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  • Penya Roja Kanone
  • Wachturm Cap Ferrutx
  • Wachturm Aufstieg

Im 15. Jahrhundert entstanden zum Schutz vor den ständigen Angriffen der Piraten an der Küste Mallorcas insgesamt 85 talaies – runde, bis zu 9 m hohe Türme. Die meisten von ihnen wurden um die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet; die schlimmsten Plünderungen musste die Bevölkerung zwischen 1530 und 1578 erdulden.

Die steinernen Wachposten
verfügten in der Regel über zwei gewölbte Kammern und eine Zisterne; ihr Eingang lag in den meisten Fällen hoch über dem Boden und war nur über eine entfernbare Leiter erreichbar. Ab dem 16. Jahrhundert waren die Türme zumindest zeitweise von zwei bis vier Mann besetzt und mit Kanonen oder anderen Waffen bestückt. Da jeder Turm in Sichtweite zum nächsten lag, ließ sich die gesamte Küstenlinie absichern: Näherte sich ein feindliches Schiff, so gaben die Turmwächter ein Feuer- oder Rauchzeichen an ihre Nachbarn weiter, und so lief die Nachricht wie das sprichwörtliche Lauffeuer bis zu den nahen Ortschaften und zum Militärkommando in Palma.

Leider haben nur etwa 50
dieser "Türken-" oder "Seeräubertürme" dem Zahn der Zeit widerstanden. Gut erhaltene bzw. renovierte Exemplare findet man noch am Cap Blanc, westlich der Punta Plana bei Sa Rapita, über der Cala Pi, gegenüber von Cala Figuera oder bei Banyalbufar an der gebirgigen Nordwestküste, aber auch in Aubarca oder auf dem Cap Ferrutx nordöstlich von Cala Rajada.

Eine umfassende Dokumentation
der mallorquinischen Wachtürme finden Sie unter
www.mallorca-torres.de

Fotos
Oben: Die Eingänge der Wachtürme liegen meist hoch über dem Boden – so wie hier an der Torre des Cap Blanc.
Rechts: Auch Felstürme wurden zur Verteitigung genützt (Penya Roja bei Alcúdia). Die Torre de sa Talaia d'en Morei über dem Cap de Ferrutx bei Artà ist ein Musterbeispiel für die Bauart der "Seeräubertürme". Innen kommt immer nur einer nach oben.