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Salobrar de Campos

Etwa 10 km südlich von Campos liegt ein großes Feuchtgebiet: der Salobrar de Campos. Hinter einem langen, mit Kiefern bewachsenen Sanddünenwall, an dem auch die bekannte Platja des Trenc liegt, findet man salzhaltige Seen, Teiche und Sümpfe – möglicherweise die Reste einer Lagune. Teile davon werden heute noch zur Salzgewinnung genützt.

Während auf den Dünen Kiefern und phönizische Zedern, wilde Olivenbäume, Mastixbüsche, wilder Spargel und Affodill gedeihen, lässt der salzhaltige Boden um die Seen nur genügsame, Wasser speichernde und daher fleischig aussehende Halophyten (Salzpflanzen) aufkommen. Im Sandboden am Wasser stehen Binsen und Schilfrohr; als einzige Baumart kommt die Tamariske vor.

Der Salobrar lockt an die 170 Vogelarten an, und so kann man hier z. B. Schwärme von Flamingos, aber auch Stelzenläufer, Kormorane, Stockenten, Störche und Seidenreiher beobachten. Die meisten Wattvögel sind nur kurze zu Gast oder überwintern hier. Ein besonders spezialisiertes Lebewesen in den Salzbecken heißt Artemia salina: Diese ca. 4 mm großen Schalentiere zählen zu den ältesten und anpassungsfähigsten Organismen der Erde; ihre orangerote Farbe kommt vom Pigment Hämoglobin, mit dem sie in sauerstoffarmen Wasser mit einem Salzgehalt bis zu 300 g/l überleben.

Eine Fläche von knapp 1500 ha ist Natur- und Vogelschutzgebiet; darüber hinaus wurde der Salobrar Teil des Naturschutz-Netzwerks Living Lakes und Ramsar-Schutzgebiet. Der GOB fordert schon seit Jahren die Einrichtung eines Naturparks, nicht zuletzt auch, um den Sandstrand Es Trenc vor der ungeregelten touristischen Nutzung zu schützen.

Die Grenze zum landwirtschaftlich genutzten Bereich bildet eine kleine Anhöhe, an deren Südrand – direkt hinter der Platja des Trenc – Sa Canova liegt. Dieses unberührte Gebiet ist von mediterraner Macchia mit  wilden Ölbäumen, Pistazien, Zistrosen, Rosmarin und Süßgras bewachsen und birgt viele geschützte und bedrohte Orchideen. Dazwischen tummeln sich so seltene Vögel wie der Triel oder die balearische Sardengrasmücke, eine endemische Vogelart. Der GOB konnte die Bebauung von Sa Canova bisher noch verhindern.

Fotos

Oben: Wasser und Weite – der Salobrar gegen das Massiv von Randa

Rechts: der Salobrar, seine Nutzung zur Salzgewinnung und einige seiner Besucher