner monumentalen Renaissance-Fassade – ein einzigartiges Beispiel für Mauerverzierung. Nicht weit davon entfernt finden wir eines der interessantesten Herrenhäuser in Palmas Altstadt: Cal Comte de la Cova. Es zeigt noch die Architektur der ältesten gotischen Innenhöfe, die Holzvertäfelung des Korridors, Säulen mit achteckigem Sockel und eine Treppe in spätgotischem Stil.
Wir folgen dem Carrer del Sol, bis wir scharf rechts auf den Carrer del Pare Nadal abbiegen und bald darauf zur Plaça de Sant Francesc kommen. Dort lohnt sich ein Blick in den geräumigen Innenhof von Can Coll, auch Can Moragues del Racó genannt. Er wurde im 20. Jahrhundert umgebaut, weist aber noch eine große barocke Freitreppe und eine schmiedeeiserne Balustrade auf. Natürlich sollte man auch die großartige Kirche Sant Francesc mit ihrem gotischen Kreuzgang besuchen.
Wir folgen links der Kirche dem Carrer de Troncoso und biegen links auf den Carrer de Savellà ab. Am Haus Nr. 23 sehen wir das Portal von Can Ribes de Pina; im Hof dahinter erkennt man noch Bauelemente des 17. Jahrhunderts. Links (Nr. 15) liegt Can Catlar del Llorer – ein Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, das gemeinsam mit Cal Comte de la Cova als das wichtigste Beispiel für einen frühgotischen Innenhof gilt. Man sieht hier achteckige Säulen und schmucklose Bögen. Einen Kontrast dazu bietet das nahe gelegene Can Vivot (Nr. 4) mit seinen Säulen aus rotem Marmor, korinthischen Kapitellen, weite Bögen und einer monumentalen Treppe mit schmiedeeisernem Geländer.
Zuletzt geht’s nach links, seitlich an der gotischen Kirche Santa Eulàlia vorbei. Vom Platz davor gelangen wir rechts auf dem schmalen Carrer Cadena wieder zur Plaça Cort zurück.
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