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Wildes Bergland

Die nördliche Serra de Tramuntana erstreckt sich vom Cap de Formentor bis zum Bergland zwischen Pollença und Lluc. Hier findet man wilde, abseits der Orte fast menschenleere Gebiete und besonders bizarr verwitterte Felskämme.   

Seine wilden und seltsam geformten Felsformationen
verdankt das Gebiet den vergleichsweise reichen Niederschlägen und dem Phänomen des Karsts. Das kohlendioxidhältige Regenwasser vermag das Kalkgestein aufzulösen. Durch diesen chemischen Prozess entstanden unzählige Klüfte und messerscharfe Karren im Gestein, „Steingärten“ mit seltsamen Felsfiguren und Poljen. Diese Becken, die mit fruchtbarer Erde aufgefüllt wurden, erklären die Tatsache, dass man in höheren Lagen des Gebirges durchaus landwirtschaftlich genutzte Flächen findet, während weiter unten bloß die Anlage von Oliventerrassen möglich ist. Zum Formenschatz des Karsts gehören auch avencs (Dolinenschächte) und coves (Höhlen).

Nordöstlich von Pollença und Alcúdia
setzt sich die Serra de Tramuntana in zwei gebirgigen Landvorsprüngen fort – in der berühmten Halbinsel Formentor und in der Península de la Victòria. Letztere trennt die Bucht von Alcúdia und der Bucht von Pollença; ihr Name geht auf die Ermita de la Victòria zurück, die oberhalb der Küste steht.  

Fotos
Oben: Dieser namenlose Felsgipfel gegenüber dem Puig d'en Alí schmückt sich mit einer ausgeprägten Karrenplatte.
Rechts: Der Blick von der Talaia Vella hoch über Cala Sant Vicenç schweift über die Schneide der Serra de Cavall Bernard und das Vall de Bóquer bis zum Pal auf der Halbinsel Formentor. Das wilde Bergland von Mortitx zählt zu den wildesten und entlegensten Gebieten der Insel.