wandern mallorca

Puig de Galatzó (1026 m) – von Puigpunyent

Art
Bergtour
Region / Ort
im Südwesten
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
Beliebte Bergtour auf stellenweise schmalen Pfaden und über kurze Felspassagen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Wegweiser sowie einzelne Farbmarkierungen und Steinmännchen. Bei der Variante über den Südgrat nur Steinmännchen. Kaum Schatten. Die wesentlich schwierigere Routenvariante über den Südgrat ist weglos und weist kurze Kletterstellen (Schwierigkeitsgrad I) auf.
Ausgangsort
Puigpunyent
Ausgangspunkt
Das Haus Es Cucui (ca. 500 m), ca. 3 km nordwestlich über Puigpunyent
Zufahrt
Von Palma auf der Ma-1040 nach Establiments, links auf der Ma-1042 bzw. der Ma-1041 nach Puigpunyent. Kurz weiter Richtung Galilea, bei der südlichen Ortseinfahrt rechts auf eine asphaltierte Seitenstraße abbiegen und den Wegweisern "Parc de Natura – La Reserva Puig de Galatzó" in ein Waldtal folgen. Nach ca. 3 km beim Haus Es Cucui neben der Straße parken.
Bus/Zug
Keine öffentliche Verkehrsverbindung
Gehzeit
bis 4h
Höhenunterschied
500 m
Höchster Punkt
1026 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Bars und Restaurants in Puigpunyent
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Si el Galatzó du capell i l’Ofre gorra... Wenn der Galatzó einen Hut aufhat und der l'Ofre eine Mütze - dann, so sagt eine alte Bauernregel, soll jeder rennen, wenn er nicht naß werden möchte. Der markante Felsdreikant zwischen Puigpunyent, Capdellà und Estellencs, der südlichste „Tausender“ der Serra de Tramuntana, gilt aber nicht nur als Wetterberg: Um seinen Gipfel spukt nach dem Volksglauben der ruhelose Geist des „Comte Mal“, eines adeligen Menschenschinders, den es tatsächlich gegeben hat: Der 1694 verstorbene Pere Ramon de Safortesa war der verhasste Herrscher über Santa Margalida, der selbst Richter und Stadträte kaltblütig ermorden ließ. Wie das ganze Gebirge trug auch der Galatzó einst einen dichten Waldmantel, doch der kaiserliche Admiral Andrea Doria ließ das Holz im 16. Jahrhundet für den Schiffsbau schlagen.
Mehr Glück bringt der Felsdreikant den Bergsteigern, zumindest bei gutem Wetter: Dann überblickt man von seinem Gipfel die halbe Insel, läßt das Auge bis nach Palma schweifen und entdeckt vielleicht sogar die Küstenlinie der Nachbarinsel Eivissa (Ibiza). Allerdings setzt schon der gebräuchlichste Gipfelsteig Bergerfahrung voraus. Noch um einiges anspruchsvoller - und auch weitaus schwieriger zu finden - ist die Route über den Südgrat: ein Abenteuer zwischen Himmel und dem tiefblauen Meer, gespickt mit scharfkantigen Kletteraufschwüngen, akustisch begleitet vom Meckern der halbwilden Ziegen und dem Geschrei der Pfauen, das von der Reserva Puig de Galatzó heraufdringt.
Wegbeschreibung:
Auf den Puig de Galatzó: Vom Haus Es Cucui rechts – nach Norden – auf der unbeschilderten Straße zu einem Steinbruch hinauf. Nach ca. 2 km – bei der zweiten Abzweigung nach dem Steinbruch – rechts abzweigen und auf dem bald ungeteerten Fahrweg noch 300 m zur Font des Pí.
Von dieser eingefaßten Quelle geht es links auf einem steilen, von Zäunen eingefaßten Schotterweg (Camí des Coll des Carnisseret) aufwärts. An der folgenden, unmarkierten Abzweigung scharf nach rechts und nach weiteren 100 m links (Pfeil) abbiegen. Nun wandert man auf einem schmalen, stellenweise verzweigten Pfad durch Steineichenwald und später über den freien, mit Gebüsch bewachsenen Hang auf den Coll des Carnisseret (698 m, lange Steinmauer, in der Nähe steht ein Feuerwacheturm).
Links kurz auf dem Kamm hinauf, bei einem Grenzstein (Pfosten) jedoch nach rechts in den Nordosthang queren. Bald steigt man über eine Schutthalde und unter dem hohen, nicht zu übersehenden Felsturm (Es Bisbe) vorbei zur Abzweigung bei einer zerstörten Brandwachehütte oberhalb des Pas de na Sabatera an. Hier links abbiegen und in steilen Serpentinen bzw. über einige Felsstufen durch die Nordseite des Puig de Galatzó hinauf. Zuletzt an einem Felsloch vorbei und unterhalb einer schrägen Wand zur Vermessungssäule auf dem Gipfel (1026 m).
1 h 50 min

Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route.
1 h 30 min

Klettervariante über den Südgrat: Von der letzten Abzweigung unterhalb der Font des Pi folgt man der Asphaltstraße nach Westen durch den Wald. Zwei rechts abzweigende Seitenstraßen ignorieren, dann links auf einen Schotterweg zu einem versperrten Tor. Rechts auf die Mauer klettern und um den Zaunpfahl herumturnen. Kurz auf dem Fahrweg weiter, bis er links abwärts führt (Steinmännchen). Dort rechts weglos durch den verwachsenen Hang und links auf Steigspuren zur breiten, schon von unten sichtbaren Scharte zwischen den Felsabbrüchen des Puig de Galatzó. Kurz vor der Mauer unterhalb der Scharte beginnt ein Pfad, der sich jedoch bald wieder verliert. So klettert man schräg rechts (oberhalb der höchsten Bäume) durch die steile Gras- und Felsflanke zum Südgrat, auf dem man zum Vorgipfel ansteigt. Aus der folgenden Scharte weisen Steinmännchen die beste Route über den zunächst sehr steilen, aber gut gestuften Grat hinauf. Schließlich erreicht man durch eine Mulde den höchsten Punkt.
Ca. 2 h, Abstieg auf dem Normalweg.