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Gutshöfe und Gärten

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Viele der rund 500 possessions (Besitztümer) der Insel gehen auf arabische alqueries oder mittel-

alterlichen Besitz zurück. Nach der christlichen Wiedereroberung wurde fast ganz Mallorca auf Mitstreiter oder Financiers des Königs aufgeteilt. Die meist adeligen Großgrundbesitzer, die senyors, verpachteten ihr Land an amos (Bauern). Die großflächigen Güter verhalfen ihren Eigentümern, die meist in Palma residierten, nicht nur zu Wohlstand, sondern oft auch zu Beinamen und Wappen.

 

Die mit Abstand größte possessió Mallorcas ist das ca. 38 km² große Landgut S'Avall bei Ses Salines, doch auch auf der Inselebene Es Pla und im Bergland existieren riesige Besitzungen. Viele Flächen wurden jedoch aufgeteilt und an Kleinbauern oder Tagelöhner verkauft. Rentabel ist heute kaum noch einer dieser Betriebe – so mancher davon ging als verborgenes Ferienparadies oder für den Bau von Tourismusanlagen an solvente Ausländer. So erwarb etwa der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator schon im 19. Jahrhundert mehrere Güter zwischen Deià und Valldemossa. Anders als dieser sperren heute manche Besitzer ihre Fläche für Wanderer und Naturgenießer; manche umzäunen sie sogar. Einige possessions sind jedoch öffentlich zugänglich und dokumentieren ihre bewegte Geschichte.

 

Fotos

Oben: die wunderbare Loggia des Museums-Landguts La Granja bei Esporles

Rechts: der blühende Garten von Sa Bassa Blanca, einem verborgenen Kunst-Paradies bei Alcúdia