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Die Sprache

Auf Mallorca gelten zwei Amtssprachen: Català (Katalanisch) und Castellano (Kastilisch – „Spanisch“). Das Katalanische, eine eigenständige romanische Sprache, etablierte sich ab 1229, nachdem der katalanisch-aragonesische König Jaume I. die Insel von den Arabern zurückeroberte und unter seinen Gefolgsleuten aufteilte.  Der um 1232 in Palma geborene Ramon Llull erhob das Katalanische in seinen Werken in den Rang einer eigenständigen Literatursprache. 1502 brachte der Heidelberger Drucker Johann Rosembach in Perpinyà (Perpignon) das erste katalanisch-deutsche Vokabular heraus. 1716 wurde das Kastilische zur Amtssprache in ganz Spanien erklärt, blieb jedoch noch lange auf den offiziellen Gebrauch in der Administration beschränkt. In der Zeit der zweiten Republik (1931 bis 1936) erlangte das Katalanische wieder offizielle Bedeutung. Nach dem spanischen Bürgerkrieg setzte General Franco das Kastilische jedoch rigoros als einzige Landessprache Spaniens durch und ließ den Gebrauch des Catalá verfolgen.

Erst im Zuge der Demokratisierung und Autonomiebewegung nach Francos Tod erhob man das Katalanische wieder in den Rang der ersten Landessprache in Katalonien inklusive der Balearen.  Allerdings bestehen Unterschiede zwischen der standardkatalanischen Schriftsprache und Mallorquí, dem auf Mallorca gesprochenen Dialekt des Katalanischen. In den amtlichen Medien Mallorcas, aber auch auf offiziellen Schildern und in Landkarten findet man mittlerweile fast ausschließlich katalanische Bezeichnungen und Ortsnamen. In Palma und den Tourismusorten ist das Kastilische jedoch nach wie vor dominant.