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Caragolí (945 m) – von Valldemossa nach Deià

Art
Bergtour
Region / Ort
Touren um Valldemossa
Schwierigkeit
schwer
Charakter der Tour
Landschaftlich großartige Gebirgsüberschreitung auf breiten Wegen und schmalen Pfaden, stellenweise auch auf undeutlichen Pfadspuren. Beim Abstieg nach Deià erwartet Sie eine abschüssige Wegpassage zwischen steilen Felswänden, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Stellenweise Farbpunkte und Steinmännchen, im oberen Bereich auch einige Wegweiser. Die Abstiegsroute nach Deià ist Teil des Weitwanderweges GR-221. Bei Nebel kann die Orientierung im Kammbereich schwierig sein. Immer wieder Schatten.
Ausgangsort
Valldemossa (437 m) – ev. aber auch Deià (siehe Bahn/Bus)
Ausgangspunkt
im Ortszentrum bei der Bushaltestelle gegenüber der Kartause
Zufahrt
Von Palma auf der Ma-1110, Gebührenparkplätze im Ortsbereich
Bus/Zug
Bus Linie 210 zwischen Deià und Valldemossa. Tipp: Parken Sie in Deià und fahren Sie am Morgen mit dem Bus nach Valldemossa hinüber – dann haben Sie keinen Stress, die letzte Rückfahrtsmöglichkeit zu erreichen.
Gehzeit
bis 5h
Höhenunterschied
550 m
Höchster Punkt
945 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Bars und Restaurants in Valldemossa und Deià
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Neben dem viel begangenen Reitweg des Erzherzogs findet man rund um Valldemossa unzählige weitere interessante Pfade. Sie waren einst der Arbeitsweg von Köhlern, Kalkbrennern und Jägern, die im unwegsamen Berggebiet ihrem harten Tagwerk nachgingen. Eine dieser Routen führt durch die heute völlig einsame Waldlandschaft unterhalb des Bergrückens von Ses Fontanelles, in der zahlreiche Trockenmauern und Ruinen von Köhlerhütten an den Arbeitsalltag vergangener Zeiten erinnern. Bei guter Sicht schließt man ohne große Probleme von der Baumgrenze über das karstige Plateau zum Hauptkamm des Gebirgszugs auf – bei Nebel schaffen das nur Ortskundige. Die Rundsicht vom Puig des Caragolí ist dann nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Kommende: Im Abstieg nach Deià nutzt man die schmalen Felsrampen der Cingles de Son Rul•lan, auf denen man im Zickzack durch eine 200 m hohe Felsflanke geht – ein kleines Abenteuer, das einfacher zu bewerkstelligen ist, als man sich das von unten vorstellen kann. Und einmal mehr staunt man über jene Vorfahren, die diesen Durchstieg fanden und sogar eine Wegtrasse mitten durch die Wand aufschichteten.
Wegbeschreibung:
Auf den Puig des Caragolí: Wir gehen vom Ortszentrum in Valldemossa zum Ende des Carrer de les Oliveres und folgen dem Wanderweg Richtung Pla des Pouet bis zum Leiterüberstieg. Davor rechts abzweigen und auf einem stellenweise gepflasterten, aber auch mit herabgestürzten Steinen bedeckten Köhlerweg bergauf. Nach acht Kehren durch einen felsigen Hang wird der Blick zum Puig des Teix und zum Meer frei. Nun fast eben weiter und nach einem Mauerdurchlass über eine flache Anhöhe in eine weite Waldmulde (mehrere Hüttenruinen). Im sanften Auf und Ab in den nächsten Graben und wieder aufwärts. Unterhalb einer Schutthalde endet der breite Weg. Links (roter Punkt) den schmalen Pfad hinauf, dann auf dem wieder breiteren, aber stellenweise verwachsenen Weg in Kehren höher. Er endet endgültig bei einem Köhlerplatz mit einem Mauerrest in einem kleinen Waldgraben. Achtung: Links davon, den roten Pfeilen und Strichen folgend, im schrägen Aufstieg durch felsiges Gelände ansteigen und steil durch einen kleinen Felseinschnitt auf einen flachen Waldrücken. Dort rechts weiter, links an einem größeren Felsaufbau vorbei (großer roter Punkt) und rechts des nun felsigen Rückens zum Waldrand auf dem Hochplateau von Fontanelles (874 m). Nun muss man sehr genau auf die schmalen und stellenweise verzweigten, aber immer wieder mit Steinmännchen gekennzeichneten Pfadspuren achten, die durch das flache, mit Dissgras und einzelnen Bäumen bewachsene Gelände nach Norden führen. Zwischen Felsplatten und –buckeln gelangt man auf eine breite Anhöhe, von der man bereits zum Rücken zwischen dem Puig Gros und dem Puig des Caragolí hinübersieht. Wenige Schritte darauf zugehend erreichen wir den gut ausgetretenen Pfad, der vom Pla des Pouet dort hinaufführt. Wir folgen ihm nach rechts zum etwa 500 m entfernten Pla des Aritges (908 m, Steinpyramide), wo wir neben einer kleinen Baumgruppe den quer verlaufenden Camí de s’Arxiduc, den Reitweg des Erzherzogs, erreichen (siehe Tour 30). Wir folgen ihm nach links, steigen in zwei Kehren auf einen Hügel und gehen zur Abzweigung unter dem Puig des Caragolí. Rechts gelangt man auf einem kurzen Stichpfad auf den Gipfel (945 m, Gedenktafel).
2 h – 2 h 30 min

Abstieg nach Deià: Auf dem Reitweg noch 5 min weiter Richtung Valldemossa, bis vor der nächsten Kuppe auffällige Steinmännchen eine Abzweigung anzeigen. Rechts auf einem schmalen Pfad über den breiten, sanft abfallenden Grasrücken (Richtpunkt: Metallstange in ihrem vorderen Bereich). An einer weiteren Stange vorbei und etwas steiler zu einzelnen Steineichen hinab. Dort nach links und über kleine Felsstufen hinab – dann steht man unvermittelt an der Abbruchkante der Cingles de Son Rul•lan (Tiefblick auf Deià). Bei einer Jagd-Tafel scharf links in den Wald, kurz eben weiter und rechts zu einer Felsplattform. Von dort zieht der Pfad über ein System von schmalen und steilen, aber stellenweise sogar bewaldeten Felsbändern mitten durch die senkrechten Wandabstürze hinab. So überwindet man die Felsflanke in vier weiten Kehren. Dann geht es in vielen Kehren in den Steineichenwald zu einem Köhlerplatz (Hüttenruine) hinunter. Über einen weiteren Köhlerplatz (nicht rechts hinab) und in Serpentinen zu einem dritten Köhlerplatz mit Backofen. Dort nach rechts, an einem Wasserbecken im Fels vorbei und auf einem breiteren Weg abwärts. Bei einem alten Kalkofen links und bei der nächsten Wegeinmündung geradeaus in einen Graben mit alten Olivenkulturen. Eben durch den Hang und zwischen Terrassen zur Mauer des Landguts Son Rul•lan. Direkt vor dem Zufahrtstor scharf nach rechts und auf dem alten, stellenweise verwachsenen Pflasterweg zwischen Terrassen hinab. Ca. 10 Min. nach dem Tor links über Stufen abwärts, am gemauerten Portal der Font de ses Rotes vorbei und im Grasgelände neben dem Torrent Major zu einem Mauerdurchlass. Danach links unter der Ruine des Castell des Moro vorbei, zu einem weiteren Mauerdurchlass (die Metallabsperrung übersteigen) und gegenüber einem Haus zu einem Fahrweg. Auf diesem rechts zu einer Abzweigung, dort geradeaus und bald auf Asphalt zum Hotel Es Molí gegenüber von Deià hinunter. Vor dem Hauptgebäude beginnt der beschilderte Camí de Can Quet, der über eine Treppe zur Ma-10 führt. Auf der Hauptstraße links zur nahen Bushaltestelle unter dem Restaurant Can Quet. Gegenüber führt eine Straße an einer Trafostation vorbei in den Graben unter dem Kirchenberg von Deià. Durch diesen neben dem Bach aufwärts und von der zweiten Abzweigung links über die Brücke ins Ortszentrum von Deià hinauf (Bushaltestelle).
2 h

Leichtere Abstiegsmöglichkeiten: Wer nach Valldemossa zurückkehren möchte, hat drei Möglichkeiten. Die kürzeste davon ist, zum Pla des Aritges zurückzukehren und dort rechts abzubiegen. Der angelegte Weg führt über über das Plateau auf den fernen Puig de Galatzó zu, wendet sich bei der Einmündung unserer Aufstiegsroute etwas nach rechts und führt von den obersten Steineichen bergab, vorbei an einem Aussichtspunkt und zu einem weiteren Mirador direkt über einer senkrechten Felswand (herrlicher Blick auf Valldemossa). Nach der Steilstufe am Pas d’en Miquel erreicht man neben einer Mauer den Pla des Pouet; von dort wandert man links nach Valldemossa hinunter (1 h 30 min). Eine Alternative bietet der bei Tour 30 beschriebene Weg durch die Coma des Cairats (2 h). Sehr eindrucksvoll ist auch der Abstieg in umgekehreter Richtung, von Puig des Caragolí zum Coll de s’Estret de Son Gallard – von dort kann man links direkt zum Pla des Pouet hinunterwandern (1 h 30 min bis Valldemossa).