Marines
Versteinerung

Marines

Hinter einigen Küstenabschnitten breiten sich marines aus. Diese flachen, oft mehr als 100 m hoch gelegenen Gebiete findet man an der Ostküste oder jenseits der Steilufer bei Llucmajor und Santanyí, zwischen dem Pla und der Bucht von Alcúdia sowie im Becken von Santa Ponça im Südwesten Mallorcas. Ihr Gestein bildete sich (ähnlich wie das der Berge) durch Sedimentation – jedoch viel später, vor etwa 5 Millionen Jahren, als sich rund um die Insel Korallenriffe bildeten. In den Lagunen hinter diesen Wällen lagerte sich viel Material ab, das dann etwas angehoben, aber kaum verformt wurde und in seiner horizontalen Schichtung erhalten blieb. Im Bereich der Cala Pi oder am Cap Blanc findet man da und dort noch versteinerte Korallen, die an die Entstehung der marines erinnern.

Es ist ein besonderes Erlebnis, durch die noch nicht landwirtschaftlich oder touristisch genutzten Bereiche der marines zu wandern: Dort ist man oft auf kaum kenntlichen Pfadspuren durch lichte Kiefernwälder oder in steppenartig karger Vegetation unterwegs, geleitet höchstens von ein paar Steinmännchen. Wo – etwa durch den Verbiss von Ziegen – auch die Macchia verschwindet, behaupten sich nur mehr extrem harte und genügsame Pflanzen: Zwergsträucher, Kräuter, Zwiebel- und Knollengewächse oder die Baumwolfsmilch, da und dort aber auch Orchideen und Ragwurzarten. Neben runden Strauchinseln und dornigen Polstern gedeihen seltsame Pflanzen wie der gelbe Sandstern, der Meerfenchel und die Stranddistel. Der ständige Wind drückt Wacholderbüsche zu Boden und bürstet sie glatt, bis sie an grüne Raketenabschussrampen erinnern. Besonders entlang der Ostküste versperren immer wieder Schluchten den Weiterweg – dann heißt es, auf schmalen Felsbändern durch steile Flanken hinunter- und drüben wieder hinaufklettern.

Fotos

Oben: zerklüftete Felsplatten direkt über dem Meer – und dahinter das flache Land der marines an der Ostküste

Rechts: eine Versteinerung auf Felsplatten bei Cala Pi