PA104358
  • Cura Kirche innen
  • Randa Marienstatue
  • Randa Gracia

Das 540 m hohe Bergmassiv von Randa, das sich zwischen Algaida, Montuïri und Llucmajor über der Inselebene erhebt, erschien dem mallorquinischen Dichter Miquel Costa i Llobera „wie ein enormer primitiver Altar“. Tatsächlich handelt es sich hier um einen „heiligen Berg“ Mallorcas, dessen Bedeutung gleich drei Heiligtümer unterstreichen. Das unterste, das auf das 15. Jahrhundert zurückgehende Santuari de Nostra Senyora de la Gràcia, klebt wie ein Schwalbennest unter den hohen Südostabstürzen des Berges, die mit großen Stahlnetzen vor Steinschlag gesichert wurden. Die oberhalb der Felsen errichtete und noch ältere Ermita de Sant Honorat wird heute noch von Ordensbrüdern bewohnt; man kann sie nicht besichtigen und sollte sich dort besonders ruhig verhalten.

Die meisten Ausflügler fahren auf der kurvigen Bergstraße Ma-5018 von Randa gleich zum Santuari de Nostra Senyora de Cura hinauf. Die Gebäude dieser Wallfahrtsstätte, die von Franziskanern betreut wird, stehen auf dem Gipfelplateau, das eine fantastische Aussicht über weite Teile der Insel gewährt: An klaren Tagen erblickt man 36 Städte und Orte Mallorcas, viele Abschnitte der Küste, die gesamte Serra de Tramuntana sowie die Inseln Cabrera und Eivissa/Ibiza. Aufgrund dieser zentralen Lage wurden hier allerdings auch Sender und Anlagen der Telekommunikation, der Flug- und der Waldbrandüberwachung errichtet. So fällt es schwer, sich den Alltag der ersten Einsiedler auf Cura – dem „oberen Bereich des Berges“ – vorzustellen. Urkunden zufolge lebten sie bereits im 15. Jahrhundert im Bereich der Gipfelfelsen, in denen man noch heute ihre schmalen, höchstens 2 m langen Schlaflöcher findet. Sie beriefen sich auf den großen Theologen und Philosophen Ramon Llull, der hier im 13. Jahrhundert Einkehr suchte.

Später entstand auf dem Gipfelplateau eine Kirche, an die im 16. Jahrhundert eine Grammatikschule – eine Art Gymnasium – angeschlossen wurde. Das kleine Gotteshaus, das in seiner heutigen Gestalt auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, birgt die 42 cm große Steinfigur der Jungfrau von Cura, die vermutlich aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, sowie – nach franziskanischer Tradition – eine Krippe rechts neben dem Eingang.

Die Bar/Cafeteria ist ganzjährig täglich von 9 bis 17 Uhr (Wochenende 18 Uhr) geöffnet.

Gottesdienst ist immer Sonntags um 12:00 Uhr

Weitere Infos

 

Zufahrt von Randa (Abzweigung von der Straße Ma-5010 nach der Beschilderung „Cura“). Die asphaltierte, aber kurvenreiche Bergstraße Ma-5018 führt zum Tor des Santuari de Nostra Senyora de Grácia und weiter zum Santuari de Cura hinauf (5,5 km).

 

Fotos

Oben: Der heilige Franziskus heißt Sie im Klostergarten von Cura willkommen.

Rechts: Die kleine Bergkirche birgt die Muttergottes von Cura, die als Beschützerin der Kinder und Jugendlichen gilt. Unten das Santuari de Nostra Senyora de la Gràcia (noch vor der Renovierung)