Burgen und Wachtürme

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  • Cala Pi Wachturm
  • Castell de Santueri Zinnen

Bis heute üben die Festungen und Wehrbauten vergangener Jahrhunderte eine besondere Faszination aus. Auch auf Mallorca entstanden im Mittelalter Burgen. Die älteste davon, das Castell d’Alaro, bestand schon bevor die Araber die Insel beherrschten; möglicherweise stammt sie aus byzantinischer Zeit. Zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert, also unter den Mauren, erbaute man das Castell del Rei bei Pollença und das Castell de Santueri im Süden der Serres de Llevant. 

 

Die Burgen, die auf Bergen oder hohen Felsen standen, waren nahezu uneinnehmbar: Dank eigener Wasserzisternen und dem Vieh, das man hinter den Festungsmauern hielt, scheiterten mitunter sogar monatelange Belagerungen. Dies änderte sich erst im 16. Jahrhundert – mit der Erfindung des Sprengstoffs und dem Einsatz der ersten Kanonen. Also baute man in der Folge schräge Wehrmauern, wie man sie in Palma noch heute sieht – sie vermochten die Wucht der Geschosse abzufangen. Trotzdem verloren die Festungen im Landesinnern immer mehr an Bedeutung: Sie wurden verlassen und verfielen.

 

Der Alltag hinter Burgmauern gestaltete sich so hart und eintönig wie für die einfachen Bauern und Arbeiter. In den meisten Festungen lebten nur wenige Menschen das ganze Jahr über, um für den Kriegsfall zu trainieren und Wache zu halten. Ihr Speisezettel war karg: Fleisch oder gepökelten Fisch gab es nur selten; man stärkte sich vor allem mit Brot und Wein, der Energie für die harte körperliche Arbeit lieferte. Die landwirtschaftlich wesentlich versierteren Araber hatten sich da schon gesünder ernährt – mit mehr Gemüse, aber auch mit Obstsäften oder Wasser, das mit Zimt oder anderen Gewürzen aufgekocht wurde.

 

Fotos

Oben: die stolze Burg auf der Nationalpark-Insel Cabrera

Rechts: Eintauchen in die Geschichte – ob am Wachturm über der Cala Pi oder unter den Zinnen des Castell de Santueri

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