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Sa Calobra (Port de sa Calobra)

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Teil der Gemeinde Escorca

Höhe: 150 m (bzw. am Meer)

Einwohner: 86 (mit Cala Tuent)

Lage: an der Nordwestküste zwischen Port de Sóller und Cala Sant Vicenç

Sa Calobra ist eines der bekanntesten Ausflugsziele Mallorcas: An manchen Tagen besuchen bis zu 34.000 Menschen die kleine Felsbucht an der Nordwestküste – die meisten davon mit dem Auto, auf dem Motorrad oder per Bus, denn die kurvenbreiche Bergstraße Ma-2141, die von der Abzweigung der Ma-10 zwischen Sóller und Lluc über die Anhöhe des Coll de Cal Reis zum Meer hinüberführt, gilt als Tourismusmagnet und Schaustück landschaftlich angepasster Ingenieurskunst. Unter Radsportlern gilt sie als besondere Herausforderung (die man allerdings nur in der ruhigeren Nebensaison annehmen sollte).

 

Wohl die wenigsten Besucher wissen, dass sie an Sa Calobra nur vorbeifahren. Die verborgene Ortschaft, die zur Gemeinde Escorca gehört und nur aus einer Handvoll Häuser (Cases de sa Calobra) besteht, duckt sich etwas oberhalb der gleichnamigen Bucht unter die zerklüfteten Ausläufern des Puig Major. Das Dorf und sein Mini-Hafen Port de sa Calobra waren durch die Jahrhunderte nur übers Meer und auf einem langen Fußweg von Sóller erreichbar – oder auf schwindelerregenden Schmugglerpfaden im Bereich des Torrent de Pareis. Zum Gottesdienst mussten die Menschen zum gotischen Kirchlein Sant Llorenç hinaufgegen, und zwei Wachtürme – die halb verfallene Torre des Bosc und die höher gelegene Torre de sa Mola de Tuent – erinnern noch an den Kampf gegen die Piraten. Um 1930 lebten an diesem weltentlegenen Ort nur etwa 30 Menschen von der Landwirtschaft und ein wenig Fischfang. Dann "entdeckten" Künstler die wilde Schönheit dieser Landschaft, die nicht zuletzt durch die Bilder des katalanischen Malers Joaquim Mir i Trinxet Bekanntheit erlangte. 

 

Da kam der Bau einer Ausflugsstraße gerade recht: Als Arbeitsbeschaffungsprojekt konzipert, verwirklichte der italienischstämmige Ingenieur Antonio de Parietti zwischen 1930 und 1935 eine 12,5 km lange Fahrbahn, die auf 4 km Luftlinie einen Höhenunterschied von insgesamt fast 1000 m überwindet. Möglich wurde das nur durch die Anlage enger Haarnadelkurven, hoher Stützmauern und des berühmten Nus de sa Corbata ("Krawattenknotens"), bei dem er die Trasse in einer 270-Grad-Kurve und über eine Brücke um sich selbst kreisen ließ. Die mit einer Neigung von 12 % steilste Stelle findet sich in der natürlichen Felskluft des Cavall Bernat; ansonsten liegt die Steigung zwischen 6 % und 8 %. 31.000 m³ Gestein trugen die Arbeiter damals in mühsamer Handarbeit ab, um sie – mit Teer als Bindemittel – an anderen Passagen wieder aufzuschichten.

 

Unten am kleinen, schattigen Kiesstrand findet man heute Bars und Restaurants, die Anlegestelle für die Schiffe aus Port de Sóller und einen Gebührenparkplatz. Ein ebener Promenadenweg führt oberhalb der Steilküste zu zwei Tunnels, durch die man in den Mündungsbereich des Torrent de Pareis und seinen schmalen, von schroffen Felsen umrahmten Kiesstrand gelangt. Dort finden im Sommer Chorkonzerte statt – die Akustik ist umwerfend!

 

Schiffsverbindungen

Barcos azules, Tramontana Cruceros, Tel. 971/633109