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Mit der Bahn nach Sa Pobla

Wer das flache Kulturland zwischen der Serra de Tramuntana und der Inselebene Es Pla aus dem Waggonfenster betrachten möchte, steige im unterirdischen Bahnhof von Palma – gegenüber der Plaça d’Espanya – in den Zug nach Sa Pobla. Nicht erschrecken, wenn die eine oder andere Lokomotive vom Start weg einen Geräuschpegel wie ein Formel-1-Bolide von sich gibt; die Pendler nehmen’s mit stoischer Gelassenheit hin.

 

Auf den ersten Bahn-Kilometern geht’s durch unterirdische Betonröhren aus der Stadt hinaus: Man fährt unter den großen Depothallen der SFM durch. Von der Haltestelle Pont d’Inca zweigte bis 1964 die Bahnlinie Richtung Llucmajor und Santanyí ab. Wir durchqueren dagegen das Wohn- und Gewerbegebiet um Marratxi, in dem die Station beim Festival-Park regen Zuspruch erhält. Danach zeigt sich bald der ursprüngliche Charakter der Gegend: Rechts liegt die Ebene – rotbraune Erde, lange Reihen von Oliven, Feigen- und Johannisbrotbäumen, alte Gehöfte am Rand der Nebenstraßen. Links tauchen die Berge der Serra de Tramuntana aus dem Dunst, allen voran der Felsklotz des Puig d’Alaró (825 m). Besonders schön ist es im hier Raiguer Anfang Februar, wenn blühende Mandelbäume das Land in zartrosa und weiße Wolken tauchen. Der Bahnhof von Santa María del Camí wurde renoviert und mit einem Hochbahnsteig ergänzt.

 

In der Folge fahren wir durch die Weingärten um Binissalem bis Inca, vorbei an der Ermita des Cocó und am 1966 eröffneten Zementwerk von Lloseta. Ideen für die weitere Bahnverbindung von Inca über Selva, Campanet und Pollença nach Alcúdia gerieten in Vergessenheit; gebaut wurden jedoch zwei Schienenstränge in de Inselebene.

 

Ihnen folgt auch die revitalisierte Strecke nach Sa Pobla bzw. Manacor, die zunächst als doppelgleisige Linie nach Südosten zielt. Nach der Querung der Autobahn führen sie durch das idyllische Kulturland des Hort de Can Serra – hinter den Fenstern auf der linken Waggonseite erhebt sich der Puig des Santa Magdalena (307 m). 5 km südöstlich von Inca erreichen sie den ehemaligen Abzweigebahnhof Enllaç, der inzwischen ausgebaut und wieder mit einem Bahnsteig versehen ist. Bis hierher reicht die Strom-Oberleitung, weiter ziehen Dieselloks die Waggons. Die Bahn schwenkt hier in einem felsigen Geländeeinschnitt nach links und fährt bald im einsam gelegenen Bahnhof Llubí ein. Statt des Dorfes sieht man die große Finca, der dieses Tal seinen Namen verdankt, dann geht‘s Richtung Muro weiter. Auch diese Station liegt ein wenig abseits des Ortes.

 

Schließlich wendet sich der Zug nach Norden und steuert durch die Felder der Finca Son Basca auf den derzeitigen Endbahnhof zu. Ziemlich unvermittelt hält der Zug am Hochbahnsteig am südlichen Ortsrand von Sa Pobla – die alten Schienen führten noch ein kurzes Stück weiter zum einstigen Bahnhofsgebäude im Ortszentrum.

 

Fahrplan

 

Foto

Der Dieselzug startet in Santa Maria del Camí.