wandern mallorca

Camí Vell de Formentor

Art
Wanderung
Region / Ort
Touren im Norden / Port de Pollença
Schwierigkeit
mittel
Charakter der Tour
Lange und nur an einzelnen Stellen beschilderte, aber landschaftlich sehr abwechslungsreiche und auch historisch interessante Tour. Man wandert auf angelegten Wegen, schmalen Pfaden und dazwischen auch im weglosen Gras- und Felsgelände. Nur an wenigen Stellen Schatten
Ausgangsort
Port de Pollença
Ausgangspunkt
Der kleine Parkplatz auf dem Pla de sa Punta d’en Tomàs an der Ausflugsstraße zum Cap de Formentor, etwa 150 m vor Km-Stein 15
Zufahrt
Auf der Ausflugsstraße Richtung Cap de Formentor. Winziger Parklpatz für nur zwei oder drei Fahrzeuge, oft von fotografierenden Ausflüglern belegt.
Bus/Zug
Keine öffentliche Verkehrsverbindung.
Gehzeit
bis 4h
Höhenunterschied
ca. 200 m
Höchster Punkt
271 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Bar am Leuchtturm
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Seit 1862 steht ein 22 Meter hoher Leuchtturm auf dem Cap de Formentor, 170 Meter über dem Meer. Doch wie kamen die Leuchtturmwärter vor dem Bau der Straße zu ihrem Arbeitsplatz? Per Schiff? Angesichts der senkrechten Klippen am Kap wohl kaum. Allein unter der Felskluft des Moll de Patronet könnte man mit einem kleinen Boot anlegen – allerdings nur bei ruhiger See. Die Einheimischen nennen Formentor den »Treffpunkt der Winde«, was meist einen entsprechenden Wellengang hervorruft ... Die östlichste Bucht, die man von Port de Pollença aus relativ gefahrlos übers Wasser erreichte, war die Cala Murta, in Luftlinie etwa vier Kilometer vom Kap entfernt. Von dort baute man einen Weg zum Leuchtturm, der diese Strecke mit zahlreichen, ausufernd weiten Kehren mindestens um das Dreifache verlängert. Den Weg gibt es (bschnittsweise) auch heute noch – er ermöglicht eine bechauliche Annäherung an das vielbesuchte Bauwerk auf der Spitze der Halbinsel Formentor.
Wegbeschreibung:
Gleich neben dem kleinen Parkplatz am Pla de sa Punta d’en Tomàs unterhalb der Roca Blanca sorgt der Meeres-Tiefblick von einer Mirador-Mauer für Magenkribbeln. Wir folgen der Straße nun Richtung Kap zum Km-Stein 15 und weiter zur nächsten Kurve. Davor zeigt der Wegweiser "Cami Vell del Far" nach links. Dort geht's nun ca. 50 m weglos gerade durch den steinigen Grashang hinauf, bis man auf den alten, aufgemauerten Leuchtturmwärterweg trifft. Auf diesem nach links und gleich darauf über die scharfe Rechtskehre zu einem kurzen zerstörten Wegabschnitt, den man am besten links weglos gerade über den Hang hinauf abkürzt. Oben auf dem Rücken führt der alte Weg wieder rechts weiter und fast eben in den bewaldeten Hang hinein. Hier ist die Trasse neuerlich zerstört, dann zieht sie durch Schutt und knapp oberhalb der Straße zu einem kleinen Parkplatz (Tafel "Finca Cala Murta").
Wir marschieren nun auf der Straße durch den licht bewaldeten Hang nach links (Richtung Kap), vorbei am Km-Stein 16. Bevor die Fahrbahn bergab führt, zeigt ein Wegweiser links den "Cami Vell del Far" an. Wir gehen jedoch noch 40 m weiter auf der Straße zu einem Steinmännchen und biegen erst dort links ab. Nach 20 m erreichen wir den historischen Weg, der hier wie ein kleiner Damm nach rechts durch Schutt und Geröll in den Grashang führt. Nach einigen Kiefern geht's ganz sanft abwärts, an Mauerresten vorbei und in einer scharfen Kehre erneut zur Straße hinab. Folgen sie der Fahrbahn am besten links zum nahen, aufgemauerten Mirador (toller Tiefblick zum Meer, kleiner Parkplatz) und gehen Sie dann im Respektabstand zu den Felsabstürzen weglos 50 m übers felsige Gelände aufwärts – dann sind Sie wieder auf dem Leuchtturmwärterweg. Sein folgender Abschnitt, der in Kehren bergauf und dann flach unter Kiefern führt, ist sehr gut erhalten. Sie endet nach einem freien Hang, von dem aus eine sehr verwachsene Kehre – sich links haltend – weglos durchs Gras- und Felsgelände abgekürzt wird. Dann ist der weg überhaupt zerstört; man geht einfach knapp oberhalb der Straße flach durch den Schutt weiter und erreicht schließlich einmal mehr die Fahrbahn. Unterhalb ihrer Begrenzungsmauern schlängelt sich der Weg in flachen Kehren in eine Mulde hinab und wieder empor (zerstörte und verwachsene Stellen) – man umgeht diesen Abschnitt besser auf der Straße und genießt dabei den Meer-Tiefblick von einer kleinen Mirador-Mauer.
Auf dem folgenden Sattel, von dem man schon den nahen Leuchtturm erblickt, quert der alte Weg die Straße (Wegweiser). Er ist nun wieder gut erhalten und zieht – sanft abfallend – durch schroffe Felsflanken unserem Ziel entgegen. Schließlich geht's rechts neben einer Mauer in Kehren bergab – Vorsicht, weiter unten verliert sich die Trasse und man muss zum Schluss weglos über Schutt bzw. kleine Felsstufen neben den senkrechten Abbrüchen absteigen. Beim Km-Stein 19 folgen wir der Straße links um eine Kurve, bevor die historische Route links über Stufen zum "Ausstieg" neben der Terrasse des Leuchtturms hinaufzieht. Die ehemalige Wohnung der Turmwärter im Untergeschoss des weißen Bauwerks beherbergt heute eine Bar.
1 h 30 min – 2 h

Rückweg auf derselben Route. 1 h 30 min – 2 h
keine Fotos vorhanden