wandern mallorca

Talaia Freda (561 m)

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren im Osten / Artà
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
anspruchsvolle und sehr einsame Bergtour, anfangs auf einem alten Pilgerweg, dann weglos im steilen Felsgelände (Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gutes Orientierungsvermögen sind notwendig) und zuletzt auf einer Straße. Kaum Schatten.
Ausgangsort
Artà (128 m)
Ausgangspunkt
Parkplatz S'Alqueria Vella d'Avall (218 m) auf der Península de Llevant ca. 5 km nördlich von Artà
Zufahrt
Von der Ortsumfahrung von Artà ins Ortszentrum (Einbahnsystem in engen Gassen) und nach der Beschilderung "Ermita" zum nördlichen Ortsrand unter dem Kirchenberg. Auf der schmalen, asphaltierten Ma-3333 nordwärts durch das Bauernland der Península de Llevant auf die Berge zu. Nach ca. 1,5 km links weiter und durch einen Graben. Nach weiteren 4 km rechts in den Parc Natural de la Península de Llevant abbiegen und noch 700 m zum Parkplatz am Ende der öffentlich befahrbaren Straße.
Bus/Zug
Bus nur bis Artà, von dort müsste man zu Fuß auf der Straße gehen
Gehzeit
bis 3h
Höhenunterschied
insgesamt ca. 400 m
Höchster Punkt
561 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
unterwegs keine; Bars/Restaurants in Artà
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
ja


Die Muntanyes d’Artà sind nicht das höchste, aber wohl das entlegenste Berggebiet Mallorcas. An die Anwesenheit des Menschen erinnern zwischen den wilden Felsabstürzen des Bec de Ferrutx und dem gleichnamigen Felskap nur alte Terrassen und Mauerreste, halb verfallene Straßen und ein alter Wachturm. Die Geschichte der Kätner, die das Land urbar machten und für Großgrundbesitzer bewirtschafteten, ist fast vergessen. Geblieben sind jedoch die Patres der Ermita de Betlem. Ein Teil dieses einsamen Gebiets steht als Parc Natural de la Península de Llevant unter Naturschutz. Manche seiner Wege und Pfade wurden beschildert, doch abseits davon findet man hier immer geradezu "alpine" Abenteuer.
Wegbeschreibung:
Wir gehen vom Parkplatz geradeaus über die Kreuzung der Zufahrtsstraße und auf einem ebenen Schotterfahrweg nach Nordwesten, dem Bergrücken der Talaia Freda entgegen. Die Stein-Aufschrift "Ermita" weist darauf hin, dass es sich um den Weg zur Ermita de Betlem handelt. Bei der Abzweigung nach einer kleinen Brücke (Tafel "Refugi de Caça") geht’s geradeaus weiter, bis der Fahrweg kurz darauf rechts zu einem Haus abbiegt. Hier wandern wir geradeaus auf einem alten Pfad aufwärts. Er führt durch verlassenes Kulturland mit verwachsenen Terrassen und vereinzelten Bäumen empor und an einer Hausruine vorbei; stellenweise ist er stellenweise ziemlich vom Dissgras überwuchert. Wir wandern in Kehren aufwärts, bis der Pfad auf ca. 350 m Höhe scharf nach links schwenkt (Holzpfosten mit Richtungspfeil).
Achtung: Hier gehen wir geradeaus weiter und schlagen uns etwa 10 min lang weglos durch den Gras- und Buschhang und zwischen verfallenen Mauern zu seiner flachen Anhöhe (390 m) durch. Dort wenden wir uns nach rechts, wobei uns nun immer wieder Steinmännchen leiten. Links (nach Nordwesten) bricht der Kamm mit schroffen Felswänden gegen die Bucht von Alcúdia ab – herrlicher Tiefblick zur Küste bei Betlem! Hinter einer Mauerbresche zwischen zwei Steinmännchen überqueren wir ein kleines Grasplateau. Dann geht’s steiler zum Puig de sa Creu (480 m) mit dem Kreuz der Familie Hatzl-Thiele („Cruz Austriaca“) hinauf.
1 h

Neben den Felsabstürzen und einer alten Mauer kurz weiter zum höchsten Punkt der Kuppe (492 m), den eine felsige Scharte von der nächsten, höheren Erhebung trennt. Wir steigen rechts durch den steilen Grashang ab und queren schräg zu diesem Einschnitt hinüber. Dort wird ein kleiner Felskopf rechts umgangen, dann geht’s – den Steinmännchen folgend – schräg rechts durch den Südosthang bis zu den obersten Felsen empor (Dissgras, abwärts geschichtete Steinplatten). Wir umgehen den schroffen Gipfelaufbau flach in der rechten Seite und erreichen so eine weitere Scharte. Wir umgehen auch den folgenden Felsturm auf der rechten Seite – dann stehen wir im Sattel am Fuße der mächtigen Talaia Freda de Morell. Der finale Aufstieg erfolgt rechts neben den Felsabstürzen, dann halten wir uns mehr nach rechts und steigen mühsam durch die sehr steile Gras- und Schuttflanke zum Südwestrücken hinauf. Dort nach links und über gut gangbares Felsgelände in wenigen Minuten zur Gipfelsäule. Vorsicht, dahinter klafft ein tiefer Avenc!
45 min

Abstieg: Über das flache, grasige Gipfelplateau zum 250 m entfernten Nordgipfel (551 m) hinüber. Dort nach rechts und auf dem steinigen Rücken am Rande der schroffen Nordabstürze hinab. Es gibt hier zwar keine Steinmännchen, aber das felsige Gelände ist gut gangbar. Auf etwa 370 m Höhe erreichen wir eine flache Grasanhöhe, unter der links der tiefe, weite Graskessel am Fuße des Puig de sa Todossa (Sendemasten) liegt. Rechts zeigt sich dagegen ein kleiner, grasiger Graben, den weiter unten eine deutlich sichtbare Straßenbrücke übersetzt. Diese Brücke peilen wir nun an – zunächst noch ein Stück flach über die Anhöhe gehend, dann schräg durch den Grashang über dem Graben absteigend.
Von der Brücke wandern wir auf der Schotterstraße nach rechts weiter. Sie führt im sanften Auf und Ab unter der Talaia Freda de Morell nach Süden, durch zwei Tore in großen Mauern und unter einer Stromleitung durch. Nach knapp 2 km erreicht man die Ruine des Campament dels Soldats (364 m, Gedenkstein). Danach führt die Straße über eine Rechtskurve abwärts – gleich danach zweigt links der alte Weg ab, der über ein Bachbett in den Wald zieht und damit eine weite Straßenkehre abkürzt. Zuletzt wandern wir wieder auf der Fahrbahn zur Alqueria Vella d’Avall hinab.
1 h 15 min