wandern mallorca

Puig de Galatzó (1027 m) – von der Finca Galatzó

Art
Bergtour
Region / Ort
im Südwesten / Es Capdellà
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
sehr lange und anstrengende, aber landschaftlich traumhafte Bergtour. Nach dem Zugang auf einer Schotterstraße folgt man alten, stellenweise verwachsenen Wegen und verzweigten Pfadspuren; im oberen Bereich sind weglose Passagen und leichte Kletterstellen im zerklüfteten Felsgelände zu meistern – sehr gutes Orientierungsvermögen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt Voraussetzung für diese Tour! Beim Abstieg muss man ebenfalls eine unmarkierte, teils weglose Etappe überwinden. Schatten nur im mittleren Bereich und im Tal. Keinesfalls bei Nebel gehen – man verirrt sich sehr leicht im weitläufigen Gelände!
Ausgangsort
Es Capdellà (160 m) zwischen Andratx, Peguera und Calvià.
Ausgangspunkt
Torrent de Galatzó nördlich von Es Capdellà (160 m)
Zufahrt
von Es Capdellà auf der Ma-1032 Richtung Galilea/Puigpunyent; vor der Brücke zwischen km 2 und km 3 links auf die Schotterstraße abzweigen (Tafel „Finca Pública Galatzó“) und ca. 500 m zum Parkplatz vor dem Tor der Finca.
Bus/Zug
Bushaltestelle in Es Capdellà. Von dort wandert man zu Fuß auf dem anfangs asphaltierten, dann geschotterten Carrer de Galatzó (als GR-221 beschildert) in 40 min zur Finca Galatzó.
Buslinien 110A, 110B und 111
Gehzeit
bis 8h
Höhenunterschied
1000 m
Höchster Punkt
1027 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Es Capdellà
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Nur für sehr versierte Bergsteiger: Dies ist die längste und anspruchsvollste, aber wohl auch die schönste Route über den südlichsten „Tausender“ der Serra de Tramuntana. Sie führt von Süden auf den legendenumwobenen Berg – aus dem Tal der Finca Galatzó und durch längst verlassenes Kulturland, das sich an die schroffen Ausläufer des Massivs schmiegt. Weiter oben muss man ein wenig Hand an den Fels legen: hinauf zum Südkamm und auf der stellenweise schmalen, für versierte Bergsteiger aber gut gangbaren Schneide. Dort begeistert der Blick nach Osten zum benachbarten Esclop und auf der anderen Seite über das Bergland von Puigpunyent, bis dann ganz oben auch die Nordwestküste ins Blickfeld kommt.
Der Abstieg erfolgt teils auf beschilderten Pfaden, dazwischen ist jedoch nocheinmal ein unmarkiertes Wegstück im hohen Dissgras mit einem kurzen Gegenanstieg zu bewältigen. Man könnte beim Abstieg zwar vollständig auf beschilderten Wegen bleiben – das würde allerdings einen Umweg über die Coma d'en Vidal und einen längeren Gegenanstieg erfordern (ca. 1 h 30 min mehr).

Wegbeschreibung:

Wir gehen durch das Eingangstor (Infotafel über die Wanderwege des Gebiets) und auf der kaum ansteigenden Schotterstraße ins bewaldete Tal des Torrent de Galatzó hinein. Über zwei Furten und bei einem kleinen Haus links abzweigen. Durch ein Tor und zu einer Brücke.
In diesem Bereich folgen wir nun dem Wegweiser "Ses Planes" nach rechts. Der mit roten Holzpflöcken markierte Weg steigt durch den östlichen Hang über dem Tal an, vorbei an einem historischen Wasserkanal und oberhalb der Wasserbecken für die Mühlen der Finca. Auf der breiten und aufgemauerten Wegtrasse geht's dann durch Kiefernwald und über zwei Kehren in freies bzw. nur schütter bewaldetes Gelände. Bald verliert sich die Route fast unter dem Dissgras, wir können ihr aber in angenehmer Steigung auf die bewaldete Anhöhe Ses Planes (458 m) folgen.
1 h

Wir sehen etwas weiter unten Hüttenruinen, schwenken davor nach rechts und suchen nach den Steinmännchen, die uns auf einen Grasrücken empor leiten. Wir queren nun links etwas unterhalb der Hügelkuppe der Moleta de Galatzó in einen Sattel und gelangen über eine kleine Felskuppe in eine zweite, etwas tiefer gelegene Senke unter dem Südkamm des Puig de Galatzó (der alte Weg durch die Mulde links unten ist völlig verwachsen).
Wir steigen nun ziemlich in der Falllinie zum Beginn der Felsen hinauf. Bei einen Steinmännchen beginnt die Kletterei: links über steile Felsstufen und nach ca. 50 m scharf rechts auf einen Absatz, dann geht’s geradeaus über kurze Kletterstellen in etwas flacheres Gelände hinauf. Wir erreichen alte Terrassenmauern und queren von dort schräg rechts über Felsen und Geröll auf den breiten Kamm (ca. 600 m – dahinter liegt eine große, schräg abfallende Mulde).
Wir wenden uns hier scharf nach links und steigen über die Felsabsätze des Kammes auf eine Kuppe. Nun sehen wir den südlichen Vorgipfel des Puig de Galatzó (852 m), den wir weiterhin über den stellenweise schmalen Felsrücken erklimmen (unterwegs mündet von rechts eine mit roten Farbzeichen markierte Route ein). Danach geht’s in eine nahe Scharte, links um eine felsige Graterhebung herum und kurz über Felsstufen hinab. Ein weiterer Felsaufbau wird umgangen, dann steigen wir links der Gratschneide an und wenden uns nach rechts in eine schmale Felsscharte. Dahinter liegt eine grasig-steinige Mulde oberhalb der Galatzó-Südostabstürze, durch die wir – uns links haltend – wieder auf den Kamm hinaufkommen. Über ein kleines Grasplateau gehen wir zum obersten Hang, durch den wir zur Gipfelsäule des Puig de Galatzó ansteigen.
2 h 30 min.

Abstieg entweder auf der gleichen Route. Von den alten Terrassenmauern unterhalb des Kammes kann man auch ein kleines Stück weiter rechts durch sehr steile Rinnen absteigen – Vorsicht, Steinschlaggefahr!
Gehzeit 2 h 30 min.

Wer eine Rundtour unternehmen möchte, steigt dagegen vom Gipfel auf dem beschilderten Pfad Richtung Estellencs ab. Nach einer kleinen Felsstufe schlängelt er sich über kahle Hänge abwärts. Bei der Einmündung des Zugangs von Puigpunyent links weiter zum Pas de na Sabatera. Dort wiederum links abzweigen. In nordwestlicher Richtung geht's unterhalb der Moleta Rasa bergab zum Coll des Morro und weiter bis über den Pas des Cossis, von wo der beschilderte Pfad in Serpentinen zum Picknickplatz Boal de ses Serveres hinunterzieht.
Achtung: Hier zweigt links ein unbezeichneter und stellenweise etwas verzweigter Pfad ab, der ein durch Grasgelände und schließlich zwischen zwei Steinblöcken zu einem breiten Sattel zwischen dem Puig de Galatzó und der Mola de s'Esclop ansteigt (ca. 550 m). Nun weglos immer den Steinmännchen folgend rechts über die Hochfläche (keinesfalls gleich direkt in den Graben Richtung Finca Galatzó absteigen!) und über Felsplatten. Links auf Pfadspuren den Hang hinab und unter einigen Kiefern in die Mulde unterhalb der Moleta des Pinotells (Serra des Pinotells).
Dort erreicht man den beschilderten Weg, der von der Coma d'en Vidal herabzieht. Auf diesem wandern wir links in Kehren ins Tal des Comellar de ses Sínies hinunter. Unten im Talgrund kommt man an einem alten Brunnen vorbei, dann geht's auf einem Fahrweg durch das gewundene Tal (viele Zwergpalmen!) zur Finca Galatzó hinaus.
Weiter auf dem Fahrweg – bei einer Abzweigung nach der Finca sich links haltend – zum Ausgangspunkt zurück.
3 h 30 min.