wandern mallorca

Illa de sa Dragonera – Na Pòpia (353 m)

Art
Wanderung
Region / Ort
im Südwesten
Schwierigkeit
leicht
Charakter der Tour
Einfache Bergwanderung auf breiten Wegen. Kurze abgerutschte Stellen im oberen Felsbereich erfordern etwas Trittsicherheit, und über den senkrechten Felsabbrüchen beim Gipfel-Leuchtturm ist besonders mit Kindern große Vorsicht geboten.
Ausgangsort
Sant Elm im Südwesten Mallorcas
Ausgangspunkt
Der Hafen
Zufahrt
Von Palma über Andratx. Gebührenparkplatz am Ortsbeginn.
Bus/Zug
Überfahrt: Das Boot „Margarita“ fährt von Oktober bis Juni Mo-Sa und ab Mai auch So stündlich zwischen 10.15 Uhr und 13.15 Uhr, von Juli bis September Di/Mi/Do/Sa/So zu den gleichen Zeiten sowie um 14.45 Uhr, Rückfahrt nach Vereinbarung (Tel. 639/617545 oder 696/423933). Auch das Watertaxi fährt zur Insel, und zwar vormittags zur vollen Stunde (Tel. 971/100866).
Gehzeit
bis 3h
Höhenunterschied
353 m
Höchster Punkt
353 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Auf der Insel keine; Bars und Restaurants in Sant Elm
für Kinder geeignet
ja
Rundtour
nein

Vor der Westspitze Mallorcas sind die Drachen los: Zu tausenden krabbeln sie übers Gestein, rascheln im Gras – und sonnen sich schon einmal zwischen den Bändern der Wanderschuhe. Die kleinen, graugrünen und schrecklich neugierigen Gesellen gehören zu einer endemischen Subspezies der Eidechse, die nur auf der Illa de sa Dragonera lebt. Ob ihnen das 4,2 km lange, bis zu 900 m breite und Felsriff gegenüber von Sant Elm den Namen „Dracheninsel“ verdankt? Oder fühlten sich die Menschen durch seine gezackte, bis zu 353 m hoch aufragende Kammlinie an ein geschupptes Fabeltier erinnert? Geologisch gesehen handelt es sich bei diesem Mini-Gebirge, das auf seiner Nordwestseite mit wilden, stellenweise sogar überhängenden Felswänden zum Meer hin abbricht, um eine Fortsetzung des Kalkzuges der Serra de Tramuntana. Der nur 800 m breite Canal des Freu, die Wasserstraße, die es von Sant Elm trennt, ist für seine unberechenbaren Strömungen berüchtigt: Hier sanken schon in der Antike Schiffe.
1995 erklärte die Inselregierung Dragonera und auch das Meer rundherum zum Naturpark – das Ergebnis eines heftigen Kampfes vieler Umweltschützer gegen ein riesiges Hotelprojekt. So blieb das kleine Paradies weiterhin unbewohnt – und „gehört“ nur den Wanderern, die mit dem Boot herüberschippern. Eine schmale Aspaltstraße durchquert die ganze Länge der Insel zwischen den Leuchttürmen am Cap de Tramuntana („Kap des Nordwinds“) und dem Cap des Llebeig („Kap des Südwestwinds“), ein stellenweise gepflasterter Weg windet sich in vielen Kehren zum alten Leuchtturm auf der höchsten Spitze (Na Pòpia) hinauf. Wer hier unterwegs ist, genießt nicht nur die unberührte mediterrane Vegetation, sondern kann auch Fischadler, Turmfalken und Korallenmöwen beobachten (letztere gehören zu den weltweit am meisten bedrohten Tierarten). In den Küstenfelsen nisten auch Silbermöwen, Kormorane und Sturmtaucher, außerdem lebt auf Dragonera die größte Eleonorenfalken-Kolonie der gesamten Balearen.
Wegbeschreibung:
Zum Far Vell auf dem Gipfel Na Pòpia: Gleich oberhalb des Infohauses am Hafen der Cala Lledó befindet sich eine Wegkreuzung. Dort folgen wir dem Schild „Na Pòpia – es Far Vell“ nach links und wandern auf dem Asphaltweg durch ein Gatter und über eine kleine Brücke. Nach 10 Min. zweigen wir rechts auf einen breiten Schotterweg ab (Wegweiser „Es Coll Roig, Na Pòpia, es Far Vell“). Er schlängelt sich durch eine Maueröffnung in Kulturland hinauf und passiert ein kleines Gebäude. Am oberen Ende des ummauerten Grundstücks gelangt man zum Sattel des Coll Roig (erster Tiefblick über die nordwestseitige Steilküste). Dort nach links und auf dem aufgemauerten Weg in vielen Kehren durch den steilen, felsigen und mit Buschwerk aus Ölbaum und Steinlinde bewachsenen Gipfelhang empor. Schließlich erreicht man neuerlich die Gratkante und nach einigen weiteren Serpentinen das verfallene Gebäude unter dem Gipfel-Leuchtturm. Kurz weiter, bis der Weg an einer schrägen Felsplatte endet. Über diese kann man rechts den höchsten Punkt des Berges (353 m) erklimmen.
1 h 30 min

Abstieg auf der gleichen Route.
1 h

Weitere Wandermöglichkeiten: Eine ganz kurze Route über Na Miranda umrundet das Gebiet über der Cala Lledó (30 min), dabei kann man auch den Abstecher zur Cova des Moro „anhängen“. Etwas weiter ist der Ausflug zum Cap de Tramuntana verlängern (1 h hin und retour). Der Weg zum Cap des Llebeig mit seinem alten Wachturm nimmt hin und retour 2 h 30 min – 3 h in Anspruch, bei dieser Tour lohnt sich auf jeden Fall der kurze Abstecher zur Cala Cucó. Alle anderen Gebiete der Insel dürfen nicht betreten werden!