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Cap de ses Salines - Caló des Marmols

Art
Wanderung
Region / Ort
Touren im Süden/am Pla
Schwierigkeit
mittel
Charakter der Tour
Anspruchsvolle Küstentour durch ein sehr entlegenes Gebiet. Die Route verläuft auf Pfaden, aber auch durch wegloses Felsgelände am Rand wilder Klippen; stellenweise sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein wenig Klettergewandtheit erfordert. Steinmännchen; die Orientierung ist nicht überall ganz leicht. Kaum Schatten.
Ausgangsort
Cap de ses Salines südlich von Ses Salines
Ausgangspunkt
Vor dem Leuchtturm
Zufahrt
Auf der 9 km langen und asphaltierten Ma-6110, die zwischen Ses Salines und Es Llombards von der Ma-6100/PM 610 nach Süden abzweigt. Parkplatz beim Leuchtturm.
Bus/Zug
Keine öffentliche Verkehrsverbindung zum Cap de ses Salines. Wer bis Cala Llombards weitergeht, sollte vorher ein Taxi für die Rückfahrt bestellen (Tel. 971/655278 oder 971/657058).
Gehzeit
bis 4h
Höhenunterschied
200 m
Höchster Punkt
ca. 50 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Restaurants an der Platja de s’Almunia und Cala Llombards
für Kinder geeignet
nein
Rundtour
nein

Nirgendwo auf Mallorca ist es so heiß, in keiner anderen Gegend fällt so wenig Regen: Der Migjorn, der Süden der Insel, macht seinem Namen („Mittag“) alle Ehre. Viel Ursprüngliches ist hier noch zu entdecken: weite Felder, die mühsam bestellt werden und denen das Städtchen Campos seinen (römischen) Namen verdankt, Reste prähistorischer Talaiots und die Salzseen von Ses Salines im Hinterland des unverbauten Sandstrandes Es Trenc. Es gibt noch viel Platz im Land um das „Südkap“ Mallorcas, das Cap de ses Salines: Touristisches Leben pulsiert nur in wenigen Orten, etwa in zwischen den eleganten, weißen „Ibizastil“-Häusern von Cala d’Or oder an der Cala Santanyí, vor der sich die fotogene Felsbrücke Es Pontàs aus dem Meer reckt.
Sie ist das „Fernziel“ dieser Küstenwanderung, die vom Cap de ses Salines nach Nordosten führt – und den Wanderern um einiges mehr abverlangt als Tour 2. Die ersten 5 km beginnen gemütlich – auf verzweigten Pfaden zwischen der Küstenvegetation. Doch dann wird das Gelände zwischen Wald und Wasser immer rauer: Beim Abstieg in den Torrent hinter der Punta de sa Cresta, an dessen Mündung gern Fischer sitzen, greifen die Hände zum ersten Mal in den Fels. Im weiteren Verlauf der Steilküste zeigt sich, wie der stete Tropfen den Stein höhlt: Die Brandung hat hier bizarre Grotten (olla = Topf) aus dem Gestein gewaschen. Der tief eingeschnittene Caló des Màrmols bietet sogar einen kleinen, verschwiegenen Sandstrand.
Wer hier nicht umkehrt, liebt das Abenteuer: Bald spaltet die schmale Felsschlucht hinter der unzugänglichen Cala Figuereta das Küstengebiet; ihre Umrundung im verwachsenen Busch erfordert Pfadfinderfähigkeiten. Damit ist das Schlimmste geschafft - der weitere Weg zwischen „windgebürsteten“ Bäumen zieht sich zwar noch lang dahin, führt Sie aber zu zwei weiteren Traumbuchten. Zuvor, an der vorspringenden Punta des Bauç, durchquert man auch ein kulturgeschichtlich interessantes Gebiet: Mauerreste im Gebüsch zeigen, dass sich hier eine größere prähistorische Siedlung mit mehreren Talaiots und Begräbnisstätten befunden hat. Daneben steht ein Wachhaus samt Brunnen aus der Zeit des Bürgerkrieges; in der Türschwelle sind die Jahreszahlen 1938 und 1939 eingeritzt. Ein Stück weiter landeinwärts, im ebenen Gebiet der Finca sa Torre Almunia, steht ein altes Pumpwerk, dessen Wasser sich über eine schnurgerade Leitung in ein aufgemauertes Becken ergoß. Nicht weit davon entfernt klaffen zwei natürliche Löcher im Boden - die Cova des Drac, die Drachenhöhle. Es lohnt sich aber kaum, sie zu suchen: sie ist nicht begehbar; Drahtgitter und hineingeworfenes Geäst sollen Tiere vor dem Absturz bewahren. Und schließlich hält der lange Weg nach Cala Llombards noch einiges Auf und Ab bereit.
Wegbeschreibung:
Zum Caló des Màrmols: Zunächst muss man die Umgrenzungsmauer des Leuchtturms am Cap de ses Salines direkt am Meer umgehen; hinter einer Bootsrampe übersteigt man die Lücke in der zweiten Mauer. Dann geht man auf einem stellenweise verzweigten Küstenweg durch die Küstenvegetation, manchmal auch über sandiges Gelände und flache Felsplatten. Der Pfadführt an zwei Hausruinen vorbei, schlängelt sich oberhalb der immer höher werdenden Steilküste dahin (Mauer mit zwei Lücken), bis man zum ersten Mal die fernen Häuser von Cala Llombards sieht. Hinter der Punta de Can Barragot wird ein felsiger Taleinschnitt am besten in direkter Linie über das gestufte Gestein durchklettert; auf der jenseitigen Oberkante geht der Pfad rechts bei einem Steinmännchen weiter. Ein zweiter, mit Kiefern bewachsener Graben ist problemlos zu überqueren, allerdings muss man im Unterholz auf den Pfad achten. In den Wänden der Steilküste sieht man große Grotten und einen alten Steinbruch. Hinter einer weiteren Mauer gelangt man zum Abbruch der tief eingeschnittenen Felsbucht des Caló des Màrmols: Man geht kurz nach links und klettert dann neben einigen abgestorbenen Bäumen sehr steil zum kleinen Sandstrand hinab.
1 h 30 min

Zurück geht’s auf der gleichen Route.
1 h 30 min

Weiter nach Cala Llombards: Über den Sandstrand, die betonierte Treppe hinauf und auf einem Felsband zum einmündenden, grobsteinigen Torrent, durch den man links ansteigt. Weiter oben nach rechts, dann aber nicht zur nahen Straße hinauf, sondern noch unterhalb der Hangkante rechts auf einen schmalen Steig abzweigen. Dieser führt zu einer Hausruine und weiter entlang der Steilküste bis zur Mündung der Cala Figuereta, die sich landeinwärts mit einem tief eingeschnittenen Torrent fortsetzt. Man geht nun etwa 200 m weglos den Felsabbrüchen entlang, bis auf der anderen Seite eine Steinmauer sichtbar wird. Hier auf die Steinmännchen achten: Rechts unter Kiefern zum Bachbett hinab und oberhalb eines kleinen, betonierten Wasserbeckens zur erwähnten Mauer hinauf. Durch eine Lücke und dahinter auf Steigspuren durch verwachsenes Gelände zur Steilküste, der wir nun noch 3 km weit folgen. Zwischen zwei Mauern durch eine Mulde mit umgestürzten Bäumen, dann wandert man wieder problemlos oberhalb eines roten, abgerutschten Sandsteinhanges zum alten Wachhaus auf der Punta des Bauç. In diesem Bereich findet man die erwähnten Mauerreste des prähistorischen Dorfes.
Nun am Rand des ebenen Küstengebiets weiter (links ist in einiger Entfernung der Finca sa Torre Almunia zu sehen), bis der Pfad kurz „unterirdisch“ durch dichten Bewuchs führt und links über eine niedrige Felsstufe zu einem Karrenweg hinabzieht. Auf diesem kurz in Richtung des Caló des Maquer abwärts, gleich darauf jedoch links auf einen Pfad abzweigen und über einen bewaldeten Rücken zur Platja de s’Almunia hinüber. Dort zu den markanten Bootshäusern und über das kleine Plateau am Fuß der beiden Felsbuckel. An seinem vorderen Ende links zu einer ausgehöhlten Wand hinauf, oberhalb des Caló des Moro (kleiner Sandstrand unter ausgehöhlten Wänden) durch den Kiefernwald und dann zu einigen Häusern aufwärts. Über einen kreuzenden Weg, durch eine Mauerlücke und auf einem ebenen Pfad im Bogen zu den ersten Villen der Siedlung Cala Llombards. Den Carrer des Castellet hinauf und zuletzt auf der Avinguda de Cala Llombards noch ca. 1 km ins Ortszentrum.
2 h ab Caló des Marmols