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Im Jahre 1872 erwarb der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator (1837 – 1915) die Possessió Miramar, die nördlich von Valldemossa hoch über der Küste liegt. Ihr Grundbesitz reichte damals bis zum Puig des Teix empor. Zum Landgut gehörte auch das Monastir de Miramar, das König Jaume II. 1276 auf Anregung von Ramon Llull stiftete; dort gründete der große Philosoph und Mystiker eine Missionarsschule, an der Arabisch und andere orientalische Sprachen unterrichtet wurden. 1457 entstand in Miramar die erste Druckerei Mallorcas.

Auf Miramar empfing Erzherzog Ludwig Salvator seine Gäste, die zu den ersten Mallorca-Touristen zählten: den französischen Maler und Schriftsteller Gastón Vuillier, die Urgeschichtsforscher Bartoli und Cartailhac, den spanischen Naturwissenschaftler Odón de Buen, Roberto H. Chorat, den Rektor der Universität Genf, die Schriftstellerin Margarita d’Este, die Poeten Rubén Darío und Jacinto Verdaguer sowie seine Cousine Elisabeth, die Kaiserin von Österreich. Sie ist heute noch auf Fotos zu sehen, und zwar gleich im Raum hinter der Kasse des öffentlich zugänglichen Landguts. Dort sieht man weitere Dokumente und Karten von der Zeit Ramon Llulls bis ins späte 19. Jahrhundert; daneben befindet sich die alte tafona (Ölmühle), durch die man in den zauberhaften Garten des Anwesens gelangt. Vom Kloster blieben Spitzbögen aus dem 13. Jahrhundert übrig. Das benachbarte Gutshaus birgt interessante Räumlichkeiten mit historischem Inventar, dem nachgebildeten Inneren von Ludwigs Schiff „Nixe“, Küche, Bibliothek und einen großen Veranstaltungssaal. Draußen sollte man die kleine Kapelle und den gemauerten Aussichtspunkt hoch über der Küste besuchen – er gewährt ein herrliches Panorama von der nahen Halbinsel sa Foradada bis zu den Bergen. 

Zufahrt: von der Küstenstraße Ma-10 zwischen Valldemossa und Deià nahe km 68 (kleines Hinweisschild); steile und schmale Einfahrt mit Einbahnregelung zum Parkplatz.

Öffnungszeiten: Mo bis Sa: 9.30 bis 14.30 Uhr und 16.30 bis 20 Uhr

Foto
Der alte Kreuzgang von Miramar