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Cales de Manacor – die lange Abenteuertour

Art
Wanderung
Region / Ort
Touren im Osten / Cala Romàntica
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
sehr lange, anspruchsvolle und einsame, aber landschaftlich überaus abwechslungsreiche Küstenwanderung mit einem kurzen, steilen Kletter-Auftakt und etlichen weiteren Felspassagen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Dazwischen verläuft die Route auf schmalen, oft verzweigten Pfaden, aber auch weglos über scharf verwittertes Gestein und durch unübersichtliches Felsgelände. Stellenweise schwierige Orientierung, kaum Schatten. Auf jeden Fall benötigt man unbedingt die Blätter Nr. 725-I und 700-III der Mapa Topográfico Nacional de España im Maßstab 1:25.000.
Ausgangsort
der Urlaubsort Cala Romàntica (Platja Romàntica, S’Estany d’en Mas) südöstlich von Manacor
Ausgangspunkt
Parkplatz vor dem Strand
Zufahrt
beschilderte Zufahrt nach Cala Romàntica von der Küstenstraße Ma-4014 bei Km 10,8 (2 km). Zu überlegen wäre auch, in Cales de Mallorca zu parken und vor der Tour mit dem Taxi zum Startpunkt Cala Romàntica zu fahren (Taxistand am Passeig de Manacor, Tel. 971/5753272).
Bus/Zug
Busverbindung zwischen Manacor und Cala Romàntica (nur zwischen April und Oktober); Buslinie 424 zwischen Manacor und Cales de Mallorca
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
insgesamt ca. 250 m
Höchster Punkt
45 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Cala Romàntica und Cales de Mallorca
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein


Diese lange Küstenroute ist ein würdiges Gegenstück zu den großen Bergtouren in der Serra de Tramuntana. Die durchmisst den längsten Abschnitt der Ostküste, der bis heute (fast) unberührt geblieben ist: den Bereich der Cales de Manacor zwischen den Ferienzentren Cala Romàntica (S‘Estany d’en Mas) und Cales de Mallorca. Wer das Gelände hinter der schroffen, von unzähligen Klüften und Höhlen zerfressenen Küste durchwandert, erlebt ein Mallorca, wie es sich seit hunderten Jahren nicht verändert hat: Kiefernwälder und steppenartige Weite, tief eingeschnittene „Felsfjorde“ und zehn Strände, die nur von Wanderern, Kletterern und Bootsbesitzern besucht werden. Die Marina de Cala Varques, die Marina Gran, der Pla des Seny und die Marina de s’Hospitalet sind einsam und unwegsam, mehrere Auf- und Abstiege erfordern solide Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettergewandtheit. Den krönenden Höhepunkt des maritimen „Alpinfeelings“ verspricht ganz zum Schluss der Tour ein schmales, aber gut gangbares Felsband mitten durch die Steilküste – wie in den Dolomiten, aber 20 m über dem Meer!
Eine weitere Voraussetzung für die Bewältigung der Strecke ist die entsprechende Kondition: Die 7 km Luftlinie zwischen dem Start- und dem Zielpunkt bedeuten eine fast doppelt so lange Wanderstrecke, denn manche der Buchten, die umgangen werden, ziehen einige hundert Meter weit ins Landesinnere hinein. Rechnen Sie zur "Netto-Gehzeit" gut und gerne noch 2 h dazu.
Möglichkeiten zum vorzeitigen Abbruch gibt’s kaum: Nur von der Cala Varques und der Cala Magraner erreicht man in 30 min die Küstenstraße MA-4014 (wo man sich dann erst ein Taxi organisieren muss – etwa aus Manacor, Tel. 971/551888). Immerhin führen von dort und allen folgenden Stränden alte Fahrwege zur Zufahrtsstraße nach Cales de Mallorca (siehe die Tour „Zur Cala Magraner“), und die allerletzte Routenetappe ab der Cala Bota lässt sich landeinwärts auf einem solchen Fahrweg abkürzen.

Wegbeschreibung:

Zur Cala Varques: Wir starten auf dem Sandstrand S’Estany d’en Mas, der auf der rechten (südlichen) Seite von bis zu 30 m hohen, hellen und stellenweise überhängenden Felswänden begrenzt wird. Dort gibt es nur eine einzige Durchstiegsmöglichkeit, und zwar etwa 50 m vor dem Meer – dort führen Pfadspuren durchs Gebüsch zu einer Steilstufe, die sich auf steilen Felsstufen und künstlich geschaffenen Tritten überraschend leicht erklimmen lässt. Oberhalb davon gibt’s zwei Möglichkeiten: Man hält sich entweder etwas nach rechts, steigt weiterhin sehr steil zwischen Kiefern und Gebüsch zur ebenen Fläche oberhalb der Abbrüche hinauf und geht dort scharf nach links auf das Meer zu – oder man folgt dem links abzweigenden Pfad, der oberhalb der Felsabbrüche über dem Wasser dahinzieht und dann rechts zum Küstenplateau emporführt. Wo die beiden Routen zusammentreffen, gehen wir etwas nach rechts und – ungefähr auf gleicher Höhe bleibend – zu einem kleinen Mauerrest am Rand der Steilküste. Im Süden sind die Hochhäuser der noch sehr fernen Feriensiedlung Cales de Mallorca zu sehen – sie sind das Ziel der Tour.
Nach rechts und auf einem steinigen Pfad durch niedriges Gebüsch neben den Klippen weiter. Etwas mühsam über scharfkantig verwittertes Gestein zu einem freien Platz neben einer Grotte, die sich in der Steilküste auftut. Rechts auf einem breiten Weg 50 m landeinwärts, dann bei einem Steinmännchen links auf einen leichter begehbaren Pfad abbiegen und zur Einmündung eines weiteren Fahrweges. Geradeaus zum Meer und in ein umzäuntes Grundstück, das durch ein Holztor in der Mauer wieder verlassen wird. Oberhalb der felsigen Cala Falcó über weiße Felsstufen auf ein Band mit rötlichem Schotter, auf dem man rechts zum kleinen Sandstrand gelangt.
Jenseits davon geht’s über gestuftes Gestein aufwärts und neben der Küste weiter, bis sich ein riesiger Einbruchskessel mit einer Felsbrücke (Cova des Pont) öffnet. Rechts daran vorbei und durch verwachsenes Gelände hinab zur felsigen Minibucht Caló Blanc (Zaun), an dem man rechts auf einem ebenen Felsband vorbeigeht. Rechts über scharfkantiges Gestein hinauf, links an einer Mauer vorbei (Vorsicht, links senkrechte Abbrüche über einer Grotte!) und zum Sandstrand der Cala Varques hinab. Auf einem angelegten Weg gelangt man über Felsen zur Halbinsel der Punta de Llevant. Dort lohnt sich der kurze Abstecher nach links, an einer Hausruine vorbei und weiter zur Spitze des Vorsprungs: Dort finden wir unglaublich zerfressenen Kalkfels mit winzigen, bizarren und mitunter sogar durchlöcherten Gesteinsformationen.
1 h 30 min

Weiter zur Cala Magraner: Vor der Hausruine geht’s weiter nach Süden der Küste entlang. Wir steigen zwischen niedrigem Gebüsch und Steinbrocken etwas an und wandern über scharfkantiges Gestein oberhalb der Klippen weiter. Ein einsames Gebäude wird sichtbar. Wir übersteigen eine Mauer und folgen dem Pfad zur schmalen Cala Enganapastor hinab. Die Mündung des kleinen Torrents überqueren, gerade auf dem schmalen Pfad zwischen Gebüsch hinauf und oberhalb der benachbarten Cala Sequer weiter. Links gelangen wir über Felsstufen zum Ende einer massiven Mauer und zum kleinen Sandstrand unterhalb des Anwesens. Dieses steht auf einer flachen Erhebung, die wir links – direkt am Meer – auf Felsbändern umgehen – der gerade Durchgang ist verboten! Nach 100 m – bevor das Gelände ungangbar wird – rechts zur Oberkante der Abbrüche empor und links auf einem schmalen Pfad neben den schroff verwitterten Klippen weiter. Wir queren den Weg vom Anwesen zum Meer und erreichen eine große Steinpyramide. Bald danach stehen wir vor dem winzigen Sandstrand des Caló des Serral, von dem wir links über die Klippen ansteigen.
Die Küste wird nun flacher und ist stellenweise mit Steinblöcken übersät. Wir gehen nun durch das weglose Gelände am Rand der Vegetation (Zaunpfähle, kleine Steinhütte neben zwei Ruinen), bis wir nach etwa 800 m durch Gebüsch zum Felsvorsprung der Punta des Moro gelangen. Dort wenden wir uns nach rechts und gehen entlang der Abbruchkante über der Cala Magraner, einer tief eingeschnittenen Felsbucht, die 500 m weit ins Landesinnere hineinreicht. Bald befinden wir uns wieder auf einem Pfad, der oberhalb der Felsabbrüche dahinführt (toller Tiefblick). Wir gehen noch hoch über dem Strand und der dahinter gelegenen Lagune vorbei, bis wir unten im Talgrund einen Zaun sehen. Erst dorthin kann man links in leichter Kletterei absteigen – keinesfalls vorher, denn über dem Strand brechen senkrechte Felswände ab! Vor dem Zaun nach links, auf dem linken Weg neben der Lagune dahin und an einem Felsblock vorbeikraxeln – so erreichen wir rechts den Kies- und Sandstrand der Cala Magraner.
1 h 30 min

Zur Cala Bota: Auf der Südseite führt ein steiler Pfad zu einer Mauer empor. Dahinter beginnt eine ansteigende Schotterstraße, der wir zu einer nahen Rechtskurve folgen. Gleich danach steigen wir links weglos auf einen mit Dissgras bewachsenen Rücken (32 m), auf dem ein von rechts kommender, grasiger Fahrweg ausläuft. Dahinter gehen wir auf eine alte Mauer zu, übersteigen diese und gehen durch das weiterhin weglose Grasgelände abwärts, bis wir den Einschnitt der Cala Pilota sehen. Durch steiles Felsgelände (oder etwas weiter rechts, wo es weniger steil ist) gelangen wir zu ihrem Sand- und Kiesstrand hinunter.
Wir queren den Strand, erklimmen eine kleine Gesteinsstufe und biegen bei einer Infotafel links ab. Auf ebenen, aber schräg zum Meer hin abfallenden Felsen (Vorsicht!) gelangen wir zu Pfadspuren, die rechts auf den nächsten Höhenrücken (25 m) hinaufziehen. Dort oben treffen wir wiederum auf einen alten Fahrweg, dem wir links Richtung Meer folgen. Nach ca. 50 m zweigen wir bei einem Steinmännchen rechts auf einen deutlichen Pfad ab, der rechts durch den Grashang zur Cala Virgili hinunterführt (Vorsicht, links unterhalb des Pfades sind Felsabstürze). Flach oberhalb des Sand- und Kiesstrandes vorbei, bis man links über kleine Felsstufen dorthin absteigen kann.
Wir gehen zum Bootshaus hinüber, gehen oberhalb davon nach links und auf dem flachen, aber zerklüfteten Gestein über der Bucht weiter. Wo dieser Gesteinssims endet, steigen wir rechts steil unter Kiefern an. Dahinter führt ein Pfad wieder zu zerklüftetem, aber gut gangbarem Gestein, auf dem wir oberhalb der Bucht zu einem breiten Felsband kommen. Dieses leitet uns um einen kleinen Taleinschnitt herum. Kurz danach geht’s rechts zu einem deutlich sichtbaren Steinmännchen hinauf. Dahinter gelangen wir durch Gebüsch des Pla des Seny (20 m) zum Beginn eines breiten, sanft ansteigenden Pfades, der in einigem Abstand zur Steilküste zu einer Wegeinmündung führt. Wir folgen dem breiten Weg nach links und umgehen eine weite, flache Mulde im Buschgelände.
Bei der nächsten Gabelung rechts auf dem breiteren Weg weiter. Im sanften Anstieg erreichen wir eine Rechtskurve oberhalb der Cala Bota, bei der links ein ebener, verwachsener Weg einmündet. 10 m danach (Steinmännchen) biegen wir auf einen Pfad ab, der zu einer alten Mauer hinabführt (Durchgang) und sich über felsstufen und zwischen Kiefern zum Kiesstrand der Cala Bota hinabschlängelt.
1 h

Jenseits steht eine Infotafel, neben der das erklettern einer 2 m hohen Felsstufe durch ein herabhängendes Seil erleichtert wird. In der Folge führt ein steiler Pfad zu einer Abzweigung empor. Nach links, über eine kleine Anhöhe und durch eine breite Felsmulde oberhalb der Panyes Altes de s’Hospitalet, den hier von Höhlen zerfressenen Küstenklippen. Danach biegen wir nochmals links ab, gehen bald auf kleinen Felsstufen in eine weitere, allerdings kleinere Felsmulde hinab und folgen den verzweigten Pfadspuren oberhalb der Steilküste, bis wir in die schmale Felsbucht des Caló des Soldat hinabsehen. Beim Abstieg dorthin muss man ganz genau auf die Steinmännchen achten!
Ein Stück oberhalb der Bucht wenden wir uns nach rechts, queren das Bachbett des einmündenden Grabens und steigen rechts in Kehren an, bis wir ein ebenes und anfangs noch breites Felsband erreichen, das links durch den oberen Bereich der Küstenklippen führt. Auf diesem umrunden wir den Felsvorsprung Racó de sa Cova Blanca – ein tolles Abenteuer für Schwindelfreie! Dahinter wird das Band schmaler und endet zwischen Kiefern. Links kurz absteigen und oberhalb einer felsigen Bucht herum. Nach der Überquerung des einmündenden, schluchtartigen Bachbetts gelangen wir zwischen Gebüsch zu einer Felsplattform. Ein Pfad führt zu einer Wegteilung, von der wir rechts nach wenigen Schritten die Kurve einer Schotterstraße erreichen. Ihr linker Ast führt uns zur bereits sichtbaren Cala Antena hinunter. Unten nach links und über Stufen zum Sandstrand, von dem man auf der anderen Seite ebenfalls auf einer Treppe zu den Gebäuden der Feriensiedlung Cales de Mallorca ansteigt. Bei der folgenden Abzweigung scharf nach links, dann rechts abbiegen und wieder auf einer Treppe und über einen Parkplatz zum Carrer de Cala Antena. Die Bushaltestelle „Cala Antena“ befindet sich links vor dem Hotel Sol Mastines, der Taxistand am Passeig de Manacor (Tel. 971/5753272).
1 h