Salinen
  • Salinen bei Es Trenc
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  • Saline Salzsee

Salinen: Salz durch Sonnenkraft

Die Salines de Llevant im Gebiet des heutigen Tourismusortes Colònia de Sant Jordi gelten als die ältesten Mallorcas der Insel; sie gehen auf das 4. vorchristliche Jahrhundert zurück, als punische Händler auf der kleinen Insel Na Guardis vor dem Sandstrand Es Dolç mit der Salzgewinnung begannen. Reste eines Lagerhauses vor dem Inselchen Na Gavina deuten auf einen Salzhandelsplatz aus dieser Zeit hin. Auch bei den nachfolgenden Römern, Byzanthinern und Arabern war das „weiße Gold“ aus dem Süden Mallorcas heiß begehrt; die Ortschaft Ses Salines verdankt ihm sogar ihren Namen.

Die Technik der Salzgewinnung hat sich in den Salzgärten Sa Vall bei Colònia de Sant Jordi und im Salobrar de Campos seit dem Mittelalter nur wenig verändert. Im März oder April wird mittels Pumpen ungefiltertes Meerwasser in fußballfeldgroße Vor- oder Erhitzungsbecken geleitet; dort beginnt der Prozess der Verdunstung und der Ausfällung des Salzes und verschiedener Mineralien.

Ist ein Teil des Wassers verdampft, leitet man den Rest in Nähr-  und schließlich in Kristallisationsbecken. Dort wird die Lauge mit einer erhöhten Konzentration an bitteren Kalium- und Magnesiumsalzen ab- und frisches Meerwasser zugeleitet. Ab August erntet man das Salz mit einem Wassergehalt von 4 %, das schließlich gewaschen, gemahlen oder gepresst sowie in zwei Sorten abgepackt in den Handel kommt.

Salinen bestanden einst auch an der Bucht von Palma und im Norden bei Alcúdia. Die Salinen im Salobrar de Campos sind die letzten, die – mit Unterbrechungen – bis heute in Betrieb stehen. Seit 1951 kommen dort auch Maschinen und Bagger zum Einsatz; mittlerweile liegt der Jahresertrag bei etwa 10.000 t. Andererseits erntet man auch wieder Salz mit der Hand, und zwar „Flor de Sal“, die oberste und wertvollste Schicht der Kristalle.

Zufahrt: von Campos Richtung Colònia de Sant Jordi, Abzweigung bei Km 7,5 (400 m nach den Banys de Sant Joan) nach der Beschilderung „Platja des Trenc“. Kurz darauf sieht man schon die Schuppen und Salzberge neben den Becken von Sa Mareta, denen die schmale Straße ein Stück weit folgt (beschränkte Parkmöglichkeit).

Fotos

Oben: Salzberge in Sa Vall bei Colònia de Sant Jordi

Rechts: Details von der Saline im Salobrar de Campos – schneeweiß gleißende Salzberge, der Abfluss der Lauge und Salzkristalle aus der Nähe