Bahnhof Palma Intermodal

Seit dem 11. Mai 2003 fahren wieder Züge von Inca ins 35 km entfernte Manacor. Sie folgen zunächst der Route Richtung Sa Pobla, nur auf dem rechten Schotterdamm, der von Enllaç geradeaus in die Ebnene des Pla hineinzieht. Zäune säumen den gesamten Streckenverlauf beidseits, um die Gleise vor ungebetenen Gästen – vor allem Tieren – zu schützen. Nahe dem Torrent de Son Bordils wendet sich die neue, alte Bahnlinie südwärts nach Sineu. Der Bahn-Fortschritt fand hier am 17. Februar 1878 Eingang. Für den Bau des Bahnhofs fanden damals Steine aus Palmas abgebrochener Stadtmauer Verwendung; heute beherbergt er eine Galerie für zeitgenössische Kunst.

Weiter geht’s, dem Nachbardorf Sant Joan entgegen. Nach 5 km schwenkt der Bahndamm jedoch unvermittelt nach links, um nördlich am Puig de Sant Nofre vorbeizurattern. Bald begleitet er die Hauptstraße – rechts sitzen, dann erspähen Sie die doppeltürmige Wallfahrtskirche auf dem 315 m hohen Puig de Bonany. Hier unterscheidet sich die neue Streckenführung von der alten, die mitten durch Petra führte: Der Zug hält nördlich des Ortes. 

Schließlich schlängelt sich der Schienenweg durch das fruchtbare Kulturland nach Manacor, das er erstmals im Jahre 1879 erreichte. Das weite Gelände des ehemaligen Bahnhofsbereichs im Nordwesten des Stadtzentrums bezeugt noch den Aufschwung durch den Bahnanschluss. Dort wurde im Januar 2001 das erste Gleisstück für die Revitalisierung verlegt – und am Muttertag 2003 feierten mehr als 3000 Bahnfans die Einweihung des restaurierten Empfangsgebäudes. Alles in allem kostete der Neubau der Strecke rund 33,4 Millionen Euro.

In Zukunft sollen die Züge – weiterhin dem alten Trassenverlauf folgend – am Puig de Son Galiana vorbeifahren und in Sant Llorenç des Cardassar einlaufen. Die Bahntrasse führte dann westwärts zu den Serres de Llevant, überwand dort eine 70 m über dem Meer gelegene Senke und peilte nahe der Ostküste die Ortschaft Son Servera an. Kurz davor wäre eine kurze Anbindung der Touristenhochburg Cala Millor möglich; sogar an den Einsatz historischer Dampfzüge ist gedacht. Kurz vor Son Servera soll die Bahn jedenfalls wieder über ihre schöne, auch beim Straßenausbau erhalten gebliebene Steinbrücke tuckern, um sich durch eine reizvolle Hügellandschaft schlängeln und nach einer kräftigen Linkskurve im Bahnhof von Artà zu stoppen.

Die Geschichte dieses Streckenabschnittes ist typisch für die „zweite Epoche“ der mallorquinischen Eisenbahnen. Seine Realisierung ermöglichte vor allem der Bankier und Großgrundbesitzer Rafel Blanes Tolosa, dessen Vorfahren in Puerto Rico zu Reichtum gelangt waren. Er beteiligte sich an der Eisenbahngesellschaft, wurde zu ihrem Vorstandsmitglied und setzte als örtlicher Politiker schließlich auch den Baubeschluss durch. 4,5 Millionen Peseten kostete der knapp 30 km lange Schienenweg von Manacor nach Artà, der am 16. Juni 1921 eröffnet wurde. In der Folge war der Ort 56 Jahre lang an das Bahnnetz der Insel angeschlossen. Mittlerweile wurde das Stationsgebäude am Südrand des Ortes wieder restauriert – es würde wohl ein Kopfbahnhof bleiben: Capdepera und das Urlaubszentrum Cala Rajada lassen sich nur in östliche Richtung an die Bahnlinie anbinden.

Fahrplan

Foto
Start in Palma, in der Estació Intermodal