Son Fornes
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Rund 2,5 km nordwestlich von Montuïri, an der Straße Richtung Pina, liegt das Landgut Son Fornés. Auf seinem Gebiet legten Wissenschafter aus halb Europa unter der Leitung eines Teams der Universität Barcelona eine der interessantesten Talaiot-Siedlungen Mallorcas frei.

Die Anlage geht auf die Zeit um 900 v. Chr. zurück; eine zweite Bauphase ist zwischen 550 und 250 v. Chr. datierbar. Selbst unter den Karthagern und den Römern baute man hier weiter; die Spuren der Besiedelung verlieren sich erst am Ende des 5. nachchristlichen Jahrhunderts.

Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Reste der zwei mächtigen Rundtürme. Der größere davon ist heute noch 3,5 m hoch und weist einen Durchmesser von 17 m auf; die äußere seiner beiden Wände, zwischen denen Erde und Geröll aufgefüllt wurde, ist immerhin 5 m dick. Er gilt als einer der größten und am besten erhaltenen Bauten dieser Art und besitzt noch die typische Mittelsäule, die einst das Dach stützte. Relikte von Scharnieren deuten darauf hin, dass sein Eingangskorridor mit einer Holztür verschlossen war. Vielleicht handelte es sich um eine Art Vorratslager, da man im Inneren zahlreiche Hinterlassenschaften verschiedener Haustiere fand.

Der zweite Turm – er ist mit 12 m Durchmesser deutlich kleiner – diente möglicherweise als Versammlungs- oder Kultstätte, da er Reste sehr ungewöhnlicher Keramik barg. Als einziger der bisher bekannten Talaiots der Insel war er auch nicht durch einen Korridor zu betreten, sondern nur vom Dach aus – auf einer Wendeltreppe oder Leiter im Inneren. 

Zwischen den Türmen befanden sich aneinander gereihte Hütten, in denen insgesamt 400 bis 500 Menschen gewohnt haben könnten. Die gesamte Siedlung war von einer Mauer umgeben. Sämtliche Bauten bestanden aus voluminösen Steinblöcken, die ohne Mörtel aufgeschichtet wurden. Die größten davon erreichen ein Gewicht bis zu 9 t.

Die Ausgrabungsstätte von Son Fornés wurde schon 1966 zum historischen Denkmal erklärt. Bisher legte man eine Fläche von ca. 3 ha frei; es könnte sich aber noch mehr als die Hälfte der Anlage unter dem Boden verbergen. Das Gelände ist stets zugänglich, der Eintritt ist frei.

Ein kleines Museum der Fundación Son Fornés findet man in der Molí d'en Fraret, einer alten Windmühle am nordöstlichen Ortsrand von Montuïri (Richtung Sant Joan). Zu sehen sind dort Funde der Ausgrabungen sowie eine Präsentation über den Alltag in der vorgeschichtlichen Siedlung.

Weitere Infos: www.sonfornes.mallorca.museum

Fotos
Oben und rechts: Erst aus der Nähe zeigt sich die Monumentalität der Megalithmauern von Son Fornés.