wandern mallorca

Sa Mola de s'Esclop (927 m) – von Nordosten

Art
Bergtour
Region / Ort
im Südwesten / Estellencs
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
Anspruchsvolle, aber landschaftlich großartige Bergtour mit einem anstrengenen Aufstieg. Die Route verläuft auf auf einer Schotterstraße, Bergpfaden und stellenweise durch wegloses, verwachsenes und felsiges Gelände; im Gipfelbereich ist eine kurze Kletterpassage im Schwierigkeitsgrad I zu meistern. Bei Nebel ist vor allem der Aufstieg schwer zu finden! Der Abstieg über die Coma d’en Vidal ist einfacher. Anfangs und ab Coma d'en Vidal wieder beschildert, dazwischen nur stellenweise Steinmännchen und Farbpfeile. Wenig Schatten.
Ausgangsort
Andrtatx bzw. Estellencs
Ausgangspunkt
Die Küstenstraße zwischen Andratx und Estellencs bei Km 97
Zufahrt
Auf der Ma-10 von Andratx (14 km) oder von Banyalbufar über Estellencs (11 km). Sehr eingeschränkte Parkmöglichkeit neben der Straße
Bus/Zug
Keine öffentliche Verkehrsverbindung zum Ausgangspunkt
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
650 m
Höchster Punkt
927 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Bars und Restaurants in Estellencs, Restaurant beim Mirador des Grau an der Küstenstraße bei Km 98
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Mola de s’Esclop nennen ihn die Einwohner von Estellencs – einen gewaltigen Holzschuh. Tatsächlich zeigt sich der Berg, der die Tausendmetermarke um 73 m verpasst, von allen Seiten als gewaltiger Felsbuckel. Kaum zu glauben, dass er sogar einmal bewohnt war: Knapp unterhalb des höchsten Punkes stehen noch die Ruinen einer Steinhütte, die der französische Mathematiker François Aragó im Jahre 1808 als Stützpunkt für Vermessungstätigkeiten Richtung Eivissa (Ibiza) benützte. Nahrung, Wasser und Instrumente musste er selbst hinaufschleppen, und obendrein wäre er als vermeintlicher Spion Napoleons beinahe ermordet worden.
Das wird heute niemandem mehr passieren. Anstrengend ist die „Expedition“ auf den Esclop jedoch allemal, zumindest beim Aufstieg: In der Mulde hinter der Serra des Pinotells verschwindet man beinahe im hohen Dissgras - und zuletzt erwartet Sie noch ein kleines Kletterabenteuer durch die steile, aber gut gestufte Schwachstelle im schroffen Wandgürtel unter dem Gipfelplateau. Doch die Aussicht und die packenden Landschaftseindrücke unterwegs lohnen den Aufwand. So staunt man gleich beim „Einstieg“ zum Picknickplatz Son Fortuny über 200 m hohe Felsbastionen, die auch in den Dolomiten eine gute Figur machen würden. Dahinter genießt man die Einsamkeit, die über dem von vielen Zwergpalmen bewachsenen Gebiet zwischen dem Esclop und dem Galatzó liegt. Vor dem Gipfelaufstieg rastet man vielleicht am Fuße der zerfallenden Penya Blanca. Selbst dort oben wurde noch Landwirtschaft betrieben - ein verfallenes Gebäude und alte Terrassen erinnern noch an das harte Bergbauernleben.
Wegbeschreibung:
Auf die Mola de s’Esclop: Nahe dem Km-Stein 97 zweigt bergseitig eine Schotterstraße ab (Wegweiser „Boal de ses Serveres, Puig de Galatzó“). Auf ihr wandern wir ins Gebiet der öffentlichen Finca Son Fortuny hinauf. Bei einer Abzweigung nach links und unterhalb der burgartigen Felswände der Penyals des Morro zu einem Picknickplatz.
Nicht geradeaus durch das Tor weiter, sondern rechts zur grasgedeckten Hütte, hinter der ein breiter Weg rechts in ein Tal zieht. Er verengt sich bald zum Pfad (Pas des Cossi), der sich durch einen felsigen Hang in ein Waldbrandgebiet (Aufforstung) zu einer beschilderten Wegteilung hinaufschlängelt. Nach rechts abzweigen und – ab hier ohne Wegweiser – erst eben, dann schräg ansteigend auf einem schmalen und teilweise verzweigten, aber gut erkennbaren Pfad aufwärts (Steinmännchen). Zwischen zwei Steinblöcken durch auf den Coll de sa Moleta Rasa (572 m), den freien Rücken zwischen dem Galatzó und dem Esclop. Nun weglos, immer den Steinmännchen folgend, rechts über die Hochfläche (Felsplatten, Gras), links auf Steigspuren den Hang hinab und unter einigen Kiefern in die Mulde unter der Moleta des Pinotells. Im Auf und Ab durch hohes Gras ins nächste Tal und unterhalb niedriger Felswände zur Einmündung des beschilderten Pfades, der von der Finca Galatzó heraufziegt.
Auf diesem rechts weiter zu einer Mauer empor, links zu einem freistehenden Baum und dann im Zickzack (verzweigte Pfadspuren) durch den Grashang zu einem Sattel hinauf. Dort steht rechts eine Mauer mit einem Drahtzaun, hinter der wir beim Rückweg nach Sa Coma d’den Vidal hinunterwandern.
Zuvor aber steigen wir links darüber zwischen Bäumen zum ebenen Pla de s’Esclop hinauf: Links steht die Ruine der Caseta de s’Esclop, rechts erhebt sich der markante Felskopf des Castellet (auch Penya Blanca genannt). Weiter geht's zum flachen Sattel des Coll de sa Font des Quer (743 m). Links der teilweise zerfallenen Mauer, die direkt zum Esclop führt, wandern wir auf verzweigten Steigspuren bergauf. Dann links durch den steilen Hang zum grasdurchsetzten Mittelteil seiner Felsflanke, der über mehrere kurze Gesteinsstufen erstiegen wird (Steinmännchen beachten). Oben nach links und über das steinige, sanft ansteigende Hochplateau zur Vermessungssäule auf dem höchsten Punkt des Esclop (927 m). Weiter nach Süden zur nahen Hüttenruine und zu einem Vorgipfel, von dem man den besten Ausblick nach Süden genießt.
2 h 30 min

Abstieg über die Coma d’en Vidal: Zunächst auf der gleichen Route wieder hinunter (Richtpunkt: die kleine, teilweise grasige Ebene rechts unterhalb des Gipfelplateaus - von ihrem vorderen Ende zieht der Steig in die Felsflanke hinab). Am Coll de la Font des Quer vorbei und zur erwähnten Mauer mit dem Drahtzaun vor der Serra des Pinotells hinab. Achtung: Der Pfad führt hier nach rechts – wir wenden uns jedoch nach links und übersteigen die etwa 1 m hohe Mauer (Zaunlücke). Dahinter beginnt ein Karrenweg, der sich nach links wendet. Wir folgen ihm ins Tal von Vidal hinab, biegen bei der ersten Abzweigung links ab und erreichen 15 Min. nach der Mauer die Häuser von Sa Coma d’en Vidal (550 m). Das Balearischen Tourismusministerium (Conselleria de Turisme del Govern de les Illes Balears) hat sie erworben und plant hier eine Unterkunft bzw. ein Naturschutzzentrum. Wir folgen dem Fahrweg weiterhin, erst flach und dann in Serpentinen (schöne Sicht zur Küste) zu einem Wassertank hinab. Kurz danach erreichen wir bei einer Abzweigung die Aufstiegsroute, auf der wir links zum nahen Ausgangspunkt hinuntergehen.
1 h 30 min – 2 h