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  • PA134560
  • Strohhuette
  • Backofen

Köhlerplätze

In den Wäldern findet man auf Schritt und Tritt die Steinrelikte kleiner runder Hütten, unter deren konischem Grasdach zeitweise carboners (Köhler) lebten. Sie arbeiteten selbständig oder für einen Grundbesitzer. Da und dort blieb sogar noch der dazugehörige, einfach aus Steinen aufgeschichtete Backofen erhalten. Rundherum fallen zahlreiche runde, ebene und mit bemoosten Steinen abgegrenzte Plätze auf. Darauf glosten im Frühjahr und im Herbst die sitjas (Holzkohlemeiler).

Für die Gewinnung von Holzkohle nutzte man oft Abfallholz der Landgüter. Meist verwendete man jedoch Bäume aus den flacheren Bereichen der Berge, die in ca. 5 ha große ranxos aufgeteilt waren. Diese durfte man, um die Wiederaufforstung zu gewährleisten, nur etwa alle 7 Jahre nutzen – eine Regelung, die jedoch nicht immer eingehalten wurde. Die runden Fundamente bestanden meist aus Tonerde; zwischen den Steinen blieben Spalten für die Regelung der Luftzirkulation frei. Darüber schichtete man das Holz auf, wobei man in der Mitte einen Schacht für den Rauchabzug freiließ. Zuletzt bedeckte man den Meiler mit Ästen, Stroh und Erde, entzündete das Holz und brachte es durch genau dosierte Luftzufuhr zum gleichmäßigen Verkohlen – ein Vorgang der eine oder eineinhalb Wochen dauerte und ununterbrochen überwacht werden musste.

Fotos

Oben: Köhlerplätze einst ...

Rechts ... und jetzt. Die mit Stroh oder Gras gedeckten Hütten der Köhler boten wenig Komfort – und im dazugehörigen Backofen stellte man selbst das Brot her.