wandern mallorca

Auf einsamen Wegen zur Cala Varques

Art
Wanderung
Region / Ort
Touren im Osten / Cala Romàntica
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
einsame und abwechslungsreiche Küstenwanderung mit einem kurzen, steilen Kletter-Auftakt, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Danach verläuft die Route auf ebenen Pfaden, über scharf verwittertes Gestein und durch unübersichtliches Felsgelände. Kaum Schatten. Ein kürzerer und einfacherer Zugang beginnt an der MA-4014 bei Km 9,3 (nahe der Einmündung der Ma-4015 von Manacor). Auf der Schotterstraße 1,5 km Richtung Meer, dann 15 min Fußweg.
Ausgangsort
Cala Romàntica (S'Estany d'en Mas) südöstlich von Manacor
Ausgangspunkt
am Parkplatz vor dem Strand
Zufahrt
beschilderte Zufahrt von der Küstenstraße Ma-4014 bei Km 10,8 (2 km)
Bus/Zug
Busverbindung nur zwischen April und Oktober
Gehzeit
bis 3h
Höhenunterschied
gut 100 m
Höchster Punkt
40 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Cala Romàntica
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein


Die Küste im Bereich der Gemeinde Manacor zeigt zwei Gesichter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Retortensiedlungen, Hotelburgen und im Sommer hoffnungslos überfüllte Buchten prägen die Ferienzentren Cala Romàntica, das einst nach seiner Lagune S’Estany d’en Mas genannt wurde, und Cales de Mallorca – doch dazwischen liegt ein 7 km langer Küstenstreifen, in dem die Zeit stehengeblieben ist. Hinter den schroffen Klippen breitet sich bis heute die fast unberührte Wald- und Steppenlandschaft der Marina de s’Hospitalet, des Pla des Seny, der Marina Gran und der Marina de Cala Varques aus, unwegsam und von den Menschen erst in einiger Entfernung vom Meer kultiviert. Mittendrin liegt der Sandstrand der Cala Varques, ein kleines Paradies, das von der Küstenstraße aus relativ kurz und einfach erreichbar ist. Doch nur der längere und schwierigere Anmarsch von S’Estany d’en Mas gibt uns eine Ahnung von der herben Schönheit, die einst der gesamten Ostküste zu eigen war. Außerdem überrascht diese Route mit einer natürlichen Felsbrücke hinter einem eingestürzten Küstenkessel und mit einem Musterbeispiel dafür, was das Meerwasser aus Kalkplatten so alles herausmodelliert. Allerdings: Das Erlebnis hat seinen Preis – in diesem Fall erfordert es gleich zu Beginn etwas Kletterfertigkeit und dann – zumal unter sengender Sonne – Durchhaltevermögen und genug Getränk im Rucksack.

Wegbeschreibung:

Zur Cala Varques: Wir starten auf dem Sandstrand S’Estany d’en Mas, der auf der rechten (südlichen) Seite von bis zu 30 m hohen, hellen und stellenweise überhängenden Felswänden begrenzt wird. Dort gibt es nur eine einzige Durchstiegsmöglichkeit, und zwar etwa 50 m vor dem Meer – dort führen Pfadspuren durchs Gebüsch zu einer Steilstufe, die sich auf steilen Felsstufen und künstlich geschaffenen Tritten überraschend leicht erklimmen lässt. Oberhalb davon gibt’s zwei Möglichkeiten: Man hält sich entweder etwas nach rechts, steigt weiterhin sehr steil zwischen Kiefern und Gebüsch zur ebenen Fläche oberhalb der Abbrüche hinauf und geht dort scharf nach links auf das Meer zu – oder man folgt dem links abzweigenden Pfad, der oberhalb der Felsabbrüche über dem Wasser dahinzieht und dann rechts zum Küstenplateau emporführt. Wo die beiden Routen zusammentreffen, gehen wir etwas nach rechts und – ungefähr auf gleicher Höhe bleibend – zu einem kleinen Mauerrest am Rand der Steilküste. Im Süden sind die Hochhäuser der noch sehr fernen Feriensiedlung Cales de Mallorca zu sehen – sie sind das Ziel der Tour.
Nach rechts und auf einem steinigen Pfad durch niedriges Gebüsch neben den Klippen weiter. Etwas mühsam über scharfkantig verwittertes Gestein zu einem freien Platz neben einer Grotte, die sich in der Steilküste auftut. Rechts auf einem breiten Weg 50 m landeinwärts, dann bei einem Steinmännchen links auf einen leichter begehbaren Pfad abbiegen und zur Einmündung eines weiteren Fahrweges. Geradeaus zum Meer und in ein umzäuntes Grundstück, das durch ein Holztor in der Mauer wieder verlassen wird. Oberhalb der felsigen Cala Falcó über weiße Felsstufen auf ein Band mit rötlichem Schotter, auf dem man rechts zum kleinen Sandstrand gelangt.
Jenseits davon geht’s über gestuftes Gestein aufwärts und neben der Küste weiter, bis sich ein riesiger Einbruchskessel mit einer Felsbrücke (Cova des Pont) öffnet. Rechts daran vorbei und durch verwachsenes Gelände hinab zur felsigen Minibucht Caló Blanc (Zaun), an dem man rechts auf einem ebenen Felsband vorbeigeht. Rechts über scharfkantiges Gestein hinauf, links an einer Mauer vorbei (Vorsicht, links senkrechte Abbrüche über einer Grotte!) und zum Sandstrand der Cala Varques hinab. Auf einem angelegten Weg gelangt man über Felsen zur Halbinsel der Punta de Llevant. Dort lohnt sich der kurze Abstecher nach links, an einer Hausruine vorbei und weiter zur Spitze des Vorsprungs: Dort finden wir unglaublich zerfressenen Kalkfels mit winzigen, bizarren und mitunter sogar durchlöcherten Gesteinsformationen.
1 h 30 min

Zurück auf derselben Route. Ein weiter landeinwärts nach Cala Romàntica führender Weg ist vor einer Hotelanlage abgesperrt.
1 h 30 min