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Im höchsten und wildesten Bereich der Serra de Tramuntana, in der Gemeinde Escorca zwischen Pollença, Inca und Sóller, liegt das bedeutendste Heiligtum Mallorcas. Vielleicht deutet sein Name auf die dichten Steineichenwälder in seiner Umgebung hin, denn das lateinische lucus bedeutet soviel wie „heiliger Hain“. Die Gründungslegende der Wallfahrtskirche erzählt dagegen von einem maurischen Hirtenknaben, der zum Christentum übergetreten war und den Namen Lukas (mallorquinisch = Lluc) angenommen hatte: er soll hier eine Madonnenstatue entdeckt haben, die an der Fundstelle eine Kapelle erhielt. Die Statue ging vermutlich auf das 13. Jahrhundert zurück und ging leider verloren. Die jetzt in der Kirche aufgestellte Muttergottesfigur, die moreneta (die „kleine Braune“), stammt aus dem 16. Jahrhundert, dürfte aus Belgien stammen und wurde von einem reichen Händler gestiftet.

Das 1230 entstandene Gotteshaus wurde 30 Jahre später zu einer Einsiedelei erweitert und im 17./18. Jahrhundert zur heutigen Größe ausgebaut. Die zahlreichen Pilger kamen aus allen Richtungen auf herrlich angelegten, über weite Strecken gepflasterten Wegen. Der „Camí Vell de Lluc“ beginnt jeweils in Pollença, in Caimari (bei Inca) und in Sóller. Unter dem Franco-Regime galt Lluc als Symbol mallorquinischer Eigenständigkeit. In der dunklen Klosterkirche herrscht eine wundervolle Atmosphäre (10 – 17.30 Uhr, Messe So 11 Uhr).

Sehenswert: Museum im 1. Stock (Exponate von der Frühzeit bis zur Gegenwart), Zentrum für Naturstudien Ca s'Amitger (Schautafeln über Flora und Fauna), schöner botanischer Garten hinter der Kirche.

Tipps:
Der Kinderchor (els blauets) singt täglich um 11.15 Uhr. Festa litúrgica de la Mare de Déu de Lluc am 12. September. Marxa des Güell a Lluc a peu in der letzten Juliwoche (48 km langer Fußmarsch von Palma nach Lluc mit bis zu 50.000 Menschen am Start).

Zufahrt: von der Ma-10 bei Km 19 (beschildert); großer Parkplatz vor dem Kloster

Fotos
Oben: Die Muttergottes ist das Ziel aller Wallfahrer und Ausflügler.
Rechts: Im Innenhof vor der Kirche steht das Denkmal des Bischofs Pere Joan Campins, der sich um den Ausbau des Klosters verdient machte.