Windmuehlen
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  • Windmuehle Abend
  • Windmuehle mit Mandelbaum

Windmühlen auf Mallorca

Molis de vent gehören zum Klischeebild Mallorcas wie Sand und Sonne. Selbst in Teilen von Palma gehören Windmühlen zum Stadtbild; der Vorort El Molinar, in dem sie einst in einer lange Reihe standen, verdankt ihnen sogar seinen Namen.

In drei Gebieten fällt eine ganz besondere Häufung dieser Konstruktionen auf: in der Ebene von Sant Jordi östlich von Palma, wo man sie schon beim Landeanflug durchs Flugzeugfenster sieht, im flachen Land südlich von Campos und in der Umgebung von Sa Pobla. Insgesamt entstanden dort ab der Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 2300 Windmühlen mit drehbaren Flügelachsen auf runden oder quadratischen Unterbauten. Mit ihrer Hilfe konnte man in versumpften Gebieten den Grundwasserspiegel absenken (was u. a. erst den Bau des Flughafens von Palma möglich machte); manche dienten aber auch zur Bewässerung der Felder. Ab 1934 kamen auch Stahlkonstruktionen aus Amerika auf. Weltweit befinden sich – abgesehen von der Mittelmeerinsel Kreta – nirgends so viele Windmühlen auf so engem Raum wie hier.

Älter und von ganz anderer Bauweise sind die meisten der rund 600 molis fariner in den Orten und ihrer Umgebung. In diesen Rundtürmen wurde Getreide zu Mehl vermahlen; im Süden zerkleinerte man mitunter auch Salz.

Man unterscheidet verschiedene Arten der Windmühlen danach, ob ihre Flügel aus Gittern bestehen, mit Stoffsegeln bespannt sind oder wie Speichenräder aussehen, ob sie Holz- oder Metallschaufeln aufweisen. Letztere sind am meisten verbreitet und vielfach blau-weiß lackiert, was die Farben des Windes und des Wassers symbolisiert.

Die ältesten schriftlichen Zeugnisse über Mallorcas Windmühlen gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Möglicherweise kam die Technologie, die kinetische Energie aus Luftbewegungen über rotierende Flügel in die mechanische Kraft von Pumpkolbenstangen oder Mühlsteinen umzuwandeln, jedoch schon mit den Arabern auf die Insel.

Heute sind die meisten Windmühlen außer Betrieb, ihrer Flügel beraubt oder überhaupt verfallen; Wasserpumpen laufen längst mit Diesel- oder Elektromotoren. Die 1986 gegründete Berufsschule FODESMA bildet jedoch wieder junge Menschen für die Restaurierung der Windmühlen aus. Dank dieser Escola de Molins wurden bereits 80 dieser Wahrzeichen Mallorcas wieder instand gesetzt.

Fotos

Oben: eine Windmühle zur Bewässerung von Feldern um Sa Pobla, im Hintergrund die Serra de Tramuntana

Rechts: Windmühlen-Relikt bei Muro, eine Getreidemühle in Algaida und ein blühender Mandelbaum vor einer Mühle in Sineu