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Sa Mola de Son Ferrandell

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren im Raiguer / Esporles
Schwierigkeit
mittel
Charakter der Tour
einfache, nur ganz am Beginn mit Wegweisern beschilderte Bergwanderung im entlegenen und teils sehr unübersichtlichen Waldgelände, das Trittsicherheit und vor allem guten Orientierungssinn erfordert. Für die schwierigere Aufstiegsvariante zum Gipfel braucht man zudem Schwindelfreiheit. Viel Schatten.
Ausgangsort
Esporles
Ausgangspunkt
das Eingangsstor zur Urbanisation bei der Finca Son Cabaspre im gleichnamigen Hochtal gut 2 km nordöstlich von Esporles
Zufahrt
Auf der Ma-1100 nach Esporles. Von der Plaça d’Espanya neben der Kirche rechts auf den Carrer Nou de Sant Pere abzweigen (Wegweiser „Coll de sa Basseta“), über die Brücke und eine Kreuzung zur Plaçeta des Pla (kleiner Brunnen). Rechts nach der Beschilderung "Son Cabaspre" durch schmale Gassen zum Camí de Son Cabaspre, der steil und in einer weiten Kehre ins gleichnamige Hochtal ansteigt. Hoch über dem Tal geht's zwischen Anwesen und Gärten – vorbei an der Zufahrt zur Finca Son Dameto – zum Ausgangspunkt (Parkmöglichkeit neben der Straße vor dem Tor).
Bus/Zug
Haltestelle der Buslinie 200 (Palma – Banyalbufar – Estellencs) in Esporles. Zu Fuß von der Plaça d’Espanya bei der Kirche nach den Wegweisern des GR-221 („Coll de sa Basseta“ 1 h) ins Tal des Torrent de Son Cabaspre, bergauf zum asphaltierten Camí de Son Cabaspre und auf diesem links zum Ausgangspunkt. 30 – 40 min.
Gehzeit
bis 4h
Höhenunterschied
500 m
Höchster Punkt
726 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Esporles
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein


Die Mola de Son Ferrandell zwischen Esporles und Valldemossa zählt nicht zu den höchsten, aber durchaus zu den interessantesten Bergen der Serra de Tramuntana. Ihr 726 m hoher Gipfel ist so wie die niedrigere, südöstlich anschließende Hochfläche der Mola de Son Pacs vollständig mit Steineichenwald bedeckt. Von der Oberkante der langgezogen Felsabstürze, die ihr schmales Hochplateau begrenzen und das sich wie ein Schiffsbug nach Nordwesten vorreckt, genießt man jedoch einen atemberaubenden Blick: nach Norden über die fruchtbare Ebene von Son Olesa und um das namensgebende Landgut, das einst Erzherzog Ludwig Salvator gehörte, und südwestseitig über Esporles und seine Bergumgebung. Dazu steckt der Gebirgsstock voller Geheimnisse und Überraschungen naturkundlicher und kulturgeschichtlicher Art. Der Abschnitt des Weitwanderweges GR-221, der über die Mola de Son Ferrandell führt, ist noch nicht beschildert; seine Begehung verlangt also ein gutes Maß an Orientierungssinn und sicheres Wetter, denn bei Nebel wird der weitläufige Wald zum Labyrinth.



Wegbeschreibung:

Aufstieg: Wir wandern auf dem Camí des Bosc nach dem Wegweiser „Coll de sa Basseta“ bergauf. Die schmale, aber asphaltierte Straße führt durch die Abhänge der Moleta de Son Cabaspre aufwärts. An allen Abzweigungen geradeaus vorbei. Links unten sehen wir ins Tal, an dessen Ende – unter dem felsigen Penyal Vermell – die Häuser von Son Cabaspre stehen; rechts davon erhebt sich der lange Höhenzug der Mola de Son Pacs. Wir gehen an der Finca Can Buades vorbei und zweigen kurz darauf rechts auf den Camí de sa Coma Lloberta ab (Metalltor, Wegweiser „Coll de sa Basseta“). Damit endet der ca. 30 min lange Marsch auf Asphalt.
Ein teils betonierter Fahrweg führt uns bergauf zum etwa 200 m entfernten Waldsattel des Coll de sa Basseta (457 m), wo ein letzter Wegweiser steht. Dort schwenken wir gegenüber einer kleinen Viehtränke links auf eine anfangs ebenfalls betonierte Hauszufahrt ein.
Achtung: Schon nach 20 m biegen wir rechts auf einen unscheinbaren Waldpfad ab (zwischen zwei Steinmännchen) und folgen ihm in Serpentinen neben Felsen auf eine Anhöhe (Köhlerplatz, Hüttenruine, Drossel-Fangplatz). Links hinauf zur alten Mauer am Pas de Son Cabaspre (Überstieg). Dahinter nach links und durch felsiges, mit Steineichen bewaldeten Gelände aufwärts, dann flach auf dem guten Pfad durch den Hang. Bald blicken wir rechts bis Palma hinaus. Bei einem Köhlerplatz erreichen wir einen breiteren Weg, dem wir nach links folgen. Schon nach 30 m mündet er in einen weiteren breiten Weg ein, auf dem wir scharf nach links weitergehen. Nun geht's ca. 500 m geradeaus über die riesige, licht bewaldete und daher sehr unübersichtliche Hochfläche der Mola de Son Pacs dahin. Nach zwei schön erhaltenen Backöfen biegen wir links zu einem rund überdachten Wasserbecken (Aljub de la Mola de Son Pacs, 615 m) und einer Unterstandshütte ab. Aus dem tiefen Brunnenschacht kann man klares Wasser schöpfen.
Hinter dem Aljub führt ein alter, sanft ansteigender Weg zu einem nahen Köhlerplatz. Links daneben liegt eine Mulde, in der sich ein tiefer Avenc (Karstschacht) verbirgt. Weiter zum nächsten Köherplatz, vor dem sich der Weg nach links wendet. Wir gehen jedoch weglos geradeaus und über eine dritte runde Kohlenmeiler-Plattform zwischen zwei Hüttenfundamenten, bis dahinter der Weg wieder sichtbar wird. Er steigt nun in drei Kehren durch den Wald an und führt dann flacher nach rechts. Unterhalb von Felsen erreichen wir eine Anhöhe. Nach links wenige Schritte zur Einmündung eines Pfades, der mit Ästen abgeriegelt ist. Weiter nach links und durch freieres Gelände (Blick bis Palma), bis sich der alte Köhlerweg zwischen den Steineichen des sanft ansteigenden Gipfelplateaus verliert.
Hier steigen wir am besten nach rechts zur Abbruchkante der Nordwände der Mola de Son Ferrandell an (726 m m; Tiefblick auf die Ebene von Son Olesa), wenden uns dort nach links und gehen am Rand der bewaldeten Hochfläche noch etwa 500 m weiter. So erreichen wir das ganz schmale nordwestliche Ende der Plateaus, das hinausragt und auch einen herrlichen Blick nach Esporles bietet.
1 h 45 min

Abstieg auf derseleben Route.
1 h 15 min

Schwierigere Variante: Für abenteuerlustige Bergsteiger gibt es einen etwas längeren, aber recht interessanten zweiten Zustieg, der vom Aljub zunächst auf dem breiten, geradeaus verlaufenden Weg (dem geplanten GR-221) in wenigen min zu einer weiteren Abzweigung bei einem Köhlerplatz führt. Geht man von dort geradeaus zu einer nahen Mauer weiter und von dort nach links, so erreicht man einen Aussichtsplatz über einem Felsabbruch (Blick von der Marina de Valldemossa bis zur Talaia Vella im Teix-Massiv).
Direkt vor diesem Köhlerplatz zweigt links ein schmaler, anfangs kaum erkennbarer Pfad zur Mola de Son Ferrandell ab – Steinmännchen beachten! Er führt zwischen den beiden Hüttenfundamenten durch und schlängelt sich in einigem Abstand zu den Nordabstürzen des Berges durch unübersichtliches, felsiges Waldgelände aufwärts (einzelne rote Farbzeichen). Wir gehen links an einem weiteren Köhlerplatz mit Vogelfang-Vorrichtung vorbei und dann etwas nach rechts zum Rand der Felsabstürze, durch diie ein breites, überraschend gut begehbares Band führt. Links in den Felsen klafft eine Höhle, rechts kommt man an einer Stelle ziemlich nahe an die Abbrüche heran. Über einen bewaldeten Steilhang mit roter erde (hier wurde einst Bauxit abgebaut) erreichen wir eine Weggabelung: links 20 m hinauf zu einem Köhlerplatz mit Hüttenfundament und weiter auf eine Anhöhe, auf der wir rechts den breiten, oben beschriebenen Weg auf die Mola de Son Ferrandell erreichen.
20 min länger

keine Fotos vorhanden