palma de mallorca

Palmas noble Innenhöfe

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Patis – auf kastillisch Patios – zählen zu den charakteristischen Besonderheiten der Altstadt von Palma. Die meisten diese Innenhöfe entstanden im 17. und 18. Jahrhundert zwischen den einzelnen Baubereichen der noblen, im Verlauf des 18. Jahrhunderts oft palastartigen ausgebauten Stadthäuser, die ihre adeligen und wohlhabenden Besitzer bescheiden "Can" (Haus von ...) oder "Ca nostra" (unser Haus) nannten. Einige dieser Oasen der Stille und der Eleganz gehen sogar auf die Zeit der Gotik zurück.

 

Manches ist so gut wie allen Patis zu eigen: eine elegante Treppe zum ersten Stock, ein Brunnen, der allen Hausbewohnern zugänglich war – und viel Platz. Dies entsprach nicht nur dem Wunsch nach Repräsentation, sondern auch einer mittelalterlichen Vorgabe, nach der ein Innenhof an die 25 Reiter samt ihren Pferden aufnehmen musste. Folgerichtig befestigte man selbst die Fackeln zur Beleuchtung so weit oben, dass man bequem drunter vorbeireiten konnte ... Die charakteristisch abgeflachten Halb- oder Korbbögen der Portale gehen nicht auf architektonische Modeströmungen zurück, sondern auf die Tatsache, dass der vielfach verwendete „Mares-Sandstein“ für höhere Bögen nicht nutzbar war.

 

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts herrschte in den heute so stillen Patis reges Leben. Tagsüber standen sie stets offen, beherbergten Kutschen, Zugtiere oder dienten als Verkaufsraum. Heute ist es schwierig geworden, große Stadthäuser zu erhalten; viele von ihnen zu wurden Amts- und Geschäftsgebäuden oder zu noblen Apartments – und die meisten Patis sind mit Gittern verschlossen, die nur einen flüchtigen Blick auf ihre kühle Eleganz gewähren. Nur einmal im Jahr, in der Zeit um Fronleichnam, öffnen sich viele davon für einen Tag.

 

Es lohnt sich, einen Stadtrundgang zu den schönsten Innenhöfen in Palmas Altstadt zu unternehmen – hier finden Sie einen Routenvorschlag.

 

Fotos

Oben: Der Pati im einstigen Wohnhaus des Malers Joaquin Torrents Lladó

Rechts: der Innenhof im Casal Solleric (am Passeig des Borne) – hinter dem Buchladen